Desperados ist wieder da und siegt im Grand Prix Special in Frankfurt

GPS Kristina Broering-Sprehe 2

Kristina Bröring-Sprehe und Desperados, Frankfurt 2018 (© von Korff)

Mit einem Sieg im Grand Prix Special hat Desperados seiner Reiterin Kristina Bröring-Sprehe ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk gemacht. Der Hannoveraner setzte sich vor Jessica von Bredow-Werndl und den Dänen Daniel Bachmann Andersen.

15 Punkte trennten die Siegerin Kristina Bröring-Sprehe von der Zweitplatzierten Jessica von Bredow-Werndl im Grand Prix Special von Frankfurt. Für Desperados war es ein Comeback. Seit April war der Hengst nicht mehr am Start gewesen. Der Hannoveraner punktete im Schritt und den Piaffen. Gleichmäßig und energisch fußte der Rappe ab, wie zu besten Zeiten. Gut eingeteilte Galopptraversalen unterstützten die Wertnote. Im letzten der neun Zweierwechsel gab es ein Versehen. Die erste Galopppirouette war mustergültig. In der letzten Passage auf der Mittellinie schlichen sich im Hinterbein einige ungleiche Tritte in die Prüfung.78,085 Prozent bedeuteten den Sieg.

Desperados knapp vor Zaire

Eine ihrer besten Prüfungen ging die KWPN-Stute Zaire unter Jessica von Bredow-Werndl. Ganz entspannt und konzentriert ging das Paar zu Werke. Die Trabverstärkungen waren zwar immer noch fleißig, aber nicht so eilig wie auch schon gesehen, Die erste Piaffe war absolut auf der Stelle, die fliegenden Galoppwechsel zu zwei Sprüngen waren ideal aufgeteilt. In den Einerwechseln hielt die Stute etwas den Atem an. 77,447 Prozent bedeuteten Platz zwei.

Hochgewettet war der Sieger im Grand Prix, der Däne Daniel Bachmann Andersen. Der „Jockey“ vom dänischen Gestüt Blue Hors begann im Sattel von Zepter stark. Der Oldenburger Zack-Sohn hatte zwar bei der Grußaufstellung hinten links geruht, aber die Traversalen waren in Stellung, Biegung und Kadenz Weltklasse. Insgesamt bestach der Ritt durch seine Präzision. Wunderbar fließende Übergänge zwischen versammeltem Trab und Passage, wie des Öfteren gefordert ist im Grand Prix Special, zählten zu weiteren Höhepunkten. Im starken Schritt ging das Pferd mit deutlicher Rahmenerweiterung und hatte die Nüstern auf Buggelenkhöhe – hier weiß einer, wo die Punkte sind, die man nicht liegen lassen darf.

Die Piaffen zeigte der Fuchswallach auf kleinstem Raum, taktmäßig, federnd, mit guter Lastaufnahme. Beim Angaloppieren aus der Passage dann der erste Patzer. Das Pferd reagierte erst auf die vierte Hilfe. Aber gleich war wieder Ruhe im gesamten Ritt. In den 15 fliegenden Wechseln von Sprung zu Sprung musste der Däne das noch junge Pferd dann deutlich unterstützen, ritt deutlich nach vorne. Noch schwankten diese Wechsel, aber die 15 Wechsel sprang Zepter gehorsam. Nach der Pirouette dann noch ein weiteres Versehen in den neun Einerwechseln. Die Rechtspirouette gelang auch nur unter Spannung, hier sprang das Hinterbein einmal mit. Zum Abschluss zeigte das Paar dann noch eine sehr gut gelungene Piaffe bei X. 76,468 Prozent bedeuteten Platz drei.

Mit 74,894 Prozent wurde Jan Dirk Gießelmann mit Real Dancer v. Rubin Royal Vierter. Ein vielstimmiges Pfeifkonzert des Publikums zeigte: Per Volksentscheid wäre der riesengroße Hannoveraner Wallach weiter vorne gelandet. „Das war dein bester Ritt“, sagte Trainer Holga Finken nach der Vorstellung.

74,085 Prozent bedeuteten für Hubertus Schmidt und den Trakehner Hengst Imperio Platz fünf. Platz sechs in der quantitativ schwach aber qualitativ hoch besetzten Prüfung ging an Dorothee Schneider und Pathetique v. Quaterback beschlossen als Sechste das Feld. Begonnen hatte die Stute bärenstark mit geschmeidigen Trabtraversalen und taktmäßigen, genauso leichtfüßigen wie akzentuierten Passagen. Dann bauten sich bei Pathetique erste Spannungen im versammelten Schritt vor der ersten Piaffe auf. Die Stute kam ihrer Reiterin zuvor. Die Einerwechsel misslangen. Es war der zweite Grand Prix Special in der noch jungen Karriere der DSP-Stute. Nicht nur die Experten horchten auf: Da ist noch ganz viel Luft nach oben.

Schneider musste etwas später anfangen als geplant. Sie war die erste Starterin am Samstagmorgen. Sie war auch pünktlich, aber Richter Christof Umbach hatte verschlafen. Spontan war die US-Jurorin Janet Lee-Foy eingesprungen.

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