Deutsche Meisterschaft Balve: Special-Titel für Rath

Von
Matthias Rath und Totilas

(© Matthias Rath und Totilas)

Mit 83,417 Prozent gewann Matthias Rath auf dem elfjährigen Totilas v. Gribaldi nach dem Grand Prix auch den Grand Prix Special und war damit der erste Reiter, der bei dieser Deutschen Meisterschaft in Balve-Wocklum, eine schwarz-rot-goldene Schärpe in Empfang nahm. Zur Siegerehrung ließ es sich der Hausherr Dieter Graf Landsberg-Velen, geleitet von seiner Tochter Rosalie, der Turnierchefin in Balve, nicht nehmen, selbst den Medaillenträgern zu gratulieren.

Matthias Rath und Totilas zeigten sich sicher und souverän, abgesehen von einem Stolperer in der Trabtraversale und einem Fehler in den Einerwechseln, die ansonsten schnurgerade gesprungen wurden. Weitere Höhepunkte waren wie immer Piaffe und Passage. Bei letzterer kommt das Vorderfußwurzelgelenk zuweilen gefährlich dicht ans Pferdemaul, sodass der Betrachter fürchtet, irgendwann werde sich Totilas selbst einen Nasenstüber versetzen. Gut gelungen auch die Galopp-Pirouetten und Traversalen, ausdrucksvoller starker Galopp, das Pferd so gut wie nie zu eng. Besser ging Totilas beim dreifachen Weltmeister Edward Gal auch nicht. Nur wenige internationale Pferde und kein einziges in Deutschland zeigen derzeit annähernd so ausdrucksvolle Piaffen und Übergänge wie Totilas, aber in allen anderen Lektionen brauchten sich einige Konkurrenten in Balve nicht zu verstecken. 

 

Wohl die Piaffen, aber nicht die Passagen von El Santo, dem Pferd der Silbermedaillengewinnerin Isabell Werth (81,375), stehen denen von Totilas nach, im starken Trab ist das Hinterbein deutlich engagierter. Der in jeder Phase des Rittes erkennbare Ehrgeiz der fünffachen Olympiasiegerin schien dem kalibrigen Ehrentusch-Sohn Flügel zu verleihen. Die ganze Vorstellung war von Dynamik und Energie durchströmt. Und der Tempounterschied vom starken zum versammelten Trab, der bei Totilas dank des nach vorne gerissenen Vorderbeins so gut wie nicht stattfindet, wurde sauber herausgearbeitet.

Mit der Bronzemedaille (79,000 Prozent) meldete Mannschaftsweltmeisterin 2010, Anabel Balkenhol auf dem elfjährigen Dablino v. De Niro wieder Anspruch auf einen Teamplatz an. Insgesamt ritt sie immer noch etwas mit gebremstem Schaum, aber locker, sauber und flüssig. Höhepunkte waren die Galoppppirouetten und die Traversalen. Die erste Piaffe war noch nicht am Platz, die zweite und dritte besser. Daran arbeiten wir, sagte Anabel Balkenhol, aber wir wollen ihn nicht überfallen.

Auch Christoph Koschel auf Donnperignon, Platz vier,  (75,042) ritt eine starke Prüfung, das Pferd stets in schöner Silhouette, nie zu eng, schwungvoll, kadenzierte Passagen und leichte flüssige Traversalen im Trab und Galopp, schnurgerade Einerwechsel. Nur die Piaffen wie gestern im Grand Prix zu wenig vom Boden.

Steigern gegenüber dem Grand Prix konnte sich auch Helen Langehanenberg auf Damon Hill. Der elfjährige Westfalenhengst v. Donnerhall spielte diesmal, anders als gestern im Grand Prix, bis zum Ende voll mit, sehr locker, mit aktiver Hinterhand in jeder Phase. Die Piaffen eifrig und ausbaufähig. Alles sieht sehr leicht aus, ein hochelegantes Paar, da ist noch Luft nach oben.

Wie gestern im Grand Prix musste sich Mannschaftsweltmeister Warum Nicht von Isabell Werth wieder mit Rang 6 begnügen (73,125), errungen unter besonders erschwerten Bedingungen: Zweimal fiel dem ohnehin etwas guckigen Weltmeyer-Sohn ein Stück blumenbesetzter Rails vor die Füße. Er fing sich aber wieder, fuhr lediglich seine Ohren bei jedem Passieren der Gefahrenstelle noch ein bisschen weiter aus. Siebte wurde Monica Theodorescu mit Whisper, deutlich energischer und geschlossener als im Grand Prix (71,167). Nur knapp unter der 70-Prozent-Grenze blieb Brigitte Wittig auf der kompakten Breitling-Tochter Biagotti, Schwachpunkte wie schwankende nicht genügend kadenzierte Piaffen wurden durch Höhepunkte wie excellente Traversalen wieder aufgewogen, ein Paar, das man sich gerne ansah (69,792).

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