Arville: Nationenpreis für Belgiens Vielseitigkeitsreiter, Deutschland erkämpft sich Rang zwei

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(© FEI)

Nach dem Springen hatte es noch nicht so ausgesehen, als könnten die Deutschen sich von Platz vier im Nationenpreis von Arville weiter nach vorne arbeiten. Doch heute im Gelänge gelang dem Team eine super Leistung, während die führenden Briten enttäuschten. Gewinner auf ganzer Linie: Die Gastgeber.

Für die Belgier war ihre Heim-Nationenpreis in Arville dieses Wochenende eine Achterbahn der Gefühle – Führung nach der Dressur. Im Springen auf Rang drei zurückgefallen. Aber heute eine souveräne Leistung im Gelände, die am Ende den Sieg brachte. Mit 131,2 Minuspunkten setzten sich die Gastgeber gegen Deutschland (148,5) und Italien (193) durch. Die Favoriten aus Großbritannien hatten keinen guten Geländetag – Platz vier mit 193 Zählern.

Bestes Paar für Belgien waren Lara de Liederkerke-Meier und Ducati d’Arville. Für sie ist das Turnier in Arville Heimspiel, und den Vorteil wusste Lara de Liederkerke-Meier zu nutzen. Mit 41,4 Minuspunkten war sie heute ins Gelände gestartet, von Rang 36 aus. Doch die Tatsache, dass sie und Ducati d’Arville als eines von nur zwei Paaren dieses Ergebnis auch ins Ziel brachten, katapultierte sie auf Platz vier in der Endabrechnung. Sie waren bestes Duo des Teams.

Direkt dahinter reihten sich mit 0,1 Punkten Abstand Jarno Verwimp und Kyba van de Jomaheide ein. Bei ihnen waren im Gelände 9,2 Zeitfehler hinzu gekommen.

Julien Wergifosse und Floren hatten nach Dressur und Springen in Führung gelegen in der Gesamtwertung, verspielten ihren Vorsprung aber mit 19,6 Zeitfehlern, Platz 17.

Auch das vierte Paar der Equipe beendete die Prüfung: Maarten Boon mit Gravin van Cantos. Als 21. waren sie allerdings Streichergebnis.

Deutschlands Aufholjagd

Beste Teamreiterin der deutschen Equipe war Anna-Katharina Vogel auf Quintana P. Nach der Dressur waren die beiden noch 57. mit ihren 38 Minuspunkten. Ein Abwurf kam im Parcours hinzu. Da das Springen es jedoch in sich hatte, brachte ihnen das schon eine Verbesserung ihrer Ausgangslage ein: Rang 39. Und heute im Cross lieferten sie die zweite Nullrunde des Tages. Fazit Platz sieben in der Einzelwertung und der Hauptgrund, weshalb die Mannschaft sich von Rang vier auf zwei verbessern konnte.

Rang 15 wurde es in der Endabrechnung für Johanna Zantop und Nikko Brown (47,9), Platz 24 für Emma Brüssau mit Dark Desire HS (58,6).

Die tolle Aufholjagd der Mannschaft ist umso bemerkenswerter, weil sie nur zu dritt am Start waren. Ihre eigentlich stärkste Reiterin, Ingrid Klimke, musste vor der Dressur zurückziehen, weil ihre Siena just do it auf dem Weg vom Vorbereitungs- zum Prüfungsplatz plötzlich zu lahmen begann. Beim Antraben zurück auf dem Abreiteplatz ging sie zwar wieder klar, aber da war es schon zu spät für einen Start.

Briten im Pech

Nach dem gestrigen Springen hatte das britische Damenquartett überlegen die Führung übernommen. Doch heute im Gelände schied das beste Paar nach einem Sturz auf der Strecke zwischen den Hindernissen 7 und 8 aus, Phoebe Locke mit Bellagio Declyange.

Kylie Roddy und SRS Kan Do, nach gestern noch Dritte, kassierten 20 Hindernisfehler an Sprung 19a sowie 9,2 Zeitstrafpunkte und waren am Ende 26.

Imogen Murray und Roheryn Ruby sammelten 40 Hindernis- und 32,8 Zeitfehler, hatten am Ende 112,5 Minuspunkte auf dem Konto, kamen aber immerhin für die Mannschaft tapfer ins Ziel und wurden 42.

Bestes britisches Paar waren Emily King und Valmy Biats mit 45,2 Minuspunkten auf Rang zehn.

Einzelwertung

Auch in der Einzelwertung gaben die Belgier den Ton an, belegten die Plätze eins bis sechs. Ganz vorne standen mit genau 40 Minuspunkten Tine Magnus und Champagne Pia Z, gefolgt von Manon Minner au Cool Dancer und Laura Logé mit Absolut Allegro.

Anna-Katharina Vogel und DSP Quintana hatten ihr Turnier weit abgeschlagen begonnen und waren am Ende als Siebte nicht nur bestes deutsches Paar im Team, sondern auch in der Gesamtwertung.

Direkt dahinter reihten sich Calvin Böckmann und The Phantom Of The Opera mit 42,3 Minuspunkten ein. Sie waren nach der Dressur Zweite gewesen, hatten dann zwei Abwürfe im Parcours, kamen aber heute mit nur sechs Zeitfehlern ins Ziel.

Rebecca-Juana Gerken und die neunjährige Trakehner Stute Solara v. Windfall wurden Neunte mit 43, 1 Minuspukten und exakt der gleichen Zeit im Cross wie Böckmann.

Krajewski – Klimke – Krajewski im CCI3*

So enttäuschend die Sache mit Siena in der Dressur gewesen sein dürfte, so erfreulich war das Abschneiden der ehemaligen Weltmeisterin der jungen Vielseitigkeitspferde, Cascamara, im CCI3*-S. Von Platz 16 waren sie mit ihren 29,5 Minuspunkten im Viereck gestartet, auf Rang zwei lagen sie damit am Ende, als sie null durch Parcours und Gelände gekommen waren.

Der Sieg ging an Julia Krajewski mit ihrer Zukunftshoffnung Ero de Cantraie, der ebenfalls sein Dressurergebnis ins Ziel brachte: 24,1 Minuspunkte.

Krajewski wurde auch gleich noch Dritte, diesmal mit dem achtjährigen Holsteiner Nickel v. Numero Uno, bei dem zum Dressurergebnis lediglich 3,6 Zeitfehler hinzukamen (31,5).

Ingrid Klimke hatte auch noch ein zweites Eisen im Feuer: Van Hera P, die Halbschwester ihrer Asha P. Nach Rang zwei in der Dressur gab es zwei Abwürfe im Springen, aber im Gelände lief die Verdi-Tochter ohne Fehl und Tadel ins Ziel, Platz sechs insgesamt.

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