Pferdesteuer in Sehnde noch nicht vom Tisch

Nein zur Pferdesteuer!

Nein! Zur Pferdesteuer!

Die Stadt Sehnde in der Region Hannover, Niedersachsen, hat Haushaltsprobleme und erwägt daher, als erste Stadt im Pferdeland Niedersachsen, die Pferdesteuer einzuführen.

Wie man den Haushalt konsolidieren könnte, wurde am Montag, 30. November, im Rahmen der Sitzung des Finanzausschusses beraten. So groß wie an diesem Tag war das öffentliche Interesse noch nie gewesen. Rund 150 Pferdefreunde waren zum Rathaus gekommen, um der Debatte zu folgen. Der Stadtkämmerer Peter Wissmann klärte darüber auf, dass im kommenden Jahr voraussichtlich zwei Millionen Euro im Haushalt der Stadt fehlen werden. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht entschieden hat, dass die Pferdesteuer grundsätzlich rechtens ist, erwägt man, die Pferdebesitzer zur Kasse zu bitten, um das Haushaltsloch zumindest teilweise zu stopfen. Am Montag wurde das Thema allerdings zunächst vertagt. Der erste Stadtrat Rolf Steinhoff erklärte gegenüber NDR 1 Niedersachsen, zunächst sollten die Fraktionen beraten. Ob ein Konzept für eine Pferdesteuer erarbeitet werden wird, soll Mitte Dezember im Rahmen der Stadtratssitzung entschieden werden. Man erwägt, 200 Euro pro Jahr und Tier von den Pferdebesitzern zu fordern. So hofft man, 60.000 Euro einnehmen zu können.

Die Pferdebesitzer protestierten natürlich gegen die Pläne. Erika Putensen vom Pferdesportverband Hannover wies in der Sitzung darauf hin, dass es sicherlich einige wohlhabende Pferdebesitzer gäbe, aber die Mehrheit müsse sich stark einschränken, um sich überhaupt ein Pferd leiten zu können. Und die Reitvereine kämpften ohnehin schon um ihre Existenz, was die Kinder- und Jugendarbeit gefährde.

Auch seitens des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes gab es Kritik. Sprecher Thorsten Bullerdiek verwies unter anderem auf den Verwaltungsaufwand, den die Einführung der Pferdesteuer mit sich brächte. Sehnde wäre die erste Gemeinde in Niedersachsen, die die Pferdesteuer einführt. Pläne gab es auch schon in anderen Gemeinden, doch hatte man dann stets Abstand genommen, da die Pferdebesitzer sich massiv dagegen gewehrt haben. Auf Gegenwehr werden auch die Verantwortlichen in Sehnde treffen, wenn sie voraussichtlich am 17. Dezember erneut das Thema aufgreifen.

 

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