Ministerium bestätigt: Ponyfohlen in Niedersachsen von Wolf getötet

Wolf

(© www.st-georg.de)

Vor etwa 150 Jahren waren die Wölfe in Deutschland durch die intensive Jagd auf die Raubtiere ausgerottet. Inzwischen sind sie zurück – und machen Jagd auf andere. Erstmals ist nun auch in Niedersachen ein Fohlen vom Wolf getötet worden.

Das Umweltministerium des Landes Niedersachsen hat es amtlich bestätigt: In Stöcken (Heidekreis) ist ein Shetlandpony-Fohlen vom Wolf gerissen werden. Am Mittwochmorgen entdeckten die Besitzer den Kadaver des Fohlens auf der Weide neben seiner Mutter. Die traumatisierte Stute ist ebenfalls von dem Wolf verletzt worden. Durch die amtliche Bestätigung des Vorfalls hat die Familie nun Anspruch auf eine sogenannte Billigkeitsleistung. Das sei bei weitem nicht ausreichend, befindet die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN).

Appell an die Politik

Daher fordert die FN die Politik eindringlich dazu auf, Weidetiere und deren Halter zukünftig besser vor den Raubtieren zu schützen. „Nun ist das passiert, wovor wir immer gewarnt haben. Unser Mitgefühl gilt der Familie, die den schrecklichen Fund machen musste“, äußerte sich FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau. „Jetzt muss auch dem letzten Menschen klar werden, dass der Wolf eine echte Bedrohung für Weidetiere ist. Wir werden nicht ruhen, ehe geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um unserer Pferde vor diesem Raubtier zu schützen. Die nächste Fohlen-Saison ist nicht mehr fern. Die Tierhalter müssen dabei unterstützt werden, ihren Pferden ein sicheres Umfeld geben zu können, an das sich der Wolf nicht herantraut und in das er vor allem nicht eindringen kann“, formulierte er die Forderungen der FN.

Schon im April veröffentlichte die FN eine Stellungnahme zur Rückkehr des Wolfs nach Deutschland. Seit Jahren herrscht eine aufgeheizte Diskussion um die Raubtiere. Tierschützer jubeln, Landwirte fürchten um ihr Vieh. Der jüngste Fall in Stücken beweist: Die Debatte ist nicht unbegründet.

Auch wenn die FN es grundsätzlich begrüße, dass eine ausgerottete Tierart sich wieder hierzulande angesiedelt hat, so dürfe diese Rückkehr nicht auf Kosten von Haus- und Nutztiere geschehen. Darin sind sich auch das Aktionsbündnis Pro Pferd, der Deutsche Bauernverband und verschiedenen Nutztier-Zuchtverbände einig. Im Sommer legten zudem 18 Verbände den „Aktionsplan Wolf“ bei der Umweltministerkonferenz vor.

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  1. Mel

    Liebes St. Georg Team, wie wäre es, wenn ihr erstmal DNA Proben abwartet bevor ihr direkt öffentlich Hetze gegen den Wolf verbreitet?

    Zudem sollte jedem Züchter klar sein, dass er Ponyfohlen nachts am Haus oder im Stall unterbringen sollte. Großpferde werden nicht angegriffen und können ihre Fohlen sehr gut verteidigen.

  2. Bernhard Krautscheid

    Das sehe ich grundsätzlich anders. Wir züchten unsere Pferde nicht um Futter für Raubtiere herzustellen. Zudem wird es nicht mehr lange dauern bis es zu Reitunfällen kommt weil Pferde beim Ausreiten Wölfe wittern und in Panik flüchten und etwas schwächere Reiter zu Schaden kommen. Wir leben in einem dicht besiedelten Land. Da kann man nicht einfach Raubtiere rumlaufen lassen.

  3. Jörg Gaiser

    Sie scheinen wohl zu vergessen, dass Deutschland nicht alleine den Menschen gehört, sondern Wölfe als heimische Wildtiere dasselbe Daseinsrecht haben. Ich persönlich glaube in keinster Weise, dass es durch Wölfe zu mehr Reitunfällen kommt. Da spielen Strassenverkehr, Jagd oder andere menschliche Einflüsse eine weit grössere Rolle. Desweiteren bin ich überzeugt, dass der allergrösste Teil der Pferde nach ihrer fragwürdigen „Karriere“ als „Nutz-“ oder „Reit-„tier geschlachtet wird, um dann als Futter für Tier oder Mensch zu ‚dienen‘.

    • Renner D.

      … ach ja, stimmt. Der Mensch hat ja alles naturbelassen: Keine Straßen, Zäune, künstlichen Gewässer etc. Er sperrt seine Nutztiere auch nicht in Koppeln, so dass sie sich verstecken und/oder vor Raubtieren fliehen können.

      Dass die Wölfe in unsere – vom Menschen so erheblich veränderte – Umgebung nicht mehr passen ist Fakt. Erschreckend ist auch, dass sie sich immer öfter atypisch verhalten und im Blutrausch viel!!! mehr Tiere töten, als erforderlich. Irgendwann wird der erste Mensch oder besser gesagt das erste Kind „Opfer“. Die Frage ist nicht, ob das passiert, sondern wann!

      • Jörg Gaiser

        Was Sie mit dem Kauderwelsch im ersten Absatz meinen erschliesst sich mir nicht. Im zweiten Absatz merkt man aber, dass Sie anscheinend nicht viel Ahnung von Natur und Tieren haben. Es hat in den letzten hundert Jahren weltweit keine zehn Angriffe von gesunden Wölfen auf Menschen gegeben. Reisserische Medien mögen vielleicht was anderes behaupten, aber so kennt man die Medien ja. Und das mit dem Blutrausch ist auch völlig falsch. Wölfe töten nicht mehr als sie brauchen. Wenn sie mehr töten, liegt es daran, dass die Beutetiere eingesperrt sind und nicht weglaufen können, was in der freien Natur nicht vorkommt. Das Problem ist, dass die Menschen in Deutschland das ganze Land nach Ihren Bedürfnissen umgestaltet haben und für wilde Natur mit ihren Geschöpfen so gut wie kein Platz mehr ist. Da sollte schnellstens etwas geändert werden und zwar zugunsten von Natur und Tieren. Wie gesagt, jedes Geschöpf hat ein Daseinsrecht. Aber von Zeitgenossen, die Pferde versklaven und ausbeuten kann man wahrscheinlich auch keine Liebe oder Verständnis für andere Lebewesen erwarten.


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