Championatsabschied von Nino des Buissonnets

Und auch die Titelverteidiger sehen den Dingen ziemlich gelassen entgegen: Steve Guerdat und Nino des Buissonnets.

Wenn die FEI ihre Pläne bezüglich der Anpassung der Nenn- an die Gewinngelder umsetzt, kann er sich den Springsport nicht mehr leisten: Olympiasieger Steve Guerdat. (© Pauline von Hardenberg)

In einer sehr emotionalen Facebook-Botschaft, die all denjenigen den Wind aus den Segeln nimmt, die sagen, Sportpferde seien für ihre Reiter nichts als Sportgeräte, hat der Schweizer Springreiter Steve Guerdat bekannt gegeben, dass die Olympischen Spiele in Rio das letzte Championat von Nino des Buissonnets gewesen sein sollen.

Steve Guerdat schreibt unter anderem: „Ich möchte mich bei demjenigen bedanken, der mein Leben jeden Tag noch besser macht, Nino. Ich bin mir bewusst, dass er diese Zeilen weder lesen noch verstehen kann, aber ich muss sie trotzdem aufschreiben, weil ich weiß, dass das alles (Guerdats Leben und Erfolge) nicht möglich wäre ohne ihn.“

Die Olympischen Spiele hängen Guerdat immer noch nach. Nach dem Olympiasieg 2012 war die Medaille auch in diesem Jahr zum Greifen nah. Aber ein leichter Fehler, wie er einfach passieren kann, bedeutete am Ende Rang vier. Gleichwohl betont Guerdat, er und Nino seien in der Form ihres Lebens. „Dieser kleine Fehler hat uns das gekostet, was so viele Menschen sich gewünscht haben und vor allem, was Nino verdient gehabt hätte: eine zweite Olympiamedaille.“ Er müsse die Dinge akzeptieren. Und die Tatsache, dass drei echte Pferdemänner auf dem Podium standen, die es absolut verdient hatten, mache ihm die Sache leichter. „Nino war absolut tadellos, wie immer übrigens. Er wird immer der Größte für mich sein.“

Und dann sagt Guerdat: „Wir werden kein Championat mehr zusammen bestreiten, denn er hat schon so viel gegeben und ich möchte ihn nicht überfordern.“ Gleichwohl heißt der Abschied von den Championaten noch nicht, dass der ja erst 15-jährige Kannan-Sohn dem Sport ganz den Rücken kehren soll. Nur eben nun ohne den Druck der großen Meisterschaften.