DRESSUR – Kristina Sprehe führt mit fünf Prozent nach erstem Viertel des Starterfeldes

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(© Pauline von Hardenberg)

Das war super! Kristina Sprehe hat sich mit einem vorzüglichen Ritt an die Spitze des Feldes gesetzt.

Einen Bilderbuchritt hat Kristina Sprehe hingelegt. Es war Harmonie pur, lediglich vor der ersten Piaffe schwankte Desperados ein wenig hin und her und begann dann etwas spät zu piaffieren. Aber Kristina Sprehe focht das nicht weiter an, sie gab dem Hannoveraner mit ihrem Sitz von oben die notwendige Ruhe, so dass er sich sortierte und dann ein Lektionshighlight nach dem anderen präsentierte. Tolle fliegende Galoppwechsel, beide sehr gut eingeteilt. Ausdruckstarke Passagen, ein guter starker Schritt, Traversalen im Trab und Galopp mit sicherer Stellung und Biegung ein gut gymnastiziertes Pferd mit einer kaum sichtbar einwirkenden Reiterin, die zwischenzeitlich auch noch kurz einmal ihr Pferd anerkennend lobt. 78,814 Prozent standen am Ende unterm Protokoll, der britische Chefrichter Stephen Clarke vergab 80,4 Prozent, die Kanadierin Elizabeth Mc Mullen lediglich 75,6 Prozent. Fünf der sieben Richter schätzten den Ritt mit 79 Prozent oder besser ein.

Kristina Sprehe war gut zufrieden mit ihrem Ritt, das Stadion habe Desperados nicht beeindruckt, wo er doch in der ersten Prüfung manchmal noch etwas nervös sein könnte. Er ließ sich toll reiten, sagt Kristina Sprehe und bekommt Rückendeckung von einer äußerst zufriedenen Bundestrainerin Monica Theodorescu: Der Hengst stand toll an den Hilfen. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Beide, Tina und Fabi, haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Frisch vorwärts reiten, aber dennoch sicher.

Die beiden deutschen Reiterinnen liegen nach dem Vormittag und insgesamt 25 Reitern, dem Viertel des Starterfeldes, deutlich in Front.

Dritter ist der erste Mannschaftsreiter für die Equipe der Niederlande, Diederik van Silfhout mit dem Ferro-Enkel Arlando. Der sehr schicke gekörte Hengst zeigte mit seinem hochaufgeschossenem Reiter vor allem eines: sehr akzentuierte Passagen.

Er kam etwas zögerlich aus dem Rückwärtsrichten in den versammelten Trab, im starken Schritt war, wenn überhaupt, ein Übertritt von einer Drittel Hufbreite zu erkennen. In den Galopptraversalen und Pirouetten hätte man sich etwas mehr Biegung gewünscht. Die fliegenden Galoppwechsel waren sicher. In der gesamten Prüfung hatte Arlando die Nase vor der Senkrechten. Darauf scheint Wim Ernes, der seit 2012 niederländischer Bundestrainer ist, wohl wert zu legen. Das Paar bekam 73,414 Prozent, wobei die 77,1 Prozent von der französischen Richterin Isabelle Judet die mit Abstand höchste Note war.

Vierter ist derzeit der Spanier José Antonio Garcia Mena, der bei strömendem Regen ins Viereck musste, sich aber den Optimismus dennoch nicht nehmen ließ und sich am Ende mit Hutwinken und dieser gewissen spanischen Olé-Attitude bei seinem spanischen Fans bedankte. In den Einerwechseln wurde sein Schimmel reichlich eng, aber in den lebhaften Piaffen wusste Norte Lovera dann zu punkten. Leider gelangen die Übergänge zwischen Piaffe und Passagen nicht so schön. Er kam auf 72,414 Prozent und liegt damit vor der in Florida lebenden Dänin Mikala Münter Gundersen (70,271), Finalistin im deutschen Dressurderby in diesem Jahr, ritt mit My Lady als erste für das dänische Team. In Dänemark gab es viele Probleme im Vorfeld der WEG. Zwei Pferde fielen aus gesundheitlichen Gründen aus und Andreas Helgstrand sorgte nicht durch sportliche Leistungen für Schlagzeilen, sondern durch dubiose Pferdedeals und den Vorwurf der Tiequälerei. Deswegen wurde kurzerhand der im vergangenen Jahr mit viel Pomp bei den Europameisterschaften in Herning aus dem Championatssport verabschiedete Digby von Prinzessin Nathalie zu Sayn-Wittgensteinreaktiviert worden. Er geht morgen.

Im vergangenen Jahr gingen der Stute Stenkjers Nadonna im Stadion von Herning die Nerven durch und ihr Reiter, der Brite Gareth Hughes, war kaum mehr als ein Beifahrer. Heute ging es besser, zwar ohne nennenswerte Höhepunkte, aber eine sichere Runde fürs britische Team mit 69,714 Prozent, Platz sieben. Vor ihm rangiert der Belgier Jeroen Devroe mit Eres (70,214).