Hagen: Fast 80 Prozent für Helgstrand und Akeem Foldager in der Kür

Mit einer 10 für die in der Tat fantastische Piaffeund mehrfach der 9 setzten die Gäste aus Dänemark, Andreas Helgstrand und Akeem Foldager sich unangefochten an die Spitze in der Grand Prix Kür, der letzten Entschiedung auf dem Dressurviereck der Horses & Dreams in Hagen.

Zu einer pompösen Musik, die gut zu dem gewaltigen Auftreten des elfjährigen Dunkelbraunen passt (und die er erst vorige Woche hat zusammenstellen lassen), stellte Andreas Helgstrand seine Neuerwerung vor, die er erst seit zweieinhalb Wochen im Stall stehen hat. Die beiden hatten keine Zeit zu verlieren. Wenn sie bei der EM dabei sein wollen, müssen sie in internationalen Prüfungen zweimal mindestens 65 Prozent errreicht haben. Trotzdem: „Als ich den Trainer angerufen habe und ihm gesagt habe, dass ich gerne in Hagen starten würde, hat er mich für verrückt erklärt.“ Nicht wirklich verrückt, wie die 79,575 Prozent heute gezeigt haben. Auch wenn da noch Raum für Verbesserungen ist hinsichtlich der Feinabstimmung. Einen groben Schnitzer gab es in den Zweierwechseln. In den Passagen muss Helgstrand aufpassen, dass er nicht zu viel verlangt von Akeem Foldager, denn sonst wird er hinten ungleich und verhaspelt sich. Die Trabverstärkungen waren heute in Punkto Bodengewinn ergiebiger als noch im Grand Prix. In den Einerwechseln macht er sich noch fest, so dass er nicht mehr wirklich nach vorne springt, überhauot ist die Galopptour noch unsicherer als die Trabreprisen. Aber sein Reiter sagt ja auch: „Das ist noch nicht perfekt.“ Und bis zur EM ist es ja noch ein bisschen. Das nächste Ziel ist das Mannheimer Maimarktturnier. Dann folgen die dänischen Meisterschaften und wenn alles nach Plan läuft, Aachen.

Nach Noten knapp geschlagener Zweiter wurde Steffen Peters mit Legolas. Die beiden kamen auf 79,500 Prozent. „Ich bin superglücklich, dass er auch hier die Punkte bekommen hat“, sagte Peters. In der Tat waren die Richter großzügig zu dem Paar. Legolas, der hier auf dem Hof Kasselmann seine Grundausbildung vom Hausherrn persönlich bekommen hat, glänzt mit lebhaften Piaffen, bei denen allerdings auch der Schweif recht lebhaft ist. Zu Beginn gab es eine Unstimmigkeit in der Passage. Im Galopptour wirkt der Laomedon-Sohn noch nicht voll losgelassen. Die Pirouette indes waren heute zwar recht groß, aber schon mit deutlich verbesserter Lastaufnahme im Vergleich zum Grand Prix.

Über Platz drei konnte sich Dorothee Schneider freuen mit Forward Looking, die hier in Hagen vor zwei Jahren die Qualifikation für den Nachwuchspferde-Grand Prix gewonnen hatte. Dorothee Schneider ist überzeugt von der Fidermark-Tochter: „Mein Herz schlägt für dieses Pferd. Sie wird immer sicherer auch in den Wechseln, bei denen es sonst schon mal Fehler gab.“ Geschmeidig, losgelassen mit herausragenden Pirouetten und guten Piaffen kam sie heute auf 78,050 Prozent – die beste Bewertung, die sie je in einer Kür bekommen hat.

Mit der Police-Kür, die ihm auf Donnperignon einst den Titel des Deutschen Vize-Meisters bescherte, wurde Christoph Koschel auf Rostropowitsch heute Vierter. Das Piaffieren gehört nicht zu den Stärken des Rockwell-Sohns und die Einerwechsel gingen schief, aber das störte nicht den Gesamteindruck einer runden Sache, für die es 75,400 Prozent gab.

Anabel Balkenhol und Diamonds Forever, den sie erst seit diesem Jahr international startet, kämpften heute mit zunehmender Spannung in ihrer Kür. Aber der elegante Dunkelbraune hat zweifelsohne Potenzial. Heute mussten sie sich mit 74,150 Prozent zufrieden geben. Fabienne Lütkemeier und Qui Vincit Dynamis wurden Elfte mit 70,200 Prozent.

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