Dressur-Nachwuchs-EM Vidauban: Gold für Bianca Nowag, Überraschungssieg bei den Junioren

Europameister in der Kür der Jungen Reiter: Bianca Nowag und Fair Play.

Bianca Nowag und FairPlay BB, ihr derzeit bestes Pferd, hier beim Wiesbadener Pfingstturnier 2015. (© WRFC/von Korff)

Aller guten Dinge sind drei – in der Mannschaftsaufgabe und der Einzelwertung bei den U18- und U21-Dressureuropameisterschaften in Vidauban hatte die Junge Reiterin Bianca Nowag der niederländischen Konkurrenz den Vortritt lassen müssen. Aber in der Kür schlug sie zu. Eine weitere Medaille für Deutschland gab es bei den Junioren, allerdings keine goldene.

Denn die holte sich überraschend der Spanier Juan Matute Guimon auf dem Don Crusador-Sohn Dhannie Ymas mit 81,60 Prozent – nur 0,20 mehr als seine Verfolgerin. Das war Semmieke Rothenberger auf Geisha v. Gribaldi, die damit ihre zweite Silbermedaille bei ihrem Debüt im Juniorenlager mit heim nehmen konnte. Dass der Spanier eine Chance auf eine Medaille haben würde, war spätestens nach seinem vierten Platz in der Einzelwertung klar, wo er dem deutschen Medaillentrio mit 75,105 Prozent dicht auf den Fersen war. Der 17-Jährige ist EM-Stammgast, doch dies ist seine erste Medaille. Er entstammt einer echten Pferdefamilie. Sein Vater Juan Matute Sr. hat Spanien bei drei Olympischen Spielen vertreten: in Seoul, Barcelona und Atlanta sowie bei den Europameisterschaften 2007 in Turin. Sein Sohn saß von Kindesbeinen an im Sattel und ist seiner Mutter zufolge „ein Perfektionist in allem, was er tut“. Keine schlechten Voraussetzungen für einen Dressurreiter!

Bronze hinter Semmieke Rothenberger sicherte die Dänin Victoria E. Vallentin auf ihrem Dänishen Warmblüter Atnon, einem elfjährigen De Noir-Akinos-Sohn. Die beiden waren gestern Fünfte in der Einzelwertung gewesen mit 74,368 Prozent. Heute in der Kür konnten sie noch einmal eine Schippe drauf legen und erhielten 78,275 Prozent.

Zweitbeste Deutsche war die Bronzemedaillengewinnerin von gestern, Paulina Holzknecht auf Wells Fargo. Mit 77,650 Prozent wurde sie Vierte – schade, eine weitere Medaille wäre ein gelungenes Ständchen zum 17. Geburtstag gewesen.

Ein bisschen Pech hatte die Siegerin von gestern, Hannah Erbe. Ihr rheinischer Carabas-Sohn Carlos war heute im Laufe der Prüfung etwas angespannt und sprang gleich zu Anfang einmal zur Seite. Das wirkte sich auf die gesamte Vorstellung aus. So wurde es mit 75,575 Prozent „nur“ Rang fünf. In der Kür waren nur noch drei Reiter pro Nation zugelassen. So hatte die Vierte im Bunde, Kristin Biermann, heute Zeit ihren Goldkolleginnen zuzujubeln.

Junge Reiter

Eine „wirklich überwältigende Kür“ zelebrierte heute Bianca Nowag auf ihrer westfälischen Fidermark-Tochter Fair Play bei den Jungen Reitern, berichtete Equipechefin Maria Schierhölter-Otte. Die wurde mit 82,775 Prozent und der Goldmedaille belohnt.

Das Nachsehen hatte diesmal die Siegerin der beiden vorangegangenen Prüfungen, die Niederländerin Dana van Lierop auf der Oldenburger Stute Walkuere. Mit 81,225 Prozent gewann sie Silber.

Auf eine im wahrsten Sinne des Wortes konstante EM kann die Schwedin Marina Mattson zurückblicken. Mit ihrem Double Diamond II gewann sie in der Kür die dritte von drei möglichen Bronzemedaillen für Schweden (78,375 Prozent).

Ebenfalls unter die Top Ten ritten auch die beiden weiteren deutschen U21-Reiterinnen, Claire-Louise Averkorn mit Condio B und die dreifache Goldmedaillengewinnerin der Junioren aus dem Vorjahr, Anna-Christina Abbelen auf Fürst on Tour. Averkorn wurde Fünfte (77,35). Für Abbelen und „Fürsti“ sprang bei ihrem U21-Debüt Rang sieben in der Kür heraus (75,525).

„Das war eine unglaubliche Leistung, die unsere Teilnehmer bei der Hitze hier in Vidauban gebracht haben. Dazu hat sich er auch die gute Stimmung im Team beigetragen. Die Medaillenausbeute mit vier Mal Gold, drei Mal Silber und einer Bronzemedaille kann sich wirklich sehen. Insgesamt landeten alle innerhalb der besten Sieben. Ich kann nur sagen, wir sind super zufrieden und glücklich“, fasste Maria Schierhölter ihr Fazit der EM zusammen.

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