St. Gallen: Schlammschlacht im Nationenpreis, Deutschland zieht zurück, Großbritannien siegt

Einige Prüfungen beim CSIO***** von St. Gallen sind aufgrund des schlechten Bodens bei anhaltenden Regenfällen der letzten Tage abgesagt worden. Nicht so der Nationenpreis. Die Bedingungen waren jedoch so schlecht, dass Otto Becker und seine Equipe zum Wohle der Pferde verzichtet haben.

Gegenüber der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sagte Becker: „Das Wohl der Pferde steht immer an erster Stelle. Wir dürfen es nicht riskieren, dass sich unsere Pferde verletzen.“ Fürs Team vorgesehen waren Ludger Beerbaum, Meredith Michaels-Beerbaum, Christian Ahlmann und Marcus Ehning.

Die Entscheidung war weise, wie sich zeigte. Der Parcours war kaum zu bereiten, weshalb der zweite Umlauf abgesagt und durch ein Stechen ersetzt wurde. Die Sieger der Schlammschlacht waren die Briten mit Laura Renwick auf Oz de Breve, Scott Brash mit Hello Whisky Mac IV, Joe Clee auf Utamaro D Ecaussines sowie Guy Williams im Sattel von Titus II. Platz zwei ging an die Gastgeber aus der Schweiz. Dritte wurden die Belgier.

Für die Deutschen könnte ihre pferdefreundliche Entscheidung unangenehme Konsequenzen haben. Denn das Reglement besagt, dass ein genannter Nationenpreis auch geritten werden muss. Es sei denn, es ist höhere Gewalt im Spiel. Aber als solche akzeptiert der Weltreiterverband augenscheinlich nur einen Vulkanausbruch oder ein Erdbeben. Die Bedingungen in St. Gallen, mit denen alle Nationen zu kämpfen hatten, galt jedenfalls nicht als solche. Ein Nichtantreten hat Sanktionen zur Folge: Wer in der ersten FEI-Liga bei einem genannten Nationenpreis nicht startet, verliert seine Punkte und steigt in der nächsten Saison ab in die zweite Liga. Wie man im Falle Deutschlands verfahren wird, wurde bis jetzt noch nicht bekannt gegeben. Welt- und Europameister Deutschland war in der vergangenen Saison erfolgreichste Equipe.

FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach sagte: „Ich unterstütze Otto Beckers Entscheidung und die der Reiter zu hundert Prozent. Kein Nationenpreis der Welt ist es wert, dass wir Verletzungen bei unseren Pferden in Kauf nehmen könnten. Wir hoffen aber und werden in weiteren Gesprächen auch darauf dringen, dass die FEI ihr Regelwerk großzügiger auslegt und wir nicht aus der Division eins der Nationenpreis-Serie fallen.“

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