Para-Silber für Deutschland

Freude über Silber: Hannelore Brenner

(© Julia Rau)

Die deutsche Para-Equipe hat in der Teamwertung Silber hinter Großbritannien gewonnen, Bronze ging an die dänischen Gastgeber. Bei aller Freude über die Medaille, klang auch etwas Wehmut an. Bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen sind die Paras nicht eingeplant.

Die Briten in dieser Disziplin zu schlagen, ist nahezu unmöglich. Para-Dressur hat prominente Fürsprecher, allen voran Prinzessin Anne. Entsprechend gut ist das Pferdmaterial, die Trainer, die Rundumbetreuung. Und genau das braucht man, will man auf dem Podium ganz oben stehen. Das ist der Sport mit Handicap nicht anders als der Regelsport. So schickt Großbritannien beispielsweise drei Reiter in Grade Ia und Ib an den Start. Hier wird nur Schritt, bzw. Schritt und Trab geritten. Der Clou: „Hat man hier ein Pferd mit einem guten Schritt, das beständig in der Anlehnung ist, kann man Punkte holen, die in den anderen Grades nahezu unmöglich zu erzielen sind“, sagt Hannelore Brenner, die heute ihre 14. Goldmedaille gewonnen hat. Deswegen kam die deutsche Equipe auch mit zwei Reiterinnen aus Grade I und verzichteten auf die Nominierung im Grade IV. Für Grade IV brauche man „gute S-Pferde, richtig gute“, sagt Hannelore Brenner, und was die kosten würden, wisse jeder. „Wir sind Amateure, da können wir uns die nicht leisten.“
Vier Reiter werden im Vorfeld als Teamreiter benannt, sie gehen in zwei Prüfungen an den Start, deren Ergebnisse addiert werden. Nach Abzug eines Streichergebnisses werden also insgesamt sechs Ritte für die Teammedaille gewertet. In der zweiten Prüfung wird außerdem schon der erste Medaillensatz für die Einzelwertung in den jeweiligen Grades verteilt. Am Sonntag gibt es Kür-Medaillen.
Mit der Goldmedaille von Hannelore Brenner in Grade III, einem guten Einstieg von Championats-Neuling Elke Philipp (5. in Grade Ia), sowie den beiden Medaillen von Angelika Trabert und Britta Näpel in Grade II wurde das Team Zweite, die Dänen hatten das Nachsehen – Platz drei.
Die Paras sind das erste Mal im Programm der Europameisterschaft eingebunden. „Das genießen wir“, sagt Angelika Trabert. Die Bedingungen seien toll, das Viereck aber nicht ganz einfach. „Da ist viel Unruhe, die Ordner sperren während der Ritte nicht ab, so dass die Leute auf die Tribüne kommen oder sie verlassen.“ Was das für die Konzentration der Pferde bedeutet, kann sich jeder ausmalen. „Wir wollen keine Sonderbehandlung,“ betont Trabert, „nur die gleichen Bedingungen wie im Regelsport“. Was alle Beteiligten bei aller Freude über das bisher in Dänemark erreichte traurig macht: In Aachen wird es 2015 keine Para-EM-Wettbewerbe geben, das haben die Organisatoren schon klar gemacht. „Die Skandinavier sind da wohl einfach ein Stück weiter als wir Deutschen,“ zuckt Aktivensprecherin Trabert die Schultern.

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