Frankfurt: Grand Prix-Sieg mit persönlichem Rekord für Jessica von Bredow-Werndl und Zaire

Jessica von Bredow-Werndl und Zaire in München bei der Pferd International.

Jessica von Bredow-Werndl und Zaire in München bei der Pferd International. (© Schreiner)

Ein großer Tag für Jessica von Bredow-Werndl und ihre KWPN-Stute Zaire heute in der Frankfurter Festhalle! Zum ersten Mal seit 2015 konnten sie wieder einen Grand Prix gewinnen – und dann auch noch mit persönlichem Rekord.

Die 13-jährige Zaire, eine Tochter des Son de Niro aus einer Mutter v. Jazz, ist ein Fast Forward-Pferd, eine mit ganz viel Go – von Zeit zu Zeit auch schon mal zu viel. Aber inzwischen hat Jessica von Bredow-Werndl das Vertrauen der Stute auf ihrer Seite. Auch wenn Zaire Anfangs noch misstrauisch in Richtung der reichlich vorhandenen Vierecksdekoration in der Frankfurter Festhalle schielte, blieb sie ganz bei ihrer Reiterin, die sie mit viel Gefühl durch die Aufgabe ritt.

Fließende Traversalen, vielleicht noch etwas eilige Trabverstärkungen, ausdrucksstarke Passagen (wobei die Stute hier dazu neigt, eng zu werden), sehr gute Übergänge, die Piaffen im Rhythmus und auf der Stelle. Fleißiges, taktsicheres Schreiten. Dann die Galopptour. Auch hier kamen die beiden ohne Patzer durch. Vielleicht wünschte man sich für das Rundumpaket noch etwas mehr Gelassenheit, damit beispielsweise die Wechseltouren noch etwas erhabener herausgeritten werden könnten. Das gelang der Reiterin aber an anderer Stelle besonders gut, z.B. bei den klar akzentuierten Zick-Zack-Traversalen. Highlights waren auch die ausbalancierten, winzigen Pirouetten.

Die Freude stand Jessica von Bredow-Werndl ins Gesicht geschrieben als sie nach der Schlusslinie zum Halten gekommen war. 77,220 Prozent, persönlicher Grand Prix-Rekord und seit 2015 endlich mal wieder ein Grand Prix-Sieg für die beiden. Und das mit großem Abstand. „Sie hat mich heute total geflasht!“, schwärmte von Bredow-Werndl – und das trotz widriger Bedingungen im Vorfeld: „Das Abreiten war wirklich schwierig, weil es so geregnet und gewindet hat.“ Abgeritten wird in Frankfurt nämlich unter einem Zelt vor der Festhalle. Da wirken solche äußeren Bedingungen sich natürlich extrem aus. Erst recht bei einer Zaire, wie ihre Reiterin weiß: „Zaire ist unglaublich sensibel! Aber heute wollte sie einfach alles richtig machen. Sie hat sich voll und ganz auf mich eingelassen. Ich durfte das echt genießen. Erst jetzt habe ich das Gefühl, wirklich zum Reiten zu kommen.“ Dementsprechend ist von Bredow-Werndl auch überzeugt, dass da immer noch Luft nach oben ist.

Platz zwei für Reitmeister Schmidt

73,60 Prozent erhielt das Paar auf Rang zwei, Hubertus Schmidt mit seinem Trakehner Hengst Imperio v. Connery.Balfour xx. Der bildschöne Braune begann ganz stark mit fliegendem starken Trab und Traversalen, für des es mehrfach eine 9 gab. Die Piaffen sind nicht das Lieblingslektion des Hengstes, aber er tat sein Bestes. Bis zur Galopptour war die Welt in Ordnung. Hier schlichen sich dann allerdings Fehler ein. In den Zweierwechseln drückte Imperio einmal den Rücken etwas weg und kassierte einen Aussetzer. Die fliegenden Wechsel von Sprung zu Sprung klappten, waren aber etwas kurz gesprungen. Im letzten starken Trab schlich sich dann noch ein massiver Taktfehler ein. Dann waren sie im Ziel. Hubertus Schmidt wirkte etwas enttäuscht, mag sich aber mit der wohlwollenden Bewertung der Richter getröstet haben.

Evergreen D’Agostino

Rang drei ging an Schmidts Trainingspartnerin Fabienne Lütkemeier mit ihrem immer wieder schön anzusehenden De Niro-Sohn D’Agostino. Sicher, der 17-jährige Hannoveraner ist vielleicht nicht mehr ganz so hoch elastisch, wie er es mal war. Aber er kennt seinen Job. Und was noch viel wichtiger ist: Er hat sichtlich Spaß daran! Unbekümmert und fehlerfrei zelebrierten die beiden ihre Stärken (alle Lektionen, in denen es nach vorne geht) und kaschierten ihre Schwächen (Piaffen mit wenig Lastaufahme). Mit 73,360 Prozent bedachten die Richter das Paar.

Auf die Plätze

Platz vier ging an den Niederländer Patrick van der Meer, der mit dem Rousseau-Sohn Zippo eine harmonische Runde drehte (71,340). Dahinter reihten sich ein: Jan-Dirk Gießelmann auf Real Dancer (71,160), Heiner Schiergen mit Discovery (71,120), Juliette Piotrowski mit Sir Diamond (69,90) und Boaventura Freire (POR) auf Sai Baba Plus (69,080)

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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