BuCha 2017: Cheenook, der Unbesiegbare

Featurebild Bundeschampionat Springen

Cheenook war der Schönste, der Schnellste und der Beste unter den Anwärtern auf den Titel des Warendorfer Youngster-Champions bei den siebenjährigen Springpferden. Ein Champion ohne Wenn und Aber.

Der westfälische Wallach beendete die drei Prüfungen mit blütenweißer Weste, nicht ein einziger Springfehler unterlief ihm unter seinem Reiter Sebastian Karshüning in den drei Springen. Als letzter Starter im Finale zeigte Cheenook im Umlauf eine Runde wie aus dem Bilderbuch, damit hätte er auch nach Stilnoten vorn gelegen. Im Stechen bewies der von Hermann Wielens gezogene Carell-Cornet Obolensky Sohn dann einmal mehr, dass er nicht nur schön, sondern auch schnell gehen kann, 0/36,34 Sekunden. Schnell nicht nur weil er stets aufmerksam an den Hilfen des Reiters stehend ganz enge Wendungen gehen kann, vor allem kann Cheenook unglaublich aus dem Hinterbein antreten, wenn er wieder durchstarten muss. Ein Pferd mit großer Perspektive, auf das Besitzer Tobias Neck richtig stolz sein kann.

Silber nach Hannover

Schnell war auch Stakkato’s Special unter Thomas Holz. Der Hannoveraner Hengst ist Warendorfer Vize-Youngster-Champion 2017. Fast hätte er seinem Vater Stakkato, der 1998 Bundeschampion der fünfjährigen Springpferde war, nachgeeifert und die Ehrenrunde angeführt. Ohne Strafpunkte, mit 0/37,93 Sekunden lag er in Führung. Bis Cheenook kam . Der Hannoveraner Stakkato’s Special aus einer Mutter von Grosso Z ging nicht ganz so flüssig wie der Sieger, 1,59 Sekunden trennten die beiden Pferde. Thomas Holz hat den von Eberhard Kötz gezogenen Fuchs seit 2014 im Stall, 2015 und 2016 nahm er ebenfalls am Bundeschampionat teil, allerdings unter einem anderen Reiter. Besitzer von Stakkato’s Special ist Reinhard Beimdiek.

Volles Risiko und Bronze

Ulrike Bruns ritt ihren Wallach Seawillow im Stechen voll auf Risiko und legte als zweite Starterin eine fixe Runde vor, 0/39,33 Sekunden. Der Rheinländer von Sir Satchmo – Stakkato Gold nahm die Herausforderung gern an, ließ sich jedoch in dem hohen Tempo nicht ganz so gut regulieren, Platz drei für den dunkelbraunen Wallach. „Er ist ein toller Kämpfer“, beschrieb seine Reiterin ihn strahlend nach dem Ritt, „er will immer alles richtig machen und ist super vorsichtig“. Wilhelm Heider ist der Züchter von Seawillow, Besitzer Claudia Bruns.

Sohn berühmter Eltern

Commissaire S sollte eigentlich ein Wörtchen mitreden bei der Entscheidung im Warendorfer Youngster Championat. Der Westfale unter Hendrik Dowe hatte in den beiden Qualifikationsprüfungen mit einem zweiten und einem zehnten Platz auf sich aufmerksam gemacht, blieb auch im Umlauf des Finales strafpunktfrei. Im Stechen unterlief ihm ein Springfehler, somit auf Platz fünf und kein Podiumsplatz. Julius-Peter Sinnack zeichnet als Züchter und Besitzer verantwortlich für die hochkarätige Anpaarung aus der Cheenook S hervorgegangen ist. Dessen Vater Comme il faut macht derzeit unter Marcus Ehning im internationalen Spitzensport Karriere. Mutter Pershing war in ihrer aktiven Zeit ebenfalls erfolgreich. Unter Urs Fäh und Leslie McNaught sammelte sie in den Neunziger Jahren zunächst in Europa Erfolge auf höchstem Niveau, wurde dann in die USA verkauft und qualifizierte sich u.a. mit ihrem Reiter Ray Texel für die Olympischen Spiele 2000, an denen sie aufgrund einer Verletzung dann nicht teilnehmen konnte. Pershing wurde danach wieder nach Europa verkauft, wo sie unter Peter Charles wiederum international erfolgreich war, bevor sie Zuchtstute wurde. Drei überaus sportliche Kinder hat die Polydor-Watzmann Tochter, zwei davon können schon Erfolge in Klasse S aufweisen.

Weitere Ergebnisse

Volles Haus, aber wenige Teilnehmer

Beim Finale der siebenjährigen Springpferde war zum ersten Mal 2017 richtig voll rund um den Springparcours. Die Zuschauer gingen bei dem spannenden Stechen begeistert mit und feierten den strahlenden Sieger gebührend. 27 Starter, sechs Teilnehmer im Stechen, 18 der Angetretenen wurden platziert. Eine Prüfung, die mit mehr Teilnehmern aufgewertet werden sollte, kam doch in diesem Jahr nicht einmal die für das Finale in der Ausschreibung erlaubte Anzahl von 30 Pferden zusammen. Vermisst wird unter anderen der Stall Beerbaum, der in diesem Jahr aufgrund der Verletzung von Christian Kuckuck gar nicht vertreten ist. Und auch vom Gestüt Lewitz oder dem Stall Schockemöhle waren keine Pferde am Start. Grund genug, bei der Klausurtagung Bundeschampionat zu diskutieren über die Attraktivität des Warendorfer Youngster Championats.