Nationenpreis Aachen: Sieg für Frankreich

Die deutschen Reiter mussten mit insgesamt zwölf Fehlern mit Platz zwei vorlieb nehmen – zum vierten Mal. Neben zwei glanzvollen Leistungen von Christian Ahlmann auf Codex One und Marcus Ehning auf Plot Blue enttäuschte Janne Friederike Meyer mit Lambrasco und schockte Marco Kutscher mit einem völlig demotivierten Cornet Obolensky.
 
 

Ich bin mit dem zweiten Platz nicht unzufrieden, sagte Bundestrainer Otto Becker nach dem Nationenpreis hinter Frankreich Zweiter zu werden, ist ja wirklich keine Schande. Das war tatsächlich nicht das Problem. Aber die durchwachsenen Leistungen seiner vier Reiter Marcus Ehning/Plot Blue 0/0, Christian Ahlmann/Codex One 0/0, Janne Friederike Meyer/Lambarsco 4/8, Marco Kutscher/Cornet Obolensky 16/16 machten die Nominierung einer Olympiamannschaft nicht einfacher. Eine gewissen Ratlosigkeit schien sich in der Mannschaftsführung breit zu machen. Cornet liegt mir im Magen, das muss ich erstmal verdauen, sagte Becker. Tatsächlich hat der springgewaltige aber diffizile Schimmelhengst auf ganzer Linie enttäuscht. Im ersten Umlauf brach er in einer Rechtswendung über die Schulter weg, zwei weitere Abwürfe folgten. Den 16 Fehlern der ersten Runde stand dieselbe Fehlerzahl, vier Abwürfe, in der zweiten Runde gegenüber. Ich hatte nichts mehr zu verlieren, sagte Kutscher enttäuscht nach seinem Ritt im zweiten Umlauf, ich habe Druck gemacht, weil Cornet im ersten Umlauf den Dienst quittiert hat, dann kam eines zum anderen. Die guten Vorleistungen der Saison in vier Runden von zwei Nationenpreisen nur einen Abwurf verblassen damit auf einen Schlag. Das Schlimmste ist eingetreten, sagt Kutscher, der wohl nicht mehr mit seiner Olympianominierung rechnet. Besser sind Marcos Chancen nicht geworden, bestätigt Otto Becker, der nach Ludger Beerbaum auf Gotha und Carsten-Otto Nagel auf Corradina sich nun im Geiste vom dritten erfahrenen Reiter für London verabschieden muss. Da ist es gut, dass sich zwei Routiniers, Marcus Ehning auf Plot Blue und Christain Ahlmann auf dem erst neunjährigen Codex One mit Doppelnullern in allerbester Form präsentierten. Während Plot Blue bereits bei der Weltmeisterschaft 2010 am Mannschaftsgold beteiligt war, hat der weniger erfahrene Codex One in Aachen seine Feuertaufe bestanden.

Mit zehn Fehlern hatten die Franzosen mit nicht allzu großem Abstand die Nase vorn, einer Reiterin gelang ein Doppelnuller, Penelopé Prevost auf dem zwölfjährigen Schimmelhengst Mylord Carthago, einem Sohn des Holsteiners Carthago. Den vierten Doppelnuller verbuchte der Schweizer Paul Estermann auf der zehnjährigen irischen Stute Castlefield Eclipse. Platz drei hinter Frankreich und Deutschland belegten mit 20 Fehlern die Iren vor der Schweiz (21).

Die Mehrzahl der acht Nationen hatten nicht ihre erste Olympiamannschaft an den Start gebracht. Für die Deutschen gewinnt jetzt der Große Preis von Aachen am Sonntag weiter an Bedeutung. Hier kann sich Reservist Philipp Weishaupt mit Monte Bellini (Meine Chancen sind definitiv gestiegen) noch ins Team reiten, andere können versuchen, die Scharte von heute auszuwetzen.

In der Nationenpreiswertung führt Deutschland mit großen Abstand (37 Punkte) vor den Niederlanden und der Schweiz (beide 25,5).

 

 

 

 

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