Kevin Staut: „Immer Angst vor den Deutschen“

Kevin Staut und Silvana (Archiv)

(© Kevin Staut und Silvana (Archiv))

Kurz vor dem Weltfest des Pferdesports in Aachen hat Kevin Staut ein Interview gegeben. Er sprach über neue Serien ohne Atmosphäre, die Angst vor dem deutschen Team und Vorbilder aus Westfalen.

St.GEORG: Mit welchen Erwartungen fahren Sie nach Aachen?

Kevin Staut: Mit hohen. Meine beiden Pferde, Qurack de Falaise, den ich im Weltcupfinale in Las Vegas geritten habe und mein WM-Pferd Rêveur de Hurtebise sind in guter Form. Rêveur ist noch nie in Aachen gegangen, ich bin gespannt, wie er mit dem Platz zurecht kommt.

St.GEORG: Ist das für Sie eine Art Generalprobe für die Europameisterschaften im August?

Kevin Staut: Nein! Sicherlich ist es gut, dass Rêveur den großen Platz sehen kann. Das ist schon ein besonderes Stadium. Da gibt es viel zu sehen, der Teich, die beiden Wasserhindernisse … Rêveur ist zwar nicht ängstlich, aber sensibel. Der sieht alles. Deswegen werde ich auch Qurack auf jeden Fall schon am Samstag in dem Springen einsetzen. Rêveur wird wohl nur den Großen Preis gehen. Aber Generalprobe? Nein! Das ist der Große Preis von Aachen, das ist alles, aber kein Trainingsspringen! Und schließlich geht es auch um den Rolex Grand Slam.

St.GEORG: Dabei geht es um viel Geld. Aber das kann die Weltelite ja mittlerweile eigentlich jedes Wochenende verdienen. An den Stränden von St. Tropez, Cannes oder Miami …

Kevin Staut: Ja, es sind in den vergangenen Jahren viele neue Serien und mit ihnen viele neue Turniere entstanden. Aber die Atmosphäre, die muss sich da erst einstellen. So etwas muss wachsen, das ist ganz etwas anderes als Aachen oder Spruce Meadows. Oder auch das Hallenturnier in Genf. Wenn du in diese Stadien hineinreitest, das ist etwas ganz anderes. Tradition, Spitzensport.

St.GEORG: Wie stark schätzen Sie die Deutschen ein? Fürchten Sie sie?

Kevin Staut: Das deutsche Team ist immer stark, das muss man immer fürchten! Oder ihm zumindest mit viel Respekt begegnen. Außerdem schaue ich den Deutschen gerne beim Abreiten zu Ludger Beerbaum und Marcus Ehning sind so Beispiele, es ist immer aufregend, ihnen bei der Arbeit zuzuschauen.

St.GEORG: Frankreich ist das Land des bon vivre, des guten Lebens, der Feinschmecker. Diesmal sind deutsche Spitzenköche vor Ort, werden Sie da auch mal probieren, ob die Deutschen auch kochen können?

Kevin Staut: Mal schauen, ich esse gern. Und probieren gehört ja auf Reisen auch immer dazu.