Großer Preis von Riesenbeck: Fliegen und siegen mit David Will

RIESENBECK – FEI Jumping European Championship Riesenbeck 2021

David Will und Quentucky Jolly auf dem Weg zum Sieg im Großen Preis von Riesenbeck. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Während die EM-Pferde vor den beiden schweren Runden morgen in Einzelfinale chillen durften, kämpften 60 Reiter, teils die Starter des zeitgleich ausgetragenen CSI2* und 3*, aber auch EM-Reiter mit ihren zweiten Pferden, um den Großen Preis von Riesenbeck.

Der Große Preis von Riesenbeck war ein Drei-Sterne-Springen, immerhin mit mehr als 100.000 Euro dotiert. Nicht weniger als 17 Reiter erreichten das Stechen. Gleich die zweite Starterin, die 25-jährige US-Reiterin Lillie Keenan auf dem 14-jährigen Belgier Skyhorse v. Calvaro setzte mit einer Zeit von 42,14 Sekunden die Marke, der die Konkurrenz lange vergebens hinterherhetzte und dabei häufig Fehler kassierte.

Denn mit einer mit einer ruhigen Nullrunde war es nicht getan. Die entscheidenden Sprünge im Stechen waren eine luftige Mauer, die auch in den EM-Prüfungen verwendet wurde, ganz glatt lackiert, so dass die Elemente schon bei leichter Berührung herausrutschten, und der letzte breite Oxer, bei dem unweigerlich die Stangen fielen, wenn der Reiter nicht ganz passend hinkam. Lediglich sechs Reiter blieben am Ende ohne Abwurf.

Aber nur David Will auf dem 17-jährigen Quentucky Jolly war schneller als das US-Girl und zwar gleich mehr als zwei Sekunden (39, 86), die absolut schnellste Zeit in diesem Stechen. Er fing ruhig an und nahm erst allmählich Fahrt auf, sparte Zeit durch kürzeste Wege, etwa auf besagte Mauer zu.

Kürzeste Wege sind die Spezialität der beiden. David Will: „Ich liebe dieses Pferd so sehr! Er ist zwar schon 17, aber er ist motiviert bis in die Haarspitzen. Wenn er nur einen Sprung sieht, kann ich ihn fast nicht bremsen. Er mag nichts lieber als schnell zu gehen. Er weiß ganz genau, dass es Zeit fürs Stechen ist, wenn er einen Parcours in normalem Tempo absolviert hat und dann noch einmal gehen soll. Er ist dann total auf Sendung und absolut bei dir. Er liebt die engen Wendungen. Ich muss eher langsam reiten und die Wendungen weiter nehmen, weil er immer schneller und enger rumgeht, als ich es eigentlich geplant habe. Im Stechen weiß er genau, jetzt geht’s los und hat dann richtig Spaß!“

Zweitbester Deutscher war auf Rang fünf hinter Nicola Philippaerts auf Gijs (42,98) und Wilm Vermeer mit IQ van het Steentje (43,25, beide BEL) war Holger Wulschner auf dem neunjährigen, gewaltig springenden, aber über diese Abmessungen noch recht unerfahrenen Diamant de Plaisir v. Diamant de Semilly (43,61).

Mit einer ruhigen risikofreien Runde wurde der Italiener Emanuele Camilli auf dem zehnjährigen Chacco Blue-Sohn Chadellano PS Sechster. Der Lebensgefährte von Vivian Schockemöhle benötigte für seinen fehlerfreien Ritt 46,72 Sekunden.

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