Das Langestüt Prussendorf ist verkauft

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Das Landgestüt Prussendorf wird ab dem 1. Oktober 2018 von einem privaten Eigentümer betrieben. (© Schröder)

Die Zukunft des Landgestüts Sachsen-Anhalt in Prussendorf war lange unklar. Nun steht fest: Ab dem 1. Oktober wird die Einrichtung privatisiert, der Kaufvertrag ist bereits unterzeichnet. Wer neuer Eigentümer des Gestüts ist, wurde allerdings noch nicht namentlich bekannt gegeben.

Bereits am kommenden Freitag, also übermorgen, soll das Gestüt an den neuen Eigentümer übergeben werden – samt Mitarbeitern, Pferden und Ställen. Bei der Verkaufssumme soll es sich um einen Betrag im siebenstelligen Bereich handeln. Der neue Eigentümer sei laut der Mitteldeutschen Zeitung ein Gestütsbetreiber aus der Region. Dort betreiben beispielsweise die Brüder Ralph und Carsten Vogel seit 2008 das Gestüt Radegast, welches bis 1997 noch Standort des Langestüts Sachsen-Anhalt war. Aus Kapazitätsgründen verlegte man dieses damals nach Prussendorf.

Willy Boß, der momentan noch Geschäftsführer in Prussendorf ist, zeigte sich mit dem Ergebnis des Verkaufs zufrieden: „Wir haben das Gestüt an einen Bieter vor Ort verkauft und nicht in die weite Welt. Und der Bieter weiß, was er tut.“ Notwendig geworden war der Verkauf, weil sich das Land Sachsen-Anhalt finanziell nicht mehr in der Lage dazu sah, dass Gestüt weiterhin als GmbH zu betreiben. Die Einnahmen aus der Landwirtschaft hätten nicht ausgereicht, um die Gesamtkosten des Gestüts zu decken. Der neue Eigentümer hatte wenig Konkurrenz: Er hatte sich als einziger Kaufinteressent mit einem Konzept beworben. Wie dieses Konzept genau aussieht, ist allerdings noch nicht bekannt.

Eine Blick auf die Historie

Das Landgestüt Prussendorf war die jüngste Einrichtung unter den deutschen Landgestüten. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Königliche Landgestüt Kreuzvorwerk in Halle für die Pferdezucht in Brandenburg-Anhalt eingerichtet, allerdings um 1960 wieder aufgelöst. Erst 1993 öffnete das Landgestüt Sachsen-Anhalt im damaligen Hauptgestüt Radegast erneut seine Pforten. 1997 erfolgte der Umzug an den Standort nach Prussendorf. Das Landgestüt zeichnete sich bisher nicht nur durch die erfolgreiche Pferdezucht aus, sondern war auch regelmäßig Gastgeber für Pferdeleistungsprüfungen und Turnierveranstaltungen.

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