Uno Donna Unique Millionendeal mit Nebenkosten

Beim Verkauf von Donna Unique lief einiges schief.

Uno Donna Unique unter Patrik Kittel. (© Julia Rau)

Wie horsesinternational.com berichtet, soll Dressurreiter Andreas Helgstrand (DEN) sich bei dem Verkauf der einstigen Dressurpferdeweltmeisterin Donna Unique an das Ehepaar Arlette und Jasper Kohl im Januar 2012 900.000 Euro in die eigene Tasche gesteckt haben, ohne dass Mitbesitzerin Joan Andreasen davon wusste.

Andreasen vom Gestüt Uno hat Donna Unique v. Don Schufro-Falkland gezogen. Andreas Helgstrand hat sie reiterlich gefördert und 2010 zur Weltmeisterin der jungen Dressurpferde in Verden gemacht. Ein Ausnahmetalent, auf welches Helgstrands Freund und Dressurreiterkollege Patrik Kittel (SWE) aufmerksam wurde. Kittel überzeugte seine damaligen Sponsoren, das Ehepaar Arlette Jasper-Kohl und Edwin Kohl (Kohlpharma), die Stute für ihn zu kaufen. Sie sollte sein Olympiapferd für Rio 2016 werden. 2,7 Millionen Euro legten die Kohls für das Ausnahmetalent angeblich auf den Tisch, das damals Helgstrand und der Züchterin Joan Andreasen gemeinsam gehörte.

Gegenüber der Mitbesitzerin hat Helgstrand laut Recherchen von horses.nl aber angegeben, dass das Pferd lediglich für 1,8 Millionen verkauft worden sei. Er habe Donna Uniques Mitbesitzerin also 900.000 Euro unterschlagen. Das sei nur möglich gewesen, weil er hanebüchene Ausreden erfand, um Joan Andreasen den Kaufvertrag nicht zeigen zu müssen. Doch die Höhe der Anwaltsrechnung für das Aufsetzen des Vertrages – ausgehend von der höheren Verkaufssumme – machte die Züchterin misstrauisch, und ihre eigenen Nachforschungen bestätigten: Sie war betrogen worden.

Sie drohte dem Championatsreiter, ihn anzuzeigen. Daraufhin bekam sie 450.000 Euro, die Hälfte der unterschlagenen 900.000. Später konnte Helgstrand sie überzeugen, dass es fair sei, Patrik Kittel 500.000 Euro Provision für die Verkaufsvermittlung zu zahlen, 250.000 von beiden Parteien.

Kittel schrieb eine Rechnung über 250.000 Euro, die jedoch unvollständig war in Bezug auf welches Pferd er die Provision verlangte. Weitere Recherchen seitens Andreasen ergaben, dass nur sie 250.000 Euro an Kittel zahlen sollte, Helgstrand hingegen nicht. Betrogen wurde an dieser Stelle nicht nur Donna Uniques einstige Mitbesitzerin, sondern auch das Ehepaar Kohl, das von der Kommission für Kittel nichts wusste.

Das Ehepaar Kohl wollte sich nicht äußern zu der Angelegenheit. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatten sich die Wege von Kittel und den Kohls getrennt – in gegenseitigem Einvernehmen, hieß es damals.

Andreas Helgstrand habe die Frage nicht beantwortet, ob ursprünglich vereinbart gewesen war, dass Patrik Kittel die Hälfte der zurückgehaltenen 900.000 Euro bekommt. Er sagte aber in einem Statement seines Unternehmens: „Helgstrand Dressage A/S handelt täglich auf hohem Niveau mit vielen einheimischen und internationalen Reitern, Züchtern und Pferdebesitzern. Wir sind stolz darauf, dass wir unsere Geschäftspartner mit Vertraulichkeit in Hinblick auf alle finanziellen Aspekte behandeln.“ So sei es auch im Falle Donna Uniques geschehen. Jeder Aspekt des letztendlichen Deals sei von schriftlichen Vereinbarungen abgedeckt gewesen, die durch die eigenen Anwälte der beteiligten Parteien ausgehandelt worden waren. „Helgstrand Dressage respektiert und erfüllt diese Vereinbarungen.“

Patrik Kittel sieht keinerlei Schuld in seinem Tun. Er sagt: „Ich nehme die Integrität nicht nur meiner eigenen Person, sondern aller am Verkauf eines Pferdes beteiligten Parteien sehr ernst. Ich habe zahllose Pferde während meiner Karriere verkauft und immer integer und aufrichtig gehandelt. Diese Situation war nicht anders und wird es auch nicht sein.“ Kittel meint auch, das Pferd, welches er im Januar 2012 noch als seine Olympiahoffnung für Rio 2016 bezeichnet hatte, sei gar nicht für ihn gekauft worden, sondern Arlette Jasper-Kohl habe es für sich selbst haben wollen. Sie habe ein erfolgreiches Pferd gekauft und für Frau Andreasen sei der Verkauf profitabel gewesen. So sei der Verkauf von Donna Unique von Vorteil für alte und neue Besitzer gleichermaßen gewesen. „Die Besitzer haben das Pferd verkauft, Frau Jasper-Kohl hat ein Top-Pferd erworben. Wo also ist das Problem?“

Mit freundlicher Genehmigung von Horsesinternational.com.

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