Studie zur pferdgestützten Therapie traumatisierter Soldaten beschlossen

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Im April 2019 trafen sich in der Parlamentarischen Gesellschaft des Deutschen Bundestages die damalige Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (2.v.li.) mit Dr. Bernd Mattiesen (Generalarzt der Bundeswehr, re.), Ina El Kobbia (Geschäftsführerin des DKThR) und Reinhold Sendker MdB. (© DKThR)

Ursula von der Leyen hatte sich bereits für eine Studie zum Einsatz der pferdgestützten Therapie bei im Einsatz traumatisierten Soldaten ausgesprochen. Nun hat ihre Amtsnachfolgerin, Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, dem ebenfalls zugestimmt.

Pferdgestützte Therapien können vielen Menschen helfen. Soldaten, die aus ihren Einsätzen traumatisiert zurückkommen, können nun hoffen, zukünftig auch auf diesem Weg Hilfe zu bekommen. Zumindest ist nun ein Forschungsvorhaben beschlossen worden, das in diese Richtung zielt.

Dass Therapien mit Pferden als Leistungen vom Gesundheits- und Sozialwesen, insbesondere den gesetzlichen Krankenkassen, unterstützt werden, ist ein Anliegen des Warendorfer Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker und der Geschäftsführerin des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten (DKThR), Ina El Kobbia. Wie das DKThR nun meldet, ist man mit diesem Ansatz „nun einen weiteren wesentlichen Schritt vorangekommen“. Demnach hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dem Abgeordneten Sendker mitgeteilt, sie habe ein Forschungsvorhaben zur „Wirksamkeit von adjuvanter pferdeunterstützter Intervention und Therapie bei Einsatzfolgestörungen von Soldaten“ in Auftrag gegeben.

Studien wie diese sind notwendig. Erst wenn Forschung eine wissenschaftliche Bestätigung der Datenlage dokumentieren kann, lässt sich der nächste Schritt angehen. Das wäre dann eine Rechtsgrundlage zu schaffen für die Übernahme der Kosten der pferdgestützten Psychotherapie.

Das Pferd als Psychotherapeut für Soldaten

Nach einem Einsatz in Krisenregionen leiden Soldaten häufig unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Diesen Menschen kann mittels der pferdgestützten Psychotherapie geholfen werden. Pilotstudien in Deutschland sowie Erkenntnisse aus Studien unter US-Soldaten haben den Erfolg des „Psychotherapeuten Pferd“ bereits unter Beweis stellen können.

Die Initiative, die auch den Abgeordneten Pascal Kober – Mensch des Monats in der September-Ausgabe des St.GEORG – zu ihren Fürsprechern zählt, hatte Anfang des Jahres mit der damaligen Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen gesprochen. Sie hatte schon im Frühjahr die Durchführung einer erforderlichen Studie zugesagt. Die nun von Annegret Kramp-Karrenbauer unterstützte Studie ist seit 2009/2010 die nunmehr vierte umfangreiche wissenschaftliche Studie in der pferdgestützten Psychotherapie. Erfolgreich abgeschlossene Studien betreffen bislang die pferdgestützte Physiotherapie (Hippotherapie (DKThR). Dieser Ergebnisse sind auch schon international publiziert.

„Wir sind über die beachtlich zunehmende Resonanz darin bestärkt, dass die von Fachkräften des Sozial- und Gesundheitswesens durchgeführte zertifizierte pferdgestützte Therapie rechtlich verankert werden sollte“, resümiert Verbandsgeschäftsführerin El Kobbia.

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