Zucht: Herber Rückschlag auf dem Weg zur rheinisch-hannoverschen Fusion

Mit einem echten Paukenschlag ist die außerordentliche Mitgliederversammlung des Rheinischen Pferdestammbuches zu Ende gegangen. Bei der Abstimmung über die Fusion mit dem Hannoveraner Verband wurde nicht die notwendige Dreiviertel-Mehrheit erreicht.

Lediglich 113 stimmberechtigte Mitglieder waren am Abend zu der Sitzung im Rheinland erschienen, um über die von langer Hand geplante Fusion zu entscheiden. 38 stimmten dagegen, der Rest dafür. Das entspricht einem Ergebnis von 66 Prozent. Für die Fusion der Abteilung A (Warmblutpferde) mit den Hannoveranern ist aber eine Dreiviertel-Mehrheit notwendig.

Theodor Leuchten, Vorsitzender des Rheinischen Pferdestammbuchs und Vize-Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, äußerte sich in einer Stellungnahme enttäuscht und überrascht. Auf zahlreichen Informationsveranstaltungen im Vorfeld seien keine sachlichen Gegenargumente geäußert worden. Für ihn ist von Bedeutung, dass von den insgesamt 2.158 stimmberechtigten Züchtern nur 113 zur Abstimmung erschienen waren. Mehrere Kreisvorsitzende hätten sich dahin gehend geäußert, dass viele Züchter, die der Abspaltung positiv gegenüber standen, nicht zu der Versammlung erschienen seien, weil sie mit dem Erreichen der Dreiviertel-Mehrheit gerechnet hätten und die Abstimmung nur für eine Formalie hielten.

Der Vorstand sieht mit großer Sorge, dass die dringend erforderliche Zukunftssicherung des Rheinischen Pferdestammbuchs und der rheinischen Warmblutzucht durch die Abspaltung der Warmblutsparte und die damit verbundene erhebliche Entlastung von Kosten und Risiken für das verbleibende Rheinische Pferdestammbuch durch nur 38 Gegenstimmen, d.h. durch das Votum von 1,8 % der stimmberechtigten Mitglieder des Rheinischen Pferdestammbuchs verhindert werden könnte, erklärte Leuchten. Dieser Umstand gebe konkreten Anlass zur Befürchtung, dass das Abstimmungsergebnis die Meinung der Verbandsmitglieder nicht repräsentativ wiedergebe, sondern grob verfälsche. Der Vorstand des Rheinischen Pferdestammbuchs berät nun, ob die Abstimmung wiederholt wird.

Auch der Hannoveraner Verband äußerte sich zu dem Wahlergebnis im Rheinland:
„Bis eine neue Entscheidung getroffen werden kann, gilt für die Züchter beider Verbände der im vergangen Jahr abgeschlossene und erfolgreich umgesetzte Kooperationsvertrag. Bis zu der zweiten Versammlung ist der Hannoveraner Verband bereit, die bisher getroffenen Vereinbarungen aufrecht zu erhalten. Dieses Ergebnis hat keinen Einfluss auf die Grundhaltung des Hannoveraner Verbandes, dass die Fusion für die Züchter beider Verbände ausschließlich positive Perspektiven bietet. Trotzdem erwartet der Hannoveraner Verband ein klares Votum aus dem Rheinland als Sicherheit für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit.“

Lesen Sie hier die komplette Stellungnahme von Theodor Leuchten.
Hier finden Sie die Stellungnahme des Hannoveraner Verbands.

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