Ahlmann: Ich dachte, es wäre nur ein Pflegemittel

In einer Pressekonferenz wies Christian Ahlmann die Dopingvorwürfe zurück

Der des Dopings beschuldigte deutsche Springreiter Christian Ahlmann trat drei Tage nach seiner überstürzten Abreise in einem Hotel in seinem Heimatort Marl vor die Presse. Dabei zeigte er sich überrascht über den positiven Befund.  Er kündigte an, gegen die weltweite Sperre der FEI vorzugehen. Beraten wird er von dem in Dopingfällen versierten Schweizer Rechtsanwalt Ulf Walz.

Wie auch Lynch und Alves stritt Ahlmann ab, die Salbe auf die Beine zur Hypersensibilisierung  aufgetragen zu haben. Cöster sei lediglich seit seinem Hexenschuss im Frühjahr 2008 regelmäßig mit der Salbe eingerieben worden. Auch beim CHIO Aachen habe er Equi-Block angewendet, sein Pferd sei mehrfach getestet worden, immer mit negativem Ergebnis. Es habe sich in seinen Augen um ein Pflegemittel gehandelt, deswegen habe er keine Notwendigkeit gesehen, den Mannschaftstierarzt Dr. Björn Nolting von der Salbe zu informieren.

Ahlmann wies auch auf die Kontrollen in Hongkong hin. Tatsächlich wurden bei allen Springpferden die Bandagen nach dem Ritt kontrolliert, die Haut auf Verletzungen oder andere Veränderungen untersucht. Dabei hätten sich keine Auffälligkeiten ergeben, hatte der FEI-Tierarzt Paul Farrington vor der Presse in Hongkong erklärt.

An welcher Stelle des Körpers die Capsaicin-haltige Salbe angewendet worden, ist, was die Folgen für die Reiter angeht, sehr wichtig. Wurde die verbotene Salbe tatsächlich zur besseren Durchblutung der Muskulatur aufgetragen, handelt es sich um verbotene Medikation Klasse A, sollten den Pferden damit hingegen heiße Füße gemacht werden, wäre das nicht nur ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, sondern Doping mit all seinen Folgen, etwa einer Sperre für die nächsten Olympischen Spiele. Da das Mittel nicht an einer bestimmten Körperstelle gefunden wurde, sondern in Blut- beziehungsweise Urinproben, wird Doping schwer nachzuweisen sein. Damit steht auch in Frage, ob der Ausschluss Ahlmanns aus dem A-Kader gerechtfertigt wäre, – Beerbaum wurde nach seinem Athen-Desaster nicht ausgeschlossen – und ob die vom Vorsitzenden des Deutschen Sportbundes Vesper in den Raum gestellte Forderung, von Ahlmann die Kosten des Olympiaauftrittes zurückzufordern, inclusive Pferdetransport ein fünfstelliger Betrag, durchsetzbar ist. Die Transportkosten wurden ohnehin vom Pekinger Organisationskomitee Bocog getragen.

Die Sache ist also noch lange nicht ausgestanden. Außer den Anwälten gibt es bisher nur Verlierer und einen großen Scherbenhaufen namens Springsport.