CHIO Aachen: Deutsche Fahrer haben noch Luft nach oben

In der ersten Wertungsprüfung fuhren die Vierspännerfahrer in Aachen für die Einzelwertung. Sieger wurde wie im Vorjahr der US-Amerikaner Chester Weber mit 35,67 Punkten. Damit stand er deutlich vor dem amtierenden Weltmeister Boyd Exell (AUS), der mit 40,47 Punkten Zweiter wurde. Die deutschen Teilnehmer konnten nicht alle Erwartungen erfüllen.

Unstrittig dieses Richterurteil, Webers vier KWPN- Pferde präsentierten sich in großer Losgelassenheit, dynamisch und bestens gymnastiziert. Die Vorstellung glänzte mit Höhepunkten in den Übergängen und veranlasste die Richter an diesem Tag Weber einstimmig zum Sieger zu erklären. Nicht immer waren sie sich so einig, der deutsche Richter Klaus Christ sah Boyd Exell nur auf Platz sieben in dem 25 Teilnehmer starken Fahrerfeld. An dritter und vierter Stelle landeten mit Theo Timmermann (41,60 Punkte) und Isbrand Chardon (44,44 Punkte) zwei Niederländer, bester deutscher Teilnehmer war Georg von Stein (Modautal) auf Platz fünf. Seine Vorstellung war mit 47,53 Minuspunkten recht streng bewertet im Vergleich zu Isbrand Chardon, der zwar fehlerlos, aber ohne Höhepunkte seine Aufgabe absolviert hatte. Glatte 48 Punkte standen als Ergebnis für den alten und neuen Deutschen Meister Christoph Sandmann (Lähden) fest, siebter Platz. Enttäuscht war die Schleswig-Holsteinerin Mareike Harm über ihren Auftritt, ihren Pferden fehlte die erwünschte Ruhe und Losgelassenheit, zahlreiche Taktfehler im Schritt waren die Folge, das Ergebnis lag mit 56,47 Punkte weit hinter den Erwartungen und Möglichkeiten.

Diese drei Fahrer werden am Donnerstag für das deutsche Team starten, wenn  in der ersten Wertungsprüfung zum Nationenpreis gefahren wird. Mit Rainer Duen (58,90 Punkte) und Michael Brauchle (60,03 Punkte) gingen zwei weitere Einzelfahrer an den Start, die in Aachen zusätzlich zu den Teamfahrern starten dürfen. Duen muss erst wieder Tritt fassen in der Weltspitze, Brauchle ist eher der Marathonspezialist denn der große Künstler auf dem Dressurviereck. Beide können aber sicher deutlich bessere Vorstellungen liefern als in der ersten Wertungsprüfung in Aachen.

Insgesamt kein Tag zum Jubeln im deutschen Fahrerlager, aber die berechtigte Hoffnung mit einer guten Mannschaftsleistung erfolgreich zu sein. Befindet sich doch Bundestrainer Karl-Heinz Geiger in der im Vergleich zu anderen Ländern komfortablen Situation noch unter mehreren Fahrern selektieren zu können. Neben den oben genannten stehen noch Einzelfahrer zur Verfügung, die auch gut und gern in Aachen fahren könnten, es in den vergangenen Jahren auch bewiesen haben, derzeit aber nicht in Bestform sind. In anderen Ländern, sieht man mal von den Niederlanden ab, ist die Auswahl erheblich geringer, dort hat man Mühe, ein Team zusammenstellen zu können.

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