FEI: Schweizer Springpferde von Steve Guerdat und Alessandra Bichsel positiv getestet

Steve Guerdat und Nino des Buissonnets

Herning (DEN) MCH-Arena 20.08.2013 Europameisterschaften Dressur- und Springreiten und Para-Dressur hier Zeitspringen: Steve Guerdat (SUI) und Nino des Buissonets Foto: ©Julia Rau Am Schinnergraben 57 55129 Mainz Tel.: 06131-507751 Mobil: 0171-9517199 Rüsselsheimer Volksbank BLZ 500 930 00 Kto.: 6514006 Es gelten ausschliesslich meine Allgemeinen Geschäftsbedingungen (© Steve Guerdat und Nino des Buissonnets)

Der Weltreiterverband FEI meldet, dass es positive Medikationskontrollen anlässlich des CSIO5* in La Baule (FRA) und des CSIOY in Deauville (FRA) gegeben hat. Involviert sind drei Schweizer Springpferde, zwei von Olympia- und Weltcupsieger Steve Guerdat, eines von der Nachwuchsreiterin Alessandra Bichsel.

Bei den Proben von Guerdats Olympiasieger Nino des Buissonnets, mit dem er im Mai in La Baule den Großen Preis gewonnen hatte, hat man die verbotenen Substanzen Kodein und Oripavin gefunden sowie inzwischen als „kontrollierte Medikation“ geführtes Morphin. Bei Guerdats Nasa, die zuvor Dritte im Derby von La Baule geworden war, hatte man dieselben Substanzen gefunden, jedoch im Falle von Oripavin nur Spuren, die in der Menge nicht ausreichten, um vom Labor als positiver Test deklariert zu werden. Und auch die Proben, die man Alessandra Bichsels Pferd Charivari im Mai beim Junge Reiter-Nationenpreisturnier in Deauville entnommen hatte, wiesen die Kombination Kodein und Oripavin mit Morphin auf.

Gemäß der Doping- und Medikationsregeln der FEI (Equine Anti-Doping and Controlled Medication Regulations, EADCMRs) wurden beide Reiter ab dem 20. Juli vorläufig gesperrt, genau wie ihre Pferde. Bei letzteren gilt eine Frist von zwei Monaten. Die Reiter – laut FEI-Regeln die verantwortlichen Personen – und die Pferdebesitzer haben nun die Möglichkeit, das FEI-Tribunal um eine Anhörung zu bitten, um die vorläufige Sperre aufzuheben. Auch können sie die Analyse der B-Probe verlangen.

FEI Generalsekretärin Sabrina Zeender erklärte: „Dass alle Proben Oripavin enthielten, welches in keinem veterinärmedizinischen Produkt vorkommt, legt nahe, dass es sich um Kontaminierung handelt. Aber natürlich müssen wir das Standardverfahren einhalten.“ Zeender ergänzte, dass man die Kombination von Oripavin, Morphin und Kodein regelmäßig in Kontaminierungsfällen bei anderen Pferdesportverbänden gesehen habe und dass auch der FEI allein drei solcher Fälle aus dem Jahr 2014 vorlägen, bei denen man die vorläufigen Sperren aufgehoben habe. „Als Regulatoren des internationalen Pferdesports müssen wir Fairness gegenüber den Reitern mit unserer zweifachen Rolle als Hüter des Wohlergehens der Pferde und Verantwortliche für die Wahrung der Chancengleichheit aller Beteiligten in Einklang bringen.“

Der Weltreiterverband bearbeitet derzeit drei Fälle, bei dem Oripavine und Morphine involviert sind: Vitess SC von Monika Martini (GRE), Kinka’s Boy von Chenna van de Spek (NED) und Heartbeat von Julien Anquetin (FRA). Alle drei Substanzen sind schmerzstillende Opiate. Oripavin wird laut FEI-Pressemitteilung in der Praxis eigentlich nicht eingesetzt, da es nur eine „sehr geringe therapeutische Wirkung bei sehr hoher Toxizität“ aufweise. Positive Befunde kämen regelmäßig nach der Verdauung von Schlafmohnsamen vor. Auch Kodein und Morphin kommen in Schlafmohnsamen vor.

Da es bereits mehrere positive Fälle aufgrund von Futterkontaminierung mit Schlafmohnsamen gegeben hat, wurde Morphin 2013 durch die FEI von der Liste der verbotenen Substanzen entfernt und auf die Liste mit kontrollierter Medikation gesetzt. Diesen Plan hat man auch im Falle von Kodein. 2016 sollte es so weit sein. Beispielsweise wurde vor rund einem Jahr auch ein Rennpferd der Queen positiv auf Morphin getestet. Auch hier gab es den Verdacht auf verunreinigte Futtermittel. Tatsächlich fand man in dem Produkt „Alfalfa Oil Plus“ von Dodson & Horrell, dem Hoflieferanten der Queen, Mohnblumensamen. Auch ein anderer Hersteller, der sein Rohmaterial vom selben Lieferanten bezieht wie Dodson & Horrell, war betroffen.

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