Doping: Schweizer Dressurreiterin Estelle Wettstein verliert U25-Titel

Featurebild Dopingprobe

(© Julia Rau)

Im September 2015 hatte die Schweizer Dressurreiterin Estelle Wettstein mit ihrem Oldenburger Friedrich der Große die nationalen U25 Meisterschaften gewonnen. Doch die anschließende Medikationskontrolle fiel positiv aus.

Wie auch bei den Pferden von Wettsteins Landsmann Steve Guerdat fand man die verbotenen Substanzen Codein und Oripavine sowie das unter kontrollierter Medikation geführte Morphin in „Freddys“ Blut. Guerdat war von dem Tribunal des Weltreiterverbandes FEI freigesprochen worden, weil er glaubhaft versichern konnte, dass der positive Befund auf eine Futterverunreinigung zurückzuführen war. Daraufhin hatte der Schweizer Verband seine Reiter angewiesen, ihre Bestände zu kontrollieren. Das hat man laut Aussagen der Betroffenen auch im Stall Wettstein getan. Trotzdem war die Dopingkontrolle ihres Pferdes positiv. Wettstein wurde ihr Titel aberkannt und sie erhielt eine vierwöchige Sperre, vom 7. Dezember bis 7. Januar.

Die Schweizer Medienkollegen von pferdonline.ch zitieren die Familie Wettstein: „Obwohl wir bereits im August, als wir damals von den Fällen Guerdat und Bichsel erfahren hatten und zu diesem Zeitpunkt denselben Futtermittellieferanten wie diese beiden Fälle hatten, unsere Sportpferde umgehend auf das Futter eines anderen Herstellers umstellten, und bei der Fütterung und im Umgang unserer Tiere stets äusserste Sorgfalt walten lassen, sind wir umso mehr betroffen, da es leider bestätigt, dass es als Sportreiter leider praktisch unmöglich ist, unter den geltenden Regeln einen solchen Fall der Futterkontamination gänzlich auszuschliessen. Denn vom Futterlieferanten kann man leider nicht verlangen, dass er zu hundert Prozent sauberes Futter garantiert. In der Natur wachsen nun mal Pflanzen, deren Inhaltsstoffe auf der Dopingliste stehen. Unser Rechtsberater sowie unser veterinärmedizinischer Facharzt haben uns abgeraten den Fall rechtlich weiterzuziehen, da wenig Aussicht auf Erfolg besteht.“

Auch Thomas Räber von der Sanktionskommission des Schweizer Verbandes wurde zu dem Fall befragt. Er sagt, Wettstein wurde aufgrund der verbotenen Substanzen gesperrt. Und: „Es wurden verbotene Substanzen in den Proben gefunden, deshalb Sanktion gem. Reglement weil einerseits das Vorhandensein einer oder mehreren Prohibited Substances eine Disqualifikation mit sich ziehen und, anderseits die Sorgfaltspflichten verletzt wurden (Verfütterung von Swissfritz auch nach der Bekanntgabe der Kontamination durch den Verband und den Hersteller).“

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