Dr. Karl Blobel gestorben

Dr. Karl Blobel

Schenefeld bei Hamburg Vielseitigkeit ("Military") 29.07.2006 CIC***(Deutsche Meisterschaft/Weltcup-Qualifikation) Pressekonferenz nach GelŠnde: Dr. Karl Blobel (FEI-VeterinŠrdelegierter) Foto: Julia Rau (© Julia Rau)

Unerwartet starb der langjährige Mannschaftstierarzt der deutschen Vielseitigkeitsreiter im Alter von 78 Jahren.

 

Die Pferdeszene traf es wie ein Schock:  Dr. Karl Blobel lebt nicht mehr. Am Samstag, 15. Dezember starb er im Alter von 78 Jahren an einem Schlaganfall, plötzlich und unerwartet für seine Familie, seine Freunde und alle, die den langjährigen Mannschaftstierarzt der deutschen Vielseitigkeitsreiter, den Vertrauensarzt des Holsteiner Verbandes  und nicht zuletzt den von unseren Lesern hochgeschätzten Veterinärexperten des ST. GEORG gekannt haben. Hochgewachsen von Gestalt, stets leicht gebräunt und sportlich Kalle Blobel schien die ewige Jugend gepachtet zu haben. Und daran änderte auch das schon früh weiß gewordene Haar nichts, im Gegenteil, man konnte immer schon von weitem sehen, wo er war, auf dem Turnier, auf der Körung oder bei anderen pferdesportlichen Terminen.  Auch lange nach dem Rückzug aus seiner Praxis in Ahrensburg gab er seinen fachlichen Rat weiter, stand den Holsteinern als Röntgenexperte zur Verfügung und bei jeder Frage Rede und Antwort, immer im Sinne des Pferdes und der Menschen, die guten Willens mit ihm umgehen.

27 Jahre lang betreute Blobel als Mannschaftstierarzt die Pferde der deutschen Equipen bei insgesamt zehn Europameisterschaften, fünf Weltmeisterschaften und sechs Olympischen Spielen. 1934 im schlesischen Waltersdorf als Sohn eines Tierarztes geboren, flüchtete er 1952 durch das Brandenburger-Tor nach Westberlin. Bereits im Alter von 22 Jahren schloss er erfolgreich das Studium der Tiermedizin ab. Kurz nachdem er im schleswig-holsteinischen Ahrensburg eine eigene Tierarztpraxis eröffnete, wurde Blobel im Jahr 1970 zum Mannschaftierarzt berufen. Zunächst betreute er die Pferde aller drei olympischen Disziplinen, ab 1996 nur noch die der Vielseitigkeitsmannschaft. Blobel, der auch an der Universität Kiel lehrte, ist auch für sein Tierschutzengagement rund um den Pferdesport bekannt geworden. Neben zahlreichen Publikationen, Seminaren und Vorträgen zu diesem Thema war er in den 90er-Jahren maßgeblich an der Einrichtung der Tierschutzbeauftragten in den Kreisreiterverbänden beteiligt. Für seine Tätigkeit wurde Blobel im Jahr 1994 von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold ausgezeichnet. 1998 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande.

FN/gp

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