Pilotprojekt handlungsorientierter Unterricht

Die Mitwirkenden des Pilotprojekts

Erstmals hat die Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR) einen ganztägigen Workshop zum Thema „handlungsorientierter Unterricht“ angeboten – am Dienstag, den 20. Oktober auf dem Hof Lührs im schleswig-holsteinischen Neversdorf.

Auf dem Workshop, an dem rund 50 Berufsausbilder und Auszubildende teilnahmen, referierte zunächst der Sportwissenschaftler Eckart Meyners über die Frage: Was ist überhaupt handlungsorientierter Unterricht? Lebendig schilderte er die Unterschiede zwischen anweisungsorientiertem und aufgaben- bzw. handlungsorientierter Vorgehensweise. Die Teilnehmer brachten aktiv ihre eigenen Erfahrungen mit ein und erarbeiteten gemeinsam mit Meyners das übergeordnete Ziel dieser Art des Unterrichtens: Es geht darum, den Reitschüler handlungsfähig zu machen für die Momente, in denen er nicht unterrichtet wird, sondern selbst entscheiden muss, welche Gangart und Lektion er reiten will, um zum gewünschten Ziel der Reitstunde (z.B. Losgelassenheit des Pferdes) zu kommen. Es wurde gemeinsam eine Skala der Unterrichtserteilung erarbeitet, die auf drei Methoden basiert: Der Ausbilder kann Instruktionen geben („reite Traversalen, mehr rechter Schenkel“ ect.), er kann Beratung leisten („wie könntest Du es besser machen, versuche es so“) und er muss moderieren (den Schüler zum Mitdenken und Antworten auffordern und dessen Wortmeldungen kommentieren, Anregungen für Verbesserungen erarbeiten).

Drei praktische Einheiten folgten und füllten die theoretische Einweisung mit Leben: Die Gastgeberin Karin Lührs sowie die Pferdewirtschaftsmeister Jan Biss und Rolf Grebe demonstrierten in jeweils rund halbstündigen Einheiten mit fremden Reitschülern, was handlungsorientierter Unterricht ist. Es folgten nach jeder Demonstration intensive Gespräche und Diskussionen, angeleitet vom Ausbildungsleiter der Deutschen Reitschule und BBR-Vorstandsmitglied Hannes Müller: Wie viel Instruktion ist nötig? Welche Art des Feedbacks an den Schüler ist am effektivsten? Wie lernt man, im Unterricht jene Schwerpunkte zu setzen, die den Schüler am besten weiterbringen?

Das Fazit der Teilnehmer nach einem intensiven Tag: Das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts birgt für den Ausbilder tolle Möglichkeiten, seine Schüler weiterzubringen und sie dazu zu bewegen, selbstständiger Entscheidungen beim Reiten zu treffen. Dieses Pilotprojekt war sehr gelungen und wird sicher fortgesetzt.

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