Dr. Gerit Matthesen ist tot

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Dr. Gerit Matthesen (© Julia Baukelmann)

Gerade erst war Dr. Gerit Matthesen das Reiterkreuz der FN in Silber verliehen worden, da wusste der FEI-Tierarzt mit dem großen Herz für Pferde bereits, dass er todkrank ist.

Vorgestern, am 5. August 2021, starb Dr. Gerit Matthesen im Alter von 66 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit. Er hatte Krebs. Damit hatte niemand gerechnet. Erst vor kurzem war er in seinem Amt in der Disziplinarkommission der FN bestätigt worden. Bei der Europameisterschaft in Riesenbeck hätte Matthesen als Chef-Veterinär der FEI im Einsatz sein sollen.

Neben seinen Ehrenämtern war Dr. Gerit Matthesen unter der Woche in seiner eigenen Praxis im Einsatz. Wie FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach sagte: „Gerit Matthesen war mit Herz und Seele dem Pferdesport verschrieben. Von unermüdlichem Einsatz zu sprechen, ist bei Gerit wahrlich keine Floskel.“

Was nicht nur, aber auch Lauterbach an Dr. Matthesen zu schätzen wussten: Er war „stets konsequent und klar in der Sache“. Zugleich, sagt Lauterbach, war er „einer der liebenswürdigsten Menschen, die ich kennengelernt habe“.

Karriere

Im Olympiajahr 1984 hatte Dr. Gerit Matthesen promoviert. Ab 1989 gehörte er bereits zu den FEI-Tierärzten und war ab dem Zeitpunkt im Dauereinsatz auf den großen Turnieren dieser Welt, laut FN vier Olympischen Spielen, drei Weltreiterspielen sowie 20 Welt- und 40 Europameisterschaften. Dabei hatte er verschiedene Aufgaben.

Wenn er nicht gerade im Turniereinsatz war, war er daheim als Tierarzt im Einsatz, zunächst in seiner Heimat Emsdetten, später im Taunus, in Grävenwiesbach.

Sein Beruf war für ihn eine absolute Passion, weshalb er sich nicht nur als Tierarzt betätigte, sondern auch als Funktionär, um das Bestmögliche für Pferde, Reiter und den Sport insgesamt zu erreichen. Von 2007 bis 2011 gehörte er dem FEI-Veterinär-Komitee an, das über gesamte tierärztliche Reglement, Medikationsbestimmungen, die Impfungen und alle weiteren Bestimmungen für angewandten Tierschutz berät.

In den Jahren 1999 und 2000 war er zudem Mitglied der damals neu gegründeten International Safety Commission der FEI, die sich mit der Sicherheit von Mensch und Tier in der Vielseitigkeit befasste. Für den Tierarzt eine besondere Aufgabe, da er sich als ehemaliger Vielseitigkeitsreiter „seiner“ Disziplin stets besonders verbunden fühlte.