Horses & Dreams in Hagen: Steigen kostete den Sieg von Matthias Rath mit Sterntaler

Schade – nach einem super Ritt misslang die letzte Piaffe von Sterntaler

Der erste Freiluftauftritt von Matthias Rath mit Sterntaler sollte eigentlich Maßstäbe setzen und Kritiker verstummen lassen – doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… der mit Spannung erwartete Grand Prix endete für Matthias Rath und seinen 14-jährigen Oldeburger Sion-Sohn Sterntaler mit einem ungewollten Sprung in die Höhe: Wie schon in einigen Prüfungen im Vorjahr hat Sterntaler auch diesmal die letzte Piaffe bei X verweigert und ist gestiegen.

Dabei hatte alles so schön angefangen, nach der Trabtour und den ersten Piaffe-Passage-Übergängen fand sich das Paar bei einem Trend von knapp 78 Prozent wieder. Höhepunkte waren die toll durch den Körper gehenden Verstärkungen. In der Galopptour störten der pinselnde Schweif des Dunkelbraunen die ansonsten sauberen Ausführungen. Am Ende fiel die Note durch den Ungehorsam auf der Mittellinie bei der letzten Piaffe auf 71,574 Prozent und kostete das Paar den schon als fast sicher angesehenen Sieg.

Mit gut einem Prozentpunkt Vorsprung konnte so die Engländerin Laura Bechtolsheimer den Sieg im Grand Prix für sich einstreichen (72,681). Da war noch Luft nach oben – nach ihren Stärken, den sehr ausdrucksvollen Verstärkungen und Piaffen, die eine Augenweide waren, lag sie im Trend bei mehr als 75 Prozent, konnte diese hohe Note aber nicht durch die Galopptour halten. Zu groß ist die Galoppade von dem 14-jährigen Fuchswallach v. Michelino, die die Einteilung der Wechsel und Zick-Zack-Traversalen für die Reiterin schwierig machten – und damit unsaubere Ergebnisse erzeugten.

Auch der Auftritt von Elvis unter Nadine Capellmann wurde kritisch beäugt. Die Rückkehr zu Klaus Balkenhol war wohl die richtige Entscheidung, so jedenfalls das Fazit noch auf dem Abreiteplatz, wo sich der 13-jährige Hannoveraner locker präsentierte. Die Losgelassenheit konnte Capellmann aber nur bedingt mit in die Prüfung mitnehmen, der Wallach wirkte bei einigen versammelten Lektionen wie den Traversalen und ganz besonders in der Piaffe klemmig und blieb hinter den Hilfen der Reiterin zurück, auch sein nur stellenweise geöffnetes Maul störte das Bild. Zwar absolvierte Elvis die Lektionen fehlerfrei, aber eben nicht spannungsfrei – Rang drei (70,596).

Nur einem weiteren Paar gelang der Sprung über die 70-Prozent-Hürde, nämlich dem Schweden Patrick Kittel mit dem zehnjährigen KWPN-Hengst Scandic (70,383).

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