Magengeschwüre beim Pferd

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Magengeschwüre gehören leider zu den häufigsten Magenerkrankungen beim Pferd. Vor allem eine nicht artgerechte Fütterung und Haltung sowie zu viel Stress machen den Pferdemagen „sauer“. Agrarwissenschaftlerin Dr. Patricia Sitzenstock klärt über Symptome, Diagnose und Vorbeugung auf.

Studien haben herausgefunden, dass bis zu 40% alle Freizeitpferde, bis zu 50% aller Fohlen, bis zu 60% aller Turnierpferde und sogar bis zu 90% aller Rennpferde unter Magengeschwüren leiden.

Wie entstehen Magengeschwüre beim Pferd?

Dr. Patricia Sitzenstock: Anders als beim Menschen, der nur nach der Nahrungsaufnahme Magensäure produziert, wird diese beim Pferd kontinuierlich, also rund um die Uhr, hergestellt. Sind die Schutzmechanismen der Magenschleimhaut gestört, kommt die Magensäure in direkten Kontakt mit diesem empfindlichen Bereich. Dies führt zu Reizungen der Magenschleimhaut (Gastritis). Hält dieser Zustand länger an, können die gefürchteten Magengeschwüre (Magenulzera), auch Equine Gastric Ulcer Syndrome (EGUS) genannt, auftreten.

Symptome

An welchen Symptomen lassen sich Magengeschwüre beim Pferd erkennen?

Dr. Patricia Sitzenstock: Oft sind die Symptome zunächst unspezifisch und lassen nicht direkt auf ein Magenproblem schließen. Es gibt aber Anzeichen, bzw. Verhaltensweisen, die auf Magengeschwüre hinweisen können:

  • Akute oder wiederkehrende Koliken, besonders nach dem Fressen von Kraftfutter
  • Schlechtes oder selektives Fressen
  • Vermehrtes oder reduziertes Trinken
  • Widersetzlichkeit beim Festziehen des Sattelgurts
  • Maulgeruch
  • Zähneknirschen
  • Flehmen
  • Leerkauen
  • Aufstoßen
  • Schlechter Allgemeinzustand
  • Gewichtsverlust
  • Verhaltensveränderungen

Diagnose

Wann sollte ich den Tierarzt rufen?

Dr. Patricia Sitzenstock: Wenn man die eben genannten Symptome bei seinem Pferd ungewöhnlich oft bemerkt, ist eine tierärztliche Abklärung empfehlenswert. Eine exakte Diagnose kann nur durch einen Tierarzt und auch nur mithilfe einer Magenspiegelung (Gastroskopie) gestellt werden.

Und wie läuft so eine Untersuchung ab?

Dr. Patricia Sitzenstock: Die Gastroskopie wird am stehenden, sedierten Pferd vorgenommen. Das Pferd darf einige Stunden vorher nichts fressen und trinken, damit die Sicht im Magen frei bleibt. Bei der Gastroskopie wird ein flexibles Endoskop mit Kamera über die Nüstern eingeführt, zum Kehlkopf vorgeschoben und nach dem Abschlucken vorsichtig über die Speiseröhre bis in den Magen und anschließend in den vorderen Dünndarmabschnitt weitergeschoben. Durch dieses Verfahren können alle relevanten Verdauungsabschnitte direkt auf dem Bildschirm betrachtet und beurteilt werden. Sollte eine Magenspiegelung nicht möglich sein, wird der Tierarzt eine sogenannte diagnostische Therapie durchführen. Dies bedeutet, dass das Pferd die Medikamente und Behandlungen erhält, welche auch Pferde mit Magengeschwüren erhalten. Sollten sich die Symptome sichtbar bessern, ist ein Magengeschwür als Ursache sehr wahrscheinlich.

Vorbeugung

Magengeschwüre sind für Pferde sehr schmerzhaft, außerdem ist die Behandlung sehr teuer. Was sollte ich also beachten, um diese vorzubeugen?

Dr. Patricia Sitzenstock: Die richtige Fütterung und ein gutes Management sind entscheidend für einen gesunden Pferdemagen. In der Natur beschäftigen sich Pferde ca. 16 Stunden mit der Nahrungsaufnahme. Sie legen in der Regel keine Fresspausen ein, die länger als vier Stunden sind. Und dies auch aus gutem Grund: der Pferdemagen hat nur ein Füllvolumen von ca. 18 Litern und ist somit relativ klein, produziert aber ununterbrochen Magensäure. Durch die regelmäßige Futteraufnahme in kleinen Portionen wird der Magen zum einen immer ideal gefüllt und zum anderen sorgt der Speichelfluss für eine Neutralisierung der Magensäure.

Was muss ich bei der Fütterung konkret beachten?

Dr. Patricia Sitzenstock: In erster Linie sollte man seinem Pferd immer ausreichend Raufutter anbieten. Ein Pferd benötigt mindestens 1,5 – 2,0 Prozent seines Gewichts an Raufutter. Jeder Kraftfutter-Fütterung sollte auch eine Raufütterung vorangestellt werden – idealerweise hat das Pferd uneingeschränkten Zugang zu Raufutter. Wenn dies nicht möglich ist, kann man seinem Pferd auch Raufutterersatzprodukte anbieten. Diese verlängern die Fresszeiten, beschäftigen und stimulieren die Speichelproduktion.

Und welches Kraftfutter sollte ich wählen?

Dr. Patricia SitzenstockBei der Wahl des richtigen Kraftfutters, empfiehlt es sich eher zu stärke- und zuckerarmen Futtermittelsorten zu greifen. Besonders gut eignet sich ein Kraftfutter mit Magensäure-neutralisierenden Stoffen, kombiniert mit Inhaltsstoffen wie Pro- und Präbiotika, die eine gesunde Darmflora begünstigen – so wie Pavo Ease&Excel (siehe unten). Außerdem sollte das Futter auf möglichst viele kleine Portionen verteilt werden.


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  • Wie wirkt sich ein Magengeschwür auf die Leistungen meines Pferdes aus?
  • Wie lassen sich die Symptome für ein Magengeschwür (im Anfangsstadium) erkennen?
  • Welche Risikofaktoren können Magengeschwüre begünstigen?
  • Worauf sollte ich selbst achten, um Magengeschwüren bei meinem Pferd vorzubeugen?

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