BuCha 2018: Titel auf dem Reitpferdeviereck für So Unique

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So Unique unter Eva Möller bei der Abschlussparade aller Bundeschampions 2018. (© Kiki Beelitz)

Das Bundeschampionat der dreijährigen Hengste 2018 endete, wie es sich in der Qualifikation angedeutet hatte: mit dem Titel für den Rheinländer So Unique und Silber an Despacito. Das westfälische Kopf-an-Kopf-Rennen um Bronze wurde allerdings noch einmal richtig spannend.

9,0 in allen Kriterien – da blieben keine Fragen mehr offen bei dem Rheinländer So Unique v. Sezuan-Donerhall (Z.: Wilhelm Klausing) unter Eva Möller. Der mächtige Hengst („durch aus ein wenig viel Körper“ wie Richter Reinhard Richenhagen es ausdrückte) machte heute keinen falschen Tritt und präsentierte sich in schöner Losgelassenheit, sehr ausbalanciert und dehnte sich willig an die Hand heran.

Die Beurteilungen der Richter lauteten so: Der Trab – „markierter Takt, sehr viel Dynamik und kraftvolles Abfußen“. Der Galopp – „sicher bergauf, sicherer Takt, gute Hinterhandaktivität und immer im Gleichgewicht“. Der Schritt – „vertrauensvolles weites Öffnen (gemeint war der Ganaschenwinkel) und Dehnen an die Hand. Takt, Fleiß, Raumgriff und Ungebundenheit – er hat alle unsere Kriterien erfüllt.“

Doch So Unique ging in der ersten Abteilung und noch war nichts entschieden.

Silber für Despacito

Als der spätere Silbermedaillengewinner Despacito von seiner Reiterin Greta Heemsoth zum Vormustern aufs Viereck geführt wurde, brandete Applaus auf der Tribüne auf und Reinhard Richenhagen griff das auf: „Vielen Dank für das harmonische Vorstellen!“

Tatsächlich präsentierte sich der Hannoveraner Champion v. Don Nobless-Sandro Hit (Z.: ZG Rudde) in wunderschöner natürlicher Leichtigkeit und Kadenz, schwang herrlich über den Rücken, dabei stets ganz leicht in der Anlehnung und in passendem Rahmen. Lediglich beim Tritte verlängern verlor er etwas die Balance – was sicherlich darauf zurückzuführen war, dass ihm nach der langen Woche hier in Warendorf schon etwas die Kraft fehlte.

„Bedeutend“ war das Wort, das in er Kommentierung der Richter des öfteren für die Vorstellung fiel, z.B. für die Vorderhandmechanik des Hengstes. Und überhaupt für sein ganzes Auftreten. Aber weil das Tritte verlängern „noch nicht so harmonisch aus der Hinterhand entwickelt“ war, gab es im Trab „nur“ eine 9,0.

Den Galopp bewertete das Trio von Platen, Sickinger, Richenhagen mit 8,5. „Der Galopp ist gut, aber er könnte aus dem Widerrist etwas höher nach oben kommen“, lautete die Begründung.

Dieselbe Note gab es auch für den Schritt. Die Durchlässigkeit war den Richtern dann wieder ein glattes Sehr Gut wert. Das war eine 8,7 in Summe für diesen talentierten Rappen.

Ingo Pape, dem Despacito zusammen mit Mathieu Beckmann gehört, war glücklich mit Silber: „Das ist ein Pferd, das noch deutlich in der Entwicklung steht. Aber er und seine Reiterin waren überragend.“ Der Hengst soll dieses Jahr noch 50-Tage-Test gehen und dann erstmal in den Deckeinsatz, nebenbei aber weiter sportlich gefördert werden. Glück für Greta Heemsoth, die ihn weiter reiten soll. „Ich bin sehr stolz ein besonders gutes Bereiterteam zu haben“, lobte der Chef.

Fonq vor Emanuel

In der Qualifikation lagen die beiden Westfalen Fonq und Emanuel noch gleichauf auf dem dritten Platz. Heute bildeten sie zusammen die letzte Abteilung, so dass man einen direkten Vergleich zwischen den beiden hatte.

Am Ende hatte Fonq knapp die Nase vorn mit 8,5. Der Fürst Fohlenhof-Lissaro-Sohn aus der Zucht von Reiner Bockholt und im Besitz der Reesink Pferde GmbH war heute unter Ann-Christin Wienkamp insgesamt etwas hoch aufgerichtet. Der Hengst müsse mehr zum Schwingen kommen, mahnten die Richter, lobten aber auch Takt und Mechanik (8,0). Auch der Galopp etwas sehr eilig. Da wünschte man sich einen ruhigeren, runderen Ablauf (8,0). Im Schritt hatte Fonq in der Qualifikation noch eine 10,0. Heute gab es die 9,5 mit der Begründung, dass er heute nicht ganz so zufrieden in der Anlehnung gewesen war und sich weniger an die Hand heran gedehnt habe als noch in der Qualifikation.

Das klappte dafür beim Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen sehr gut, so dass die Richter für die Durchlässigkeit eine 8,5 gaben. Das machte zusammen mit der Gebäudenote von 8,5 auch eine 8,5 im Durchschnitt aller Noten.

Die weiteren Plätze

Der undankbare vierte Platz ging am Ende an den ebenfalls westfälisch gezogenen Emanuel v. Escolar-Lauries Crusador xx (Z.: ZG von Ameln) unter Lukas Fischer. Der Fuchs gefällt mit seinem locker-flockig-elastischen Bewegungsablauf, kam heute aber zwischendurch immer wieder ein wenig auf die Vorhand und wurde dann eng – sicherlich auch hier eine Frage der Kraft. Hinzu kam, dass er in einer Ecke immer mal wieder nach innen drängelte. Etwas gebunden sei er zu Beginn der Prüfung gewesen, so Richenhagen. Dafür begeisterter auch heute wieder mit seinem energischen Bergaufgalopp, der erneut eine 9,5 erhielt. Für eine 10 müsse das äußere Hinterbein noch mehr heran geschlossen werden.

Insgesamt hätte man sich sowohl im Schritt (8,0) als auch beim Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen mehr Dehnungsbereitschaft gewünscht. Da verkroch Emanuel sich etwas hinter dem Gebiss. 8,5 gab es für die Durchlässigkeit. 8,4 lautete das Gesamtergebnis für den Westfalen.

Fünfter wurde mit 8,3 der Hannoveraner Hengst Dancier Gold v. Dancier-Weltmeyer (Z.: Georg Strübing), den Anna-Sophie Fiebelkorn für das Gestüt Sprehe vorstellte. Last bit not least schloss sich als Sechster mit 8,2 El Corazon v. Escolar-Fürstenball (Z.: Dr. Jürgen Bornhorst) unter Steffen Frahm an.

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