Doping kommt wohl in den besten Familien vor

FEI-Präsidentin Haya von Jordanien

Hong Kong (China) Sha Tin Olympische Reiterspiele Dressur 16.08.2008 Pressekonferenz mit HRH Prinzessin Haya (FEI-PrŠsidentin), Alexander McLin (FEI-GeneralsekretŠr) und Charmaine Crooks (CAN) IOC-Mitglied ©Julia Rau Hindenburgstra§e 49 55118 Mainz Tel.: 06131-507751 Mobil: 0171-9517199 RŸsselsheimer Volksbank BLZ 500 930 00 Kto.: 6514006 Es gelten ausschliesslich meine Allgemeinen GeschŠftsbedingungen (© Julia Rau)

Doping – nun hat Prinzessin Haya, die Präsidentin der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI), mit dem Schreckgespenst in der eigenen Familie zu tun. Bei zwei Pferden ihres Mannes, Sheik Mohammed bin Rashid al Maktoum, dem Herrscher von Dubai, wurden Dopingmittel gefunden.

Am 3. April, so berichtet das Portal Eurodressage, erfuhr Prinzessin Haya von der Rechtsabteilung der FEI, dass ihr Ehemann durch einen Vertreter die FEI von den positiven Dopingproben unterrichtet hatte. Die Substanzen waren im Rahmen von Routinekontrollen, die der Sheik in seinem Stall regelmäßig nach Wettkämpfen durchführen lässt, von seinem Personal gefunden worden. Mit beiden Pferden hatte er kurz zuvor an Distanzreitwettkämpfen teilgenommen. Gefunden wurde das Psychopharmakon Guanabenz (auch als Gabapentin bekannt), mit dem das Pferd von Cian OConnor bei den Olympischen Spielen von Athen gedopt war, worauf dem Iren die Goldmedaille aberkannt worden war. Die zweite Substanz, 16beta-Hydroxy-Stanozolol, ist ein anaboles Steroid. Bereits 2003 war dieser Stoff in einem Futtermittel nachgewiesen worden, das von der Sporthochschule Köln auf mögliche Dopingsubstanzen untersucht wurde. Es ist in einem aus einer mexikanischen Kakteenart gewonnenen Wirkstoff vorhanden, der im Handel unter dem Namen Energy 5 angeboten wird.
Sheik Mohammed hat in einer Erklärung mitgeteilt, er habe unverzüglich den Auftrag gegeben, bei der FEI die Annullierung seiner Resultate zu erwirken. Als jemand, der ein Leben lang dem Pferdesport verbunden sei und der dem Wohlergehen der Pferde sowie die strikte Einhaltung aller Regeln des Pferdesports höchsten Respekt zolle, habe er der FEI seine größtmögliche Kooperation zugesagt. Er sei die person responsible, also die juristisch zu belangende Person. Außerdem kündigte er umfassende eigene Untersuchungen an.
Genau die wird auch die FEI jetzt anstrengen, allerdings hat Prinzessin Haya den Fall Maktoum an ihren Stellvertreter, den Neuseeländer Chris Hodson abgegeben. Als zweite Frau des Herrschers von Dubai hat sie ihre Befangenheit auch dem Internationalen Olympischen Komitee mitgeteilt, wenngleich Distanzreiten keine olympische Disziplin ist. Es gilt als offenes Geheimnis, dass die FEI-Präsidentin den Distanzsport gerne bei Olympia sehen würde.
Sheik Mohammed ist der FEI bereits einen Schritt voraus: Bei einem Distanzritt am 4. April, also am Tag nach dem Bekanntwerden der gedopten Pferde, gab er vor Abschluss des Rittes auf, sperrte sich damit faktisch selbst, lange bevor es die FEI überhaupt hätte tun können.

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