West-Nil-Virus: Gesundheitsbehörde Hamburg rät Besitzern dazu, ihr Pferd impfen zu lassen

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Stechmücken übertragen das West-Nil-Virus. Als wichtigste Wirte gelten Vögel. Pferde hingegen können zwar erkranken, aber das Virus nicht weiter verbreiten. (© Fotolia)

Das West-Nil-Virus (WNV) breitet sich weiter aus. Es konnte nun auch bei einem Vogel in Hamburg nachgewiesen werden. Zuvor hatte es Fälle in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt und im Vorjahr auch in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gegeben.

Das Friedrich-Löffler-Institut bestätigte den Nachweis des seltenen West-Nil-Virus (WNV) bei einem Vogel der Art Heckenbraunelle im Bezirk Altona. Damit bahnt sich das Virus, das auch auf Menschen und Pferde übertragen werden kann, seinen Weg gen Norden. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg rät Pferdehaltern nun dazu, ihre Pferde impfen zu lassen.

Mit dem WNV infizierte Menschen und Pferde müssen nicht zwingend klinische Symptome zeigen. Das Virus kann beim Pferd jedoch eine Entzündung des Gehirns oder der Hirnhaut hervorrufen, und dann wird es gefährlich. So starb vor einem Monat ein Pony in Sachsen an dem WNV. Entwickeln die Tiere Hirn- oder Hirnhautentzündungen, kommt es vor allem zu deutlich zentralnervösen Ausfallerscheinungen. Hierzu zählen Stolpern, Nachhandlähmungen, Ataxien, allgemeine Schwäche, Muskelzittern (Tremor) und Lähmungen bis zum Festliegen der Tiere. Seltener kann es zu fieberhaften Allgemeinerkrankungen kommen. Wenn das Pferd bereits Ausfallerscheinungen des zentralen Nervensystems aufweist, kann es die Krankheit zwar überleben, jedoch bleiben in bis zu 20 Prozent der Fälle neurologische Schäden zurück.

Laut einem Bericht vom NDR sterbe sogar jedes dritte mit dem WNV infizierte Pferd, wenn es nicht dagegen geimpft war. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) gab am 24. September bekannt, dass es mittlerweile 15 bestätigte WNV-Fälle bei Pferden gibt. Zudem werden aktuell weitere Verdachtsfälle untersucht. Die StIKo Vet geht aufgrund der aktuellen Vorkommnisse davon aus, dass bis zum Ende der Übertragungssaison noch deutlich mehr Pferde an dem WNV erkranken werden. Allerdings sind Pferde sogenannte Fehlwirte, das heißt sie können keine anderen Lebewesen mit dem Virus anstecken.

Auch ein mit dem Virus infizierter Mensch zeigte nun erstmals schwerwiegende Symptome. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin gab bekannt, dass eine Person aus Sachsen an einer Gehirnentzündung erkrankt war. In einem Leipziger Klinikum wurde dann die Infektion mit dem WNV nachgewiesen. Durch die Behandlung ist die Person wieder genesen.

Übertragungssaison wird länger

Wie Elke Reinking vom Friedrich-Löffler-Institut berichtet, verlängert sich die Übertragungssaison immer mehr. Daher könne das Ende dieser Saison nicht genau vorhergesagt werden. Laut dem Arbeitskreis Blut des Bundesministeriums für Gesundheit muss die Umgebungstemperatur mindestens 14 Grad Celsius betragen, damit sich der Virus in der Mücke vermehren kann.

Die StIKo Vet rät Pferdebesitzern aus den Bundesländern, in denen das WNV bislang nachgewiesen wurde, ihre Pferde impfen zu lassen. Also in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin, und nun auch in Hamburg. Darüber hinaus sollten bestenfalls auch Pferde aus benachbarten Regionen geimpft werden. Das sind demnach folgende Bundesländer: Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Auch Pferde, die nur vorübergehend in die betroffenen Regionen gebracht werden, beispielsweise für die Teilnahme an einem Turnier oder einem Lehrgang, sollten laut der StIKo Vet eine Impfung bekommen. Aktuell sind in Deutschland drei inaktivierte Impfstoffe für die Anwendung beim Pferd zugelassen.

In unserem letzten Beitrag zum West-Nil-Virus haben wir nützliche Maßnahmen aufgelistet, die den Kontakt von Pferden zu den Insekten eingrenzen können. Das können Sie hier nachlesen.

Quellen: StIKo Vet, Friedrich-Löffler-Institut, Arbeitskreis Blut des Bundesministeriums für Gesundheit, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

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