Mental gesehen geht es hier nur um Subordination. Allerdings kann der
geschickte Reiter diese ohne sichtbar aggressive Hilfen
abrufen/erzwingen, wenn er das Pferd zu Hause entsprechend konditioniert
hat.
Aggressives Reiten zu verdammen reicht nicht, weil der Steward dann nur
äußerlich sichtbare, sprich aktiv grobe Einwirkungen wird sanktionieren
wollen und können, nicht aber die für das Pferd genauso stressenden
verdeckten.
Diese Guidlines sind so formuliert, dass kaum ein Steward es wagen wird,
einen Reiter zu ermahnen, geschweige denn ihn zu pferdefreundlicherem
Reiten zu zwingen. Dass die angekündigten Graphiken da etwas helfen,
wagen wir zu bezweifeln.
Insgesamt darf man bezweifeln, dass diese Beschlüsse einen Fortschritt
brächten, weil eigentlich durch diese Umbenennung nur die inzwischen
negativ besetzte Bezeichnung Rollkur ausgetauscht, nicht aber die
Handhabung verändert wird. Dieselbe Art des zwanghaften Reitens wird
dadurch sogar legitimiert.
Wir wünschen uns Pferde, die auch in der Prüfung eine natürliche
losgelassene Selbsthaltung zeigen, wie es die Regeln der nationalen und
internationalen Federationen verlangen. Das erfordert für ihre
Ausbildung, erst recht auch für das Abreiten eine dem Reglement
entsprechende Reitweise und Reitmethode, die den Respekt gegenüber dem
Pferd erkennen lässt.
Rosendahl, 5. Mai 2010
Der XENOPHON-Vorstand /der XENOPHON-Aufsichtsrat
In der Juni-Ausgabe des ST.GEORG beschäftigen wir uns auch mit dem FEI-Papier!