Die ersten Youngster-Sieger auf dem Schafhof: Deep Purple und Matchball

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Déjà-vu: Matchball und Steffi Wolf sicherten sich nach der Einlaufprüfung auch die eigentliche Qualifikation für den Louisdor-Preis und sind nun in Frankfurt dabei. Und das voll verdient! (© Lafrentz)

Heute hatte zunächst der vierbeinige Nachwuchs das Sagen beim CDI4* auf dem Gestüt Schafhof in den jeweiligen Auftaktprüfungen zu Nürnberger Burg-Pokal und Louisdor-Preis.

Für die Youngster auf Grand Prix-Niveau, für die es morgen um die Tickets zum Louisdor-Preis geht, stand heute zunächst die Intermédiaire II auf dem Programm. Gleich das erste Paar auf dem Viereck waren Stefanie Wolf und der zehnjährige Oldenburger Matchball. Die beiden waren dreimal Finalisten der Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde und auch beim Nürnberger Burg-Pokal. Dass der Millennium-Sohn außergewöhnliches Potenzial hat, war schon fünfjährig erkennbar. Und schon damals überzeugte das Paar mit schöner Anlehnung und feiner Harmonie. Daran hat sich nichts geändert, nur der Rahmen.

Sie begannen heute mit einer ganz starken Trabtour mit wunderbaren Traversalverschiebungen. Der starke Motor, den der Rappe schon immer hatte, hilft ihm nun auch den Lektionen höchster Versammlung. In den Passagen kommt er wunderbar vom Boden, schwankt allerdings noch. Die erste Piaffe ohne Anlehnung an die Bande schien noch eine Herausforderung zu sein in Sachen Balance, die zweite auf dem Hufschlag bei A war schon wesentlich besser und man sieht, dass Matchball Talent für diese doppelt zählende Lektion hat. In den letzten Tritten fand er seinen Takt und kam dann auch gut raus in die Passage.

Im Schritt marschierte er schon immer groß los, heute ebenso und ließ sich danach gut zurückführen. Auch die Galopptour gelang. Die Pirouetten können eines Tages ein echtes Highlight werden, waren heute noch eine Spur zu groß. Die Serienwechsel gelangen losgelassen und mit weitem Durchsprung in gewünschter Bergauftendenz, allerdings auch hier noch etwas schwankend. Alles in allem noch Unsicherheiten erkennbar, aber ein Pferd, das absolut auf dem richtigen Weg ist. Fanden wohl auch die Richter: 75,263 Prozent, ein Ergebnis, an das der Rest des Feldes nicht mal annähernd herankam.

Zweiter wurde mit 71,158 Prozent der Österreicher Christian Reisch im Sattel des ebenfalls zehnjährigen Hannoveraner Quaterhall-Sohnes Qattani, gefolgt von dem Münchener Rudolf Widmann auf einem alten Bekannten, dem Oldenburger Hengst Ferrari v. Foundation, der einst Silber bei der WM der Fünfjährigen unter Andreas Helgstrand gewann und von diesem dann auch bis Grand Prix ausgebildet wurde, ehe er zur Widmann ging (70,711).

Wie Helgstrands Toppferd Jovian, der ja noch zwei Jahre jünger ist als Ferrari, beeindruckt auch dieser Foundation-Sohn mit seinem Trabablauf, den er zumindest potenziell auch in die Passage mitzunehmen in der Lage ist. In der Piaffe allerdings neigt er wie auch Jovian dazu, sich der höchsten Versammlung zu entziehen, indem er vorne stützt und die Hinterbeine eher hochzieht, statt unter den Schwerpunkt zu fußen, abzufedern und die Bewegung durch den Körper mitzunehmen. Was die beiden heute aber die meisten Punkte gekostet hat, waren Fehler in den Serienwechseln.

Burg-Pokal

Die Qualifikation zur eigentlichen Finalqualifikation des Nürnberger Burg-Pokals ging an ein Pferd, dem der Schafhof bestens vertraut ist: an den erst siebenjährigen Oldenburger De Niro-Sohn Deep Purple, der hier in Kronberg zur Welt kam. Geritten wird er inzwischen von der Schweizerin Jasmine Sanche-Burger, die ja seinerzeit auch einen Unee BB auf Rang drei im Finale des Burg-Pokals vorgestellt hatte. Deep Purple war heute sicherlich nicht das spektakulärste Pferd der Prüfung, aber dafür das losgelassenste und korrekteste. Sanche-Burger hatte den Rappen stets in passendem Rahmen bei feiner Anlehnung, zeigte einen fleißigen, zwanglosen Schritt, sowohl auf der Diagonale im starken Schritt als auch in der versammelten Reprise mit den beiden Schrittpirouetten. Super ausbalancierte und schon sehr kleine Galopppirouetten zählten zu den weiteren Höhepunkten der Aufgabe, die in Summe mit 73,195 Prozent belohnt wurde. Das war heute das beste Ergebnis.

Zweiter wurde der von Dorothee Schneider vorgestellte Hannoveraner Quaterline v. Quaterback vom Gestüt Pramwaldhof mit 71,512 Prozent. Man hatte ein wenig den Eindruck, dass Quaterline seinen ganzen Mut zusammengenommen hat, denn die kurze Seite bei C mit den Richterhäuschen war ihm sichtlich nicht geheuer. Aber er vertraute seiner Reiterin und ließ sich durch die Aufgabe führen. Es gab ein paar Störungen, aber das Potenzial war klar zu erkennen. Da darf man gespannt sein, wie sich Quaterline morgen beim zweiten Mal auf dem Viereck präsentiert.

Der Reiter auf Rang drei hatte eine kurze Anreise: Thomas Wagner aus Bad Homburg und der ebenfalls neunjährige Hannoveraner Wynton’s Son v. Wynton. Mit 71,219 Prozent waren sie Schneider und Quaterline dicht auf den Fersen.

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