Narkose- und Schmerzmittel bei Sanne Thijssens in Liverpool verunglückten Stute Sara Galotiere gefunden

Pferdesport-Springen,

Sanne Thijssen (NED) (© www.toffi-images.de)

Beim CSI4*-Turnier in Liverpool kurz vor Jahreswechsel war die Stute Sara Galotiere von Sanne Thijssen (NED) verunglückt und musste eingeschläfert werden. Nun steht sie auf der Liste der „Pending cases“ der FEI.

Bei der Stute waren in Liverpool die im Bereich „kontrollierte Medikation“ geführte Substanz Ketamin gefunden worden. Ketamin ist ein Arzneimittel, das sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin eingesetzt wird. Ketamin fällt in die Gruppe der Narkosemittel und Schmerzstiller. Bei Tieren kommt Ketamin z.B. als Inhaltsstoff der sogenannten „Hellabrunner Mischung“ zum Einsatz. Diese Lösung wird zur Betäubung von Tieren aus der Distanz mithilfe eines Blasrohrs oder eines Druckluftgewehrs verwendet, weil schon eine geringe Menge hoch wirksam ist. Charakteristisch für Ketamin soll eine sogenannte dissoziative Anästhesie sein. Das bedeutet, es werden Schlaf und Schmerzfreiheit erzeugt, aber die Reflexe bleiben erhalten. Das ist in der Medizin von Vorteil, weil anders als bei vielen Narkosemitteln die Gefahr eines Atemstillstands nicht besteht.

Auf der Liste der laufenden Verfahren beim FEI Tribunal wird erwähnt, dass man bei Sara Galotiere neben Ketamin auch Altrenogest gefunden hat. Das ist ein Hormon, das bei Stuten eigentlich verwendet werden darf, um die Rossesymptome zu regulieren. Lediglich bei Hengsten und Wallachen wird es im Bereich Verbotene Medikation geführt. Wieso es bei Sara Galotiere erwähnt ist, haben wir die FEI gefragt, bislang aber noch keine Antwort erhalten.

Die Reiterin Sanne Thijssen wurde als „Person Responsible“, also als verantwortliche Person, vorerst gesperrt.

Der Unfall

Der Unfall in Liverpool ereignete sich am Samstag Abend in einem Vier-Sterne-Springen mit Stechen. Es heißt, die elfjährige Selle Français-Stute sei vor einem Hindernis ungeschickt abgesprungen. Als sie gelandet war, konnte sie ein Hinterbein nicht mehr belasten. Sie wurde vor Ort sofort tierärztlich versorgt, musste aber schließlich eingeschläfert werden.

Die Liste mit den laufenden Verfahren der FEI finden Sie hier.

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