FN nimmt Stellung zu Herpes-Epidemie, alle Veranstaltungen bis Ende März abgesagt

Bildschirmfoto 2017-09-20 um 17.12.33

Was bedeutet die Herpes-Epidemie, die von Valencia ausgehend mitterweile viele weiter Orte erreicht hat, für den deutschen Turniersport und deutsche Reiterinnen und Reiter? Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat heute dazu Stellung genommen.

Gestern hatte der Weltreiterverband FEI bekannt gegeben, dass internationale Turniere (bis auf die Touren, die schon laufen) bis zum 28. März gecancelt sind. Zugleich sprach die FEI sich dafür aus, dass auch ihre Mitgliedsverbände diesem Beispiel folgen und nationale Turniere absagen. Die FN hat das nun getan. Alle Sport- und Zuchtveranstaltungen bis 28. März sind abgesagt.

Ferner wird das DOKR-Gelände für externe Pferde geschlossen. Es finden keine Sichtungslehrgänge statt und auch das HGW-Bundesnachwuchschampionat der Springreiter fällt aus. Die für März geplanten Sportprüfungen der Hengste müssen ebenso verschoben werden, wie die Körungen.

Die FN empfiehlt auch den Mitglieds- und Anschlussverbänden Veranstaltungen, bei denen Pferde aus fremden Beständen zusammenkommen, auszusetzen. Laufende Veranstaltungen sollen ebenso gestoppt werden.

Aber: „Das Training im heimischen Verein oder Betrieb ist davon ausgenommen, auch wenn dazu das Pferd transportiert werden muss.“

Diese Maßnahmen sind notwendig, um eine weitere Ausbreitung des EHV-1 Virus zu verhindern – leider kommen sie wohl schon zu spät, wie jüngste Meldungen von anderen Turnierplätzen vermuten lassen. Auch die FEI hatte in ihrem gestrigen Statement von weiteren Fällen außerhalb Valencias berichtet, die mit dem Turnier in Zusammenhang stehen.

Gegenüber St.GEORG erläuterte Soenke Lauterbach, der Generalsekretär der FN, warum diese Maßnahme notwendig ist. „Wir alle wollen unseren Beitrag dazu leisten, dieses Virus schnellstmöglich wieder einzudämmen. Da haben wir ja leider dank Corona zu diesem Thema ganz viel Erfahrung sammeln dürfen in den letzten zwölf Monaten. Und wir haben eines gesagt: Jetzt in diesem Moment findet so und so nicht viel Sport statt, es finden keine Lehrgänge statt, außer vielleicht im Bundeskaderbereich, weil alles dank Corona verboten ist. Es gibt im Moment 100 Turniere, die für den März im deutschen Kalender überhaupt noch stehen, weil nur Profisport erlaubt ist und jetzt stelle man sich vor, wir lassen die Turniere weiter stattfinden, lavieren uns da irgendwie durch. Dann werden Corona-Beschränkungen gelockert, hoffentlich in wenigen Wochen. Wir dürfen also wieder Lehrgänge, Unterricht, Veranstaltungen und Turniere machen.

Und dann haben wir eine eigene Pferdeseuche, die hier eingeschleppt wurde, und deswegen sind wir im Pferde-Lockdown. Das wäre wirklich der worst case, der uns passieren könnte.

Alle seien sich in einer Sitzung heute Vormittag einig gewesen, lieber jetzt einmal „leider noch einmal komplett alles zu“ zu machen, um im April dann „wieder alle Pferde identifiziert zu haben, die wirklich betroffen wurden, dass wir dann auch wieder in den Sport einsteigen können.“

Positive Fälle in Doha

Weltweit werden mehr und mehr Pferde nun positiv getestet auf diese besonders agressive Variante von EHV-1. Einige Pferde waren von Valencia aus direkt nach Doha geflogen worden. Dort sollte eigentlich an diesem Wochenende die Global Champions Tour ihren Auftakt der Saison 2021 feiern. Mindestens zwei deutsche Pferde aus dem Beritt von Sven Schlüsselburg wurden vor Ort positiv getestet. Das hat der Reiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung heute mitgeteilt.

Allerdings seien die Pferde aus Valencia, so berichtete Christian Ahlmann auf Nachfrage von St.GEORG Herausgeberin Gabriele Pochhammer für ihre Kolumne „Moment mal!“, in Qatar sofort isoliert worden. Sein Hengst Dominator, mit dem er den Großen Preis am vergangenen Wochenende gewonnen hatte, sei negativ auf Herpes getestet.

Erste Fälle auch in Nord-Europa

Wie das schwedische Newsportal Tidningen Ridsport berichtet, sind nun auch die ersten EHV-1-Fälle in Schweden aufgetaucht, die mit der Herpes-Epidemie in Valencia in Zusammenhang gebracht werden.

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.