Kommentar: Hanebüchen! Richten Nürnberger Burg-Pokal in Mannheim

MANNHEIM – Maimarkt-Turnier 2021

Mannheim Maimarkt-Turnier 2021, Ann-Christin Wienkamp und Finley WIENKAMP Ann-Christin (GER), Finley Finalqualifikation zum NÜRNBERGER BURG-POKAL 2021 CDN - Nat. Dressurprüfung Kl. S* St. Georg Special Mannheim, Maimarkt 30. April 2021 © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Was war das? Wer die Finalqualifikation für das Finale im Nürnberger Burg-Pokal auf ClipMyHorse gesehen hat, der konnte sich nur wundern! Das findet St.GEORG-Chefredakteur Jan Tönjes und gibt in seinem Kommentar der Zweitplatzierten Ann-Christin Wienkamp Tipps für die Zukunft.

Vermutlich ist da eine Maske verrutscht, nach oben, über die Augen. Und dieses Malheur ist wohl in mehr als nur einem der fünf Richterhäuschen passiert bei der Finalqualifikation für den Nürnberger Burg-Pokal 2021. Die Leidtragende heißt Ann-Christin Wienkamp. Ihr größter Fehler: Reelles Reiten, Durchlässigkeit, ein Pferd durch gymnastizierende Arbeit formen, schöner machen. Selbst wenn Mutter Natur an einigen Stellen ein paar Zusatzaufgaben in den Pferdekörper eingebaut hat.

Ein weiterer Fehler von Ann-Christin Wienkamp: Es macht den Eindruck, als würde sie Wert auf ein aktives Hinterbein legen, das seine Kraft und den Schub über einen schwingenden Rücken nach vorne gibt. So dass das Pferd sich selbst trägt. So dass handunabhängiges Reiten, wie es doch eigentlich das Lehrbuch fordert, zum guten Gesamtbild beiträgt. Da muss man sagen, liebe Ann-Christin – gut gedacht, aber leider passt das nicht mehr in die Zeit. Hinterbeine, wo möglich noch solche, die abfußen und tragen, liegen gerade nicht mehr so hoch im Kurs. Tragkraft, ehrliche Kadenz – Hand aufs Herz, das ist doch schwierig zu erarbeiten, das wollen wir mal lieber nicht überbewerten. Und dann machst du dir auch noch Mühe, in den starken Tempi Rahmenerweiterung zu zeigen. Entschuldigung, wie Old School ist das denn bitte? Wenn du das nächste Mal in ein Viereck reitest, dann mache es doch bitte so, wie du es nicht gelernt hast. Es steht zu befürchten, dass das mehr Punkte gibt.

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  1. Heide Scheffler

    Jan ich liebe deinen Sarkasmus – anhand eines bedauernswerten Beispiels offenbart sich die gesamte Misere im Dressursport – leider ist das kein Einzelfall – und dann wundert man sich wenn der Sport verschrien wird – da stellt sich nur die Frage: liegt es an der Richterausbildung? ( wie kann es sein das jemand S und GP richten darf , der selber man gerade im L und M Bereich leidlich unterwegs war- 5* S richten darf , der nicht einmal über L das Ziel sah) oder sind hier Lobby-Richter am Werk – wie sagte einmal ein namhafter Reiter : Wer am Glücksspiel im Viereck teilnimmt muss mit Verlusten rechnen

  2. Jessi Landis

    Das zeichnet sich alles schon seit Jahren im Basisport ab. Schon in den tiefen Programmen wollen Richter lieber aufgehänkte Giraffen mit runtergezogenen Köpfen, durchhängenden Rücken und einer steifen Hinterhand sehen, als junge Pferde die sauber ausgebildet werden. Wie oft sieht man Pferde, die nicht mal mehr einen sauberen 4 tackt Schitt gehen können, so überspannt sind die armen Tiere. Aber der Schritt scheint ja sowieso nicht so wichtig zu sein. Meiner Meinung nach, ist es nicht zwingend notwendig, dass ein Richter selber bis in die höchsten Prüfungen geritten sein muss. Auch jemand der selber nicht reitet, kann sein Auge schulen und lernen worum es geht. Bzw. eben gehen sollte. Nur sitzen da leider noch immer viel zu viele Personen, die da eben nicht im Häuschen sitzen sollten. Wann findet endlich das grosse Umdenken auch im Sport statt?

  3. Miek

    I understand the sarcasme and agree with the writer of the article, it’s a shame that the kind of „modern riding….?????“ is popular, I didn’t see all the tests, but I’d rather bring my horse to Frau Wienkamp.

  4. Christian

    Es wird zu Hause geübt, was auf dem Turnier verangt wird!

    Die FN, welche die Richter in nationalen Prüfungen ausbildet, prüft und die Richtlinien vorgibt, könnte theoretisch die Entwicklung der Reiterei relativ simpel und kurzfristig steuern. Wenn so gerichtet wird, wie es in den von der FN herausgegeben Richtlinien zum Reiten und Fahren formuliert wird, wären solche Fälle die Ausnahme. Es wirkt schon ein wenig schizophren, wenn einerseits die Initiative „Besser Reiten“ durchs Land tourt andererseits aber wenig harmonische Ritte auf dem Turnier die vorderen Plätze belegen.

    Gebt den Richtern vor, das gutes Reiten belohnt wird!

  5. Tanja Neff

    Tragisch ist aber auch, dass selbst in dieser Zeitschrift, eben dann an anderer Stelle und in anderem Zusammenhang, unkommentiert über die Ritte von beispielsweise Edward Gal und dessen hohe Wertnoten berichtet wird. Auch sein jüngster Erfolg mit über 80 % war ein spanniger und strampelnder Ritt durch die Prüfung. Was da dann gezeigt wird, macht eben Schule, weil es Erfolg verspricht.


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