Feinschliff für das eigene Reitturnier: Von unscheinbar zu schön

Regionales Turnier

Ein großer Turnierplatz, nette Stände und örtliche Aussteller sind Zuschauermagneten. (© Beelitz)

Das vereinseigene Reitturnier ist immer eine Herzensangelegenheit. Wochenlang stecken etliche Helfer viel Zeit und auch Geld in das Projekt. Mit ein paar Kniffen, kann es für Zuschauer, Reiter und Sponsoren noch attraktiver werden.

Es soll schön sein, muss über gute Böden verfügen, vielfältige Aussteller präsentieren, kurze Wege haben und Zuschauern wie Reitern einen Mehrwert bieten: das Reitturnier. Hohe Ansprüche sind nicht nur bei großen Turnieren üblich, schon kleinere ländliche Veranstaltungen müssen sich ihnen stellen.

„Turnierreiten nicht zum Nulltarif“

Über 3000 Turniere werden deutschlandweit im Jahr ausgetragen. Um den dauerhaft höher werdenden Ansprüchen gerecht zu werden, versuchen viele ausrichtende Vereine mehr Sponsoren zu gewinnen. Dabei ist es wie im „normalen“ Leben auch: Das beste Angebot erhält den Zuschlag. Schon mit wenigen Veränderungen kann ein Turnier schöner und damit attraktiver für Sponsoren werden. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat sich in den letzten Jahren einige Aktionen überlegt, um es Veranstaltern einfacher zu machen, Veränderungen umzusetzen. Dazu gehört unter anderem die J.J. Darboven Vereinsinitiative. Um mehr Mittel zu generieren, kann der Turnierausrichter jetzt den Organisationskostenanteil pro Startplatz auf maximal acht Euro anheben. Das Geld bleibt beim Veranstalter. „Die Reiter müssen lernen, dass das Turnierangebot in Deutschland nicht zum Nulltarif zu haben ist. Sie haben immer höhere Ansprüche und verlieren dabei aus den Augen, dass die Ausrichtung immer seltener kosten-deckend zu finanzieren ist“, betont Friedrich-Otto Erley, Leiter der FN Abteilung Turniersport.

Freiwillige Helfer – die wichtigste Stütze

Das nächste wichtige Standbein sind freiwillige Helfer, die nicht nur an den Turniertagen vor Ort sind, sondern bei der Vorbereitung mit anpacken und sich bei Veränderungen einbringen. In der heutigen Zeit ist es schwer, engagierte Menschen zu finden. Benjamin Tews vom Reit- und Fahrverein Niedernstöcken empfiehlt deshalb: „Die Helfer nach ihren Interessengebieten einteilen. Wer Kuchen verkaufen möchte, der sollte auch dementsprechend zugeordnet werden. Und dann darf man es nicht übertreiben. Nach vier Stunden am Stück arbeiten bzw. helfen ist Schluss. Sonst verlieren sie die Lust.“

Ortsgebundene Aussteller

Beelitz

Im besten Fall ist der Turnierplatz gut besucht und die Stände rappelvoll mit Menschen, die nach schönen Dingen Ausschau halten oder einfach etwas essen wollen. (© Beelitz)

Das örtliche Reitsportgeschäft ist kaum wegzudenken auf einem Turnier. Doch wie sieht es mit Ausstellern aus, die in der Nähe z.B. einen Hofladen betreiben oder einen kleinen Laden für Deko-Artikel? Je mehr Vielfalt, desto eher wird Ihr Turnier in Erinnerung bleiben und vor allem neben den Teilnehmern auch Zuschauer anlocken. Außerdem sollte es auch Attraktionen für Kinder geben. Neben einer Hüpfburg kann auch über eine Art Betreuungsprogramm nachgedacht werden. Vielleicht finden sich Erzieher, die statt Kuchen zu verkaufen, Kinder für ein paar Stunden betreuen.

Für Stimmung sorgt ein Ansager mit flotten Sprüchen und der richtigen (!) Aussprache von Pferd und Reiter. In den sprechfreien Zeiten ist es ein No-Go, dieselben Lieder in Dauerschleife abzuspielen.

Schöne Turnierschleifen

Die Freude über eine Schleife ist immer groß, egal bei welchem Turnier. Doch oft verbinden bevorzugt Reiterinnen manche Turniere mit deren besonders schönen Schleifen – weil sie etwa drei Bänder haben oder die Rosette eine tolle Optik bzw. ein schönes Motiv hat. Schleifen, die an der Wand herausragen und zu denen im Kopf gleich die Verbindung zum ­jeweiligen ­Turnier hergestellt wird, sind besonders beliebt. Selber gestalten können Veranstalter ihre Schleifen z.B. hier: www.cavaloop.de

Die J.J. Darboven Vereinsinitiative

Privat

Die Kaffeerösterei unterstützt mehr als 100 Turniere mit gut ausgerüsteten Kaffeeständen. (© Privat)

J.J. Darboven hat es sich zum Ziel gemacht, das ehrenamtliche Engagement und die Veranstalter ländlicher Reitturniere an der Basis zu fördern. Gemeinsam mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und der Marketingagentur EN GARDE wurde das Projekt 2016 ins Leben gerufen und fand mit über 1500 Reitvereinen, die sich beworben haben, enormen Zuspruch. Darboven stellt dabei von Kaffeemaschinen über Becher bis zur Milch alles zur Verfügung, auch Werbemittel. Teilnehmen können alle Vereine, deren Turnier von ehrenamtlichen Helfern gestemmt wird. Für 2017 wurden 100 Gewinner ausgewählt, die vom 1. April bis zum 23. September ihr ­Turnier jeweils schöner machen. Unter den Auserwählten wird ein Preis für diejenigen vergeben, die die Kaffee-Ecke am besten umgesetzt haben.

Turniersponsoring

Auch St.GEORG möchte einen Teil zu schöneren Turnieren beitragen. Aus diesem Grund haben wir 2017 das Projekt „Turniersponsoring“ aus der Taufe gehoben. Wir unterstützen Ihr Turnier gerne mit je einem Jahresabonnement für St.GEORG und Mein Pferd sowie ein Heft zum Überreichen beim Turnier. Der Wert beläuft sich auf umgerechnet 120 Euro. Bewerben können Sie sich dafür auf unserer Seite des Turniersponsorings.

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