Vielseitigkeitsreiterin Marina Köhncke in Hall of Fame aufgenommen

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Martina Köhncke (mi.) und ihr Erfolgspferd Sundance Kid wurden bei der internationalen Vielseitigkeit in Luhmühlen 2019 in die Hall of Fame aufgenommen. (© Thomas Ix)

Schon seit 2007 gibt es in Luhmühlen die „Hall of Fame“ der Vielseitigkeit. In diesem Jahr durften sich Marina Köhncke und Sundance Kid über die Aufnahme in die heiligen Hallen freuen.

Marina Köhncke kann auf mehr als 30 erfolgreiche Jahre im Vielseitigkeitssport zurückblicken. Die heute 51-Jährige gewann 1987 mit Sundance Kid das erste Bundeschampionat des deutschen Geländepferdes in Süseler Baum. Der Hannoveraner v. Smaragd-Eisenherz erblickte 1981 bei seinem Züchter Uwe Ropers in Drochtersen das Licht der Welt. Marina Köhncke, die zu dieser Zeit noch Loheit hieß, war damals schon im Nachwuchsbereich hoch erfolgreich gewesen. „Wir wussten, wenn Marina mit ihrem Pony Dulcinea startet, geht es für uns nur darum, wer Zweiter wird“, erinnerte Antje Kerber, Geschäftsführerin des Landgestüts Redefin in ihrer Laudatio für Köhncke.

Die Pferdewirtschaftsmeisterin nahm auf El Extranjero zweimal an Junioren-Europameisterschaften teil. Der Schritt in die internationale Spitze gelang ihr schließlich mit Sundance Kid, der in Luhmühlen ebenso wie seine Reiterin in die Hall of Fame aufgenommen wurde. Das Paar gehörte unter anderem zur Mannschaft bei den ersten Weltreiterspielen 1990 in Stockholm, wo Deutschland Bronze gewann. Drei Jahre später konnte sich die ehemalige Pony-Meldereiterin des Luhmühlener Turniers einen weiteren Traum erfüllen: Auf Sundance Kid sicherte sie sich den Titel bei den Deutschen Meisterschaften und belegte als erste Deutsche überhapt Platz eins auf der Weltrangliste der Vielseitigkeit.

„Es gab Stimmen, die sie als deutsche Antwort auf die britischen Topreiterinnen Ginny Leng und Lucinda Green bezeichneten, ein größeres Kompliment gab es damals nicht“, sagte Kerber. Seine letzte Vielseitigkeit lief Sundance Kid 1996, danach war er noch drei Jahre als Dressurpferd im Einsatz. „Sundance Kid war ein Pferd mit einem Löwenherz, einer wunderbaren Bergaufgaloppade und dem unbedingten Willen, jederzeit und in jeder Disziplin für seinen Reiter das Beste zu geben“, würdigte Kerber den Hannoveraner.

Eine Stilstin im Sattel

Julia Rau

Marina Köhncke (GER) und Calma Schelly in der Drei-Sterne-Prüfung von Luhmühlen 2011. (© Julia Rau)

Für Köhncke folgte auf Sundance Kid unter anderem die Stute Arapaima, mit der sie 1993 mit der deutschen Mannschaft Vierte bei den Europameisterschaften werden konnte. Auf Sir Toby gewann sie 1998 bei den Deutschen Meisterschaften noch einmal Silber. Auch dem Sir Shostakovich xx-Sohn Longchamps verdankt sie weitere internationale Erfolge. Ein Höhepunkt in Köhnckes Karriere war sicherlich die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, wo das deutsche Team auf Rang vier landete.

Nach ihrer Hochzeit zog Köhncke Ende der neunziger Jahre von Warendorf in das schleswig-holsteinischen Badendorf. Fortan rückte das Familienleben mehr in den Fokus. 2004 folgte dann aber noch einmal die Rückkehr in den Spitzensport mit der Holsteiner Stute Calma Schelly. Der Sieg in der Weltcup-Etappe von Malmö 2009 sowie Starts in den Vier-Sterne-Prüfungen von Burghley und Badminton gehen auf das Konto der Chambertin-Tochter.

Der selbstgezogene Holsteiner Let’s Dance, den Köhncke selbst bis auf Drei-Sterne-Niveau ausgebildet hat, ist aktuell mit ihrer Auszubildenden Kari Ingrid Gunzenhäuser erfolgreich bei den Jungen Reitern unterwegs. 2017 konnte Köhncke – 30 Jahre nach ihrem ersten Titel- mit dem Clarimo-Sohn Costbar erneut das Bundeschampionat in Warendorf gewinnen. „Marina Köhncke ist als Stilistin im Sattel bis heute ein herausragendes Vorbild für die nächste Generation“, beendete Antje Kerber ihre Laudatio.

Quelle: fn-press

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