WDR-Frau Hartelt in der Kritik

Sabine Hartelt

(© www.wdr.de)

ARD-Reitsportexpertin Sabine Hartelt ist ins Zwielicht geraten. Ihre Lebensgefährtin Susanne Sgrazutti war bei den Olympischen Spielen von Hongkong akkreditiert – als Mitbesitzerin des später wegen Dopings suspendierten Wallachs Cöster.

Der WDR, für den Sabine Hartelt tätig ist, hat laut seiner Sprecherin Kristina Bausch nach Bekanntwerden dieser Verquickung ein „ernsthaftes Gespräch“ mit Hartelt geführt und ihre Berichterstattung überprüft. „Wir haben festgestellt, dass ihre Moderationsleistung über jeden Zweifel erhaben ist“, so die offizielle Stellungnahme des WDR, für den die Angelegenheit damit erledigt ist.
Sgrazutti, die früher auch für den WDR gearbeitet hat, mittlerweile aber seit fünf Jahren nicht mehr für den Sender tätig ist, war auf Wunsch von Cösters Besitzerin Marion Jauß „aus persönlichen Gründen“ akkreditiert worden, schreibt die Aachener Zeitung. Marion Jauß ist die Schwester von Madeleine Winter-Schulze, der Mäzenin von Ludger Beerbaum und Isabell Werth. Nach Aussagen des Generalsekretärs der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Soenke Lauterbach, geschah die Akkreditierung auf Initiative der Pferdebesitzerin.
Pikant ist die Verbindung von Jauß, Sgrazutti und somit indirekt auch Hartelt deswegen, weil in letzter Zeit TV-Moderatoren aus dem öffentlich-rechtlichen Sendern in die Diskussion geraten waren, weil lukrative Nebentätigkeiten die Objektivität ihrer Berichterstattung in Frage gestellt hatten. Der WDR hatte 2008 seine Sportredakteure verpflichtet, eine Selbstverpflichtung, die die Unabhängigkeit von den Akteuren des Sports fordert, zu unterzeichnen.
Susanne Sgrazutti verteidigte sich gegenüber dem ST. GEORG: „Ich bin mir zwar im Klaren, dass eine Besitzer-Akrreditierung für einen Journalisten nicht unproblematisch ist, aber ich habe in Hongkong nicht journalisitsch gearbeitet. Ich weiß im übrigen nicht, was meine Lebensgefährtin Sabine Hartelt damit zu tun haben soll. Wir sind zwar befreundet, aber immer noch zwei Personen. Ich halte das für eine gezielte Kampagne gegen Sabine.“

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