Der neue Berufsreiterchampion Springen heißt Thomas Brandt

Berufsreiterchampions Springen 2020 Kopie

Berufsreiterchampion der Springreiter, Thomas Brandt, sowie die Zweitplatzierten Hendrik Dowe (li.) und Tim Rieskamp Goedeking (© RV Bad Oeynhausen)

Pferdewirtschaftsmeister Thomas Brandt war schon einige Male in Bad Oeynhausen im Berufsreiterchampionat am Start. Nun hat es geklappt mit der Finalteilnahme – und nicht nur das.

In Bad Oeynhausen wurde unter Corona-Bedingungen und ohne Zuschauer das Deutsche Championat der Berufsreiter Springen ausgetragen. Traditionell findet das Event eigentlich im April statt, dieses Jahr wurde es aufgrund der Pandemie in den September verschoben.

Als einziger Teilnehmer des Finales gelang es Thomas Brandt nicht nur auf seinem eigenen Pferd – der französischen Stute Deliah de Semilly –, eine fehlerfreie Runde abzuliefern, sondern auch auf den Pferden seiner Kollegen Hendrik Dowe und Tim Rieskamp Goedeking, Global Clockwise und Coldplay. Damit hat der 52-jährige Routinier Thomas Brandt, der im Landgestüt Celle seine Lehre absolviert hat und einen Ausbildungsstall in Winsen/Aller betreibt, seine erste Finalteilnahme beim Berufsreiterchampionat direkt in einen Sieg umgemünzt.
Und das, obwohl er sich tags zuvor noch die Adduktoren im linken Oberschenkel gezerrt hatte und nur unter Schmerzen die Sprünge überwinden konnte.

Den Platz in Bad Oeynhausen kennt Thomas Brandt übrigens ziemlich gut. 1986 gewann er als junger Reiter den Großen Preis bei strömenden Regen und ist seitdem regelmäßig zu Gast im Sielpark – heute bei leichtem Nieselregen. „Heute sollte es so sein“, freute sich der Sieger bescheiden. „Es ist nur schade, dass wir ohne Publikum reiten mussten – dafür leben und reiten wir eigentlich. Aber wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken und sind dankbar, dass der Sport aufrecht erhalten wird.“
Deliah de Semilly machte es Thomas Brandts Mitstreitern nicht ganz so leicht. Der neunjährigen Stute fehlte in Runde zwei und drei die letzte Energie und so machte sie sowohl mit Hendrik Dowe als auch mit Tim-Rieskamp Goedeking einen Fehler.

Jüngster Reiter auf jüngstem Pferd

Hendrik Dowe, mit 30 Jahren der Jüngste im Bunde und erfahrener Bundeschampionatsreiter, war mit dem Hannoveraner Global Clockwise v. Catoki nachgerückt, weil der ursprünglich qualifizierte Michael Symmangk sein Pferd wegen Lahmheit zurückziehen musste. Für den Pferdewirtschaftsmeister von der Hengsthaltung Dowe in Heiden (NRW) die erste Finalteilnahme, die mit der Silbermedaille belohnt wurde. Sein achtjähriger Wallach war das jüngste Pferd im Starterfeld. Er leistete sich keinen einzigen Fehler und wurde als bestes Finalpferd ausgezeichnet.

Silber mal zwei

Die zweite Silbermedaille und Auszeichnung als bestes Finalpferd gab es für den 37-jährigen Tim Rieskamp Goedeking mit Coldplay v. Chacco-Blue. Der westfälische Hengst machte ebenfalls unter keinem der drei Starter einen Fehler. Profi Tim Rieskamp Goedeking war der routinierteste Reiter in dem Finale mit Pferdewechsel, bei dem die Reiter mit ihren eigenen Pferden und denen der anderen beiden Finalteilnehmer einen S**-Parcours absolvieren müssen. Jeder Reiter hat fünf Minuten Vorbereitungszeit auf den Fremdpferden und darf zwei jeweils zwei Steilsprünge und Oxer springen. Tim Rieskamp Goedeking konnte das Finale schon zweimal gewinnen (2006 und 2007) und belegte einmal den zweiten Platz.

BBR-Präsident Burkhard Jung ehrte die Finalreiter und dankte den Veranstaltern, dass sie dem Sport und den Berufsreitern trotz der Corona-Pandemie eine Bühne geboten haben. „Ein ganz besonderes Championat hat hier glücklicherweise bei widrigen Umständen stattfinden können. Thomas Brandt kann verdient als Champion nach Hause fahren. Ein Champion, der  schon lange einen sehr, sehr guten Job macht und einen soliden Ausbildungsbetrieb führt.“

Die Ergebnisse aus Bad Oeynhausen finden Sie hier.

 

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