FEI versus Global Champions League – eine Frage des Tierschutzes?

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Der Kampf des Weltreiterverbands FEI gegen die für 2016 geplante Global Champions Tour-Schwester „Global Champions League“ (GCL), eine besondere Form des Teamwettkampfes, geht weiter. In der nächsten Runde des Schlagabtausches geht es um das Thema Tierschutz.

Im Rahmen der Generalversammlung der FEI vergangene Woche hat das Präsidium sich geeinigt, die Entscheidung pro Global Champions League der Belgischen Wettbewerbsbehörde (BCA) anzufechten. Ein Argument war dabei, dass bei nicht vom Weltreiterverband anerkannten Turnieren der Tierschutz und die Integrität des Sports nicht garantiert werden könnten. Während die Global Champions Tour selbst von der FEI-anerkannte Turniere sind, hat der Weltreiterverband der Global Champions League die Anerkennung verweigert.

FEI-Präsident Ingmar de Vos erklärte im Rahmen der Generalversammlung, bei nicht anerkannten Turnieren, die dementsprechend nicht dem FEI-Regelment unterworfen sind, könnten Tierschutz und sportliche Integrität nicht gewährleistet werden.

Ein Anwalt der Global Champions League (GCL), Fred van Lierop, hat dem Leiter der Rechtsabteilung der FEI einen Brief geschrieben, in dem er angab, dass die Kommentare zum Thema Tierschutz irreführend seien, da die Organisatoren sich verpflichten können, dem FEI-Reglement in Sachen Tierschutz und sportliche Integrität zu folgen oder sogar ein eigenes Regelwerk aufstellen können, welches dasselbe oder ein höheren Niveau hat.

„Anders als was sie die Öffentlichkeit glauben machen will, hat die FEI kein Monopol auf Tierschutz und sportliche Intergrität.“

Er führte weiter an, es habe bei noch keinem GCT Turnier einen Tierschutz- oder Dopingfall gegeben. „Dasselbe engagierte, professionelle und FEI-anerkannte Tierärzte-Team wird auch bei den Gobal Champions League-Turnier präsent sein.“

Außerdem stellte er fest, dass die GCL nicht gegen das FEI-Reglement als solches vorgegangen sei. Er wiederholte die Einladung an die FEI, selbst Kontrollen bei den GCL-Turnieren durchzuführen. Die GCL werde auch die Kosten tragen.

Die GCL sei anderer Meinung, wenn die FEI sagt, sie habe keine Berechtigung, Anti-Doping- und Medikationskontrollen bei von ihr nicht anerkannten Turnieren durchzuführen. Auch gebe es nichts, was FEI-registrierte Reiter und Pferdebesitzer vor Strafe schützt, wenn sie die FEI-Regeln nicht beachten, unabhängig davon, ob das Turnier, wo der Regelverstoß stattgefunden hat, ein FEI-anerkanntes Turnier war oder nicht.

Van Lierops Fazit: „Es gibt kein rechtliches oder praktisches Hindernis für die FEI, ihre Kontrollen auch auf Global Champions League-Turnieren durchzuführen. Das FEI-Präsidium hat hat im November 2015 betont, dass die FEI es als ihre Pflicht als regulierende Instanz des Sportes ansieht, das Wohlergehen der Pferde und die Integrität des Wettbewerbs zu schützen. Dies sei der Grund, warum man eine so feste Haltung gegen die Global Champions League einnehme. Angesichts unserer Einladung wird dieses Argument hinfällig. Sollte die FEI trotzdem entscheiden, ihrer Pflicht nicht nachzukommen und es verweigern, Kontrollen bei den Global Champions League-Turnieren durchzuführen, wäre der einzige Grund für die fortgesetzte Ablehnung der Global Champions League das eigene kommerzielle Interesse zu schützen.“

www.horsetalk.co.nz

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  1. TILL E.

    Hier muss man leider annehmen, dass das der Tierschutz als Argument der FEI tatsächlich nur vorgeschoben ist. Denn einerseits kann die Global Champions League tatsächlich eigene,strengere Regeln aufstellen ( ob sie das tut, bezweifle ich zwar, aber theoretisch ist es denkbar) und andererseits hat sich gerade die FEI in Sachen Tierschutz in den letzten Jahren einige Schnitzer geleistet und sollte erst einmal den eigenen Laden gründlich aufräumen. Meines Erachtens fürchtet die FEI einen Präzedenzfall dahingehend, dass im Prinzip nämlich in Zukunft jeder Turnierserien veranstalten kann und der FEI dahingehend ihre momentane Monopolstellung verloren geht.
    Und zu guter Letzt: Den Tierschutzgedanken hätte die FEI ja auch schon im ersten Gerichtsverfahren anführen können. Meines Wissens war das nicht der Fall.

    • Stefanie

      Jupp – in diesem Fall kann man Till E. nur zustimmen. Solange die FEI Distanz-Turnier im arabischen Raum nicht völlig reglementiert, bekommt der Ausdruck FEI fast schon so ein Geschmäckle wie FIFA….


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