Streit um Trakehner Siegerhengst Kaiser Milton geht weiter

Neumünster – Trakehner Hengstmarkt 2017

Trakehner Siegerhengst 2017: Kaiser Milton v. Millennium. (© Stefan Lafrentz)

Vor knapp einem Jahr wurde der Trakehner Siegerhengst Kaiser Milton für 320.000 Euro an den Klosterhof Medingen versteigert. Dort kam der Champion lahm vom Transporter, sagt Käufer Burkhard Wahler und reklamierte den Rappen. Da es zu keiner Einigung kam, trafen sich heute die beteiligten Parteien vorm Landgericht Kiel zum Prozess.

Die Freude währte kurz. Der Millenium-Sohn Kaiser Milton wurde keine Woche nachdem er 2017 in der Holstenhalle Neumünster als Siegerhengst gefeiert wurde, zum Gegenstand eines sich anbahnenden Rechtstreits. Gesundheitlich soll der Körsieger alles andere als ein Champion gewesen sein. Nicht nur dass der Hengst lahmte als er in seinem vermeintlich neuen Heimatstall ankam, er habe auch noch einen Herzfehler, so Käufer Burkhard Wahler. Wahler bezahlte deswegen den Kaufpreis nicht. Gespräche zwischen dem Trakehner Verband und Pferdezüchter Wahler blieben ohne Ergebnis. Es kam zum Rechtsstreit. Der Trakehner Verband, der den Verkäufer vor Gericht vertritt, sieht die Dinge anders. Der Millennium-Sohn sei wie alle Hengste von den Vertragstierärzten des Verbandes im Vorfeld der Körung untersucht worden. Lahm sei er während der Körtage nicht gewesen und der Herzfehler sei vermerkt, würde aber seitens der Tierärzte als unbedenklich eingeschätzt.

Landgericht Kiel entscheidet über Zukunft von Trakehner Siegerhengst

Beim heutigen ersten Prozesstag vor dem Landgericht Kiel blieb Zivilrichter Ulf Müller mit seinem Versuch, die streitenden Parteien zu einer gütlichen Einigung zu bewegen, erfolglos. Der Trakehner Verband vertritt die Interessen des niederländischen Ausstellers von Kaiser Milton, der bislang noch kein Geld für seinen Hengst gesehen hat. Müllers Appell, „sie sollten mal ins Gespräch kommen“, fand kein positives Echo. Im Gegenteil, die Parteien standen sich kompromisslos gegenüber. Daraufhin entschloss sich Müller, am 22. November zu verkünden, wie es weitergehen sollte. Es steht im Raum, dass ein unabhängiger Gutachter nun hinzugezogen werden soll. Er wird zu klären haben, in welchem Zustand sich Kaiser Milton zum fraglichen Zeitpunkt nach dem Hengstmarkt 2017 befunden hat. Professor Peter Stadler von der Tierärztlichen Hochschule Hannover soll von den Streitparteien akzeptiert worden sein.

Während die Nachricht von der Lahmheit des Siegerhengstes im Herbst 2017 schnell die Runde gemacht hatte, verwies Burkhard Wahler heute vor Gericht noch einmal auf das zweite gesundheitliche Problem des Hengstes: Er spricht von einem „schwerwiegenden Herzfehler“. Eine Untersuchung haben ergeben, dass alle vier Herzklappen undicht seien. So könne er den Hengst nicht sportlich einsetzen, was in der heutigen Zeit aber von Züchterseite erwartet würde.

Insgesamt geht es um 380.000 Euro bei der Verhandlung. 320.000 Euro hatte Kasier Milton gekostet, 60.000 Euro Steuern kommen noch hinzu.

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