Robert Koch-Institut meldet: FSME-Risikogebiete in Deutschland breiten sich langsam aus

Auf Grashalmen, Büschen und Sträuchern bis 1,50 Meter Höhe warten Zecken auf ihre Opfer.

Zecken können Borreliose bei Pferden auslösen. (© www.zecken.de)

Zecken sind in ganz Deutschland beheimatet, aber nur in bestimmten Regionen besteht die Gefahr einer FSME-Infektion. Nun meldet das Robert Koch-Institut, dass diese Gebiete größer werden.

FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-) ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die zu dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche führen kann. Das RKI hat jetzt eine aktuelle Übersicht der deutschen FSME-Risikogebiete veröffentlicht.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind weite Teile Baden-Württembergs, Bayerns, Südhessens und Süd-Ost-Thüringens die Gebiete, in denen die Gefahr einer FSME-Infektion am größten ist. Nun ist in Bayern noch der Landkreis Dachau als Risikogebiet hinzu gekommen. PD Dr. med. Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr München sagt: „Insgesamt beobachten wir eine langsame Zunahme der FSME-Risikogebiete über die letzten Jahre hinweg. Dies jedoch überwiegend innerhalb oder direkt angrenzend an die Areale in Süddeutschland.“ So weit die schlechte Nachricht. Die gute ist: Das RKI meldet einen Rückgang der tatsächlichen FSME Erkrankungen in Deutschland um 17 Prozent in 2015 im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch: In nackten Zahlen bedeutet das immer noch 220 FSME-Erkrankungen, die in 2015 gemeldet wurden. Vom RKI heißt es außerdem, in diesem Jahr könnten die Fälle witterungsbedingt wieder ansteigen.

Auch beim Pferd wurden schon FSME Antikörper im Blut nachgewiesen. Allerdings kommt es nur ganz selten vor, dass infizierte Pferde auch tatsächlich erkranken und klinische Symptome zeigen. Relevanter fürs Pferd ist die Gefahr einer Borreliose-Erkrankung, die zu Symptomen wie wechselnden Lahmheiten, Steifheit, Lethargie, Augenkrankheiten, Hautveränderungen, Abmagern, Kolikattacken, Headshaking, Huflederhautentzündungen und sogar Hufrehe, allergischen Reaktionen, Infektanfälligkeit mit Fieberschüben und organischen Erkrankungen führen kann. Ausführlich kann man sich hier über die Thematik Borreliose informieren. Im Gegensatz zur FSME werden Borrelien (die Auslöser der Borreliose) von Zecken in ganz Deutschland übertragen.

Allerdings ist man auch als Reiter bzw. Mensch, der sich viel in freier Natur aufhält, was bei Reitern ja in der Regel der Fall ist, gefährdet, von Zecken gebissen zu werden.

Karte der FSME Risiko-Gebiete in Deutschland.

Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland. Quelle: Pfizer (© Karte der FSME Risiko-Gebiete in Deutschland.)

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