Hamburg: Erster internationaler Grand Prix-Sieg für Kathleen Kellers San Royal

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Kathleen Keller und San Royal beim Finale des Louisdor Preises 2016, wo die beiden Vierte wurden. (© Toffi)

Mit Weile ließen die Siegerin im Deutschen Dressur-Derby 2011, Kathleen Keller, und ihr hochgewachsener Oldenburger San Royal heute die Konkurrenz in der Grand Prix Kür von Hamburg hinter sich.

Und das war auch hoch verdient. Die beiden spielten in der heutigen Prüfung in einer eigenen Liga. Und das bei ihrem ersten internationalen Auftritt nach einem Jahr Pause und der ersten Kür überhaupt für den elfjährigen Oldenburger. Die heutige Vorstellung der beiden lässt für die Zukunft einiges erwarten.

Während der gesamten Kür präsentierte der San Remo-Sohn sich sicher vor den treibenden Hilfen und mit gleichmäßiger, wenngleich auch zwischenzeitlich recht starker Anlehnung. Elastische Passagen und zumindest zu Beginn der Prüfung auch noch federnde, leichtfüßige Piaffen sowie gute Übergänge standen auf der Haben-Seite. Lektionsfolgen wie versammelter Schritt, Fächerpiaffe, starker Schritt gaben Punkte beim Schwierigkeitsgrad. Weitere Highlights waren schnurgerade Einerwechsel und doppelte Pirouetten, bei denen die zweite Hälfte wirklich auf dem Teller gesprungen war.

In den letzten Piaffen schien dem Rappen ein wenig die Kraft auszugehen. Aber passagieren ging noch. Und wie! Als die beiden zum letzten Mal auf die Mittellinie abwendeten, ertönte aus den Lautsprechern der Radetzky-Marsch, der zuvor nur sehr dezent die Piaffen untermalt hatte. Da fingen die Zuschauer noch vor der letzten Grußaufstellung an, im Takt der Passage mitzuklatschen. Dass sich so etwas anbietet, ist ja schon immer ein Zeichen, dass Reiter und Pferd viel richtig gemacht haben. So sahen es auch die Richter: 77 Prozent. Für San Royal war es nicht nur der erste internationale Sieg, sondern auch die erste internationale Kür.

Skandinavien stark

Ehe Kathleen Keller und San Royal das Hamburger Dressurstadion erobert hatten, sah alles nach einem Sieg für die Neu-Schenefelderin Emma Kanerva aus. Die Finnin hatte in Deutschland bei Hubertus Schmidt ihre Ausbildung gemacht und ritt jahrelang bei ihm in Paderborn, ehe sie kurzzeitig bei Emile Faurie in England anheuerte, dann aber doch wieder zurückkehrte. Ihre neue Heimat ist nun Schenefeld vor den Toren Hamburgs. Sie hatte heute also quasi ein Heimspiel mit ihrem elfjährigen Hannoveraner Danone-Sohn Dambacu.

Der präsentierte sich super rittig und all den Schwierigkeiten, die seine Reiterin sich für seine Kür ausgedacht hatte, gewachsen. Und das waren einige: in der Traversalverschiebung aus der Passage in den versammelten Trab wechseln, in der Piaffepirouette angaloppieren und in Galopppirouette weitermachen, durchparieren direkt in die Piaffe etc. Solche Schwierigkeiten können ja schon mal nach hinten losgehen, wenn Reiter und Pferd damit überfordert sind. Davon war bei Kanerva und Dambacu nichts zu sehen. Der Braune mag nicht die Bewegungen eines Weltpferdes haben, aber das war die solide Vorstellung eines reell gerittenen Pferdes: 75,225 Prozent.

Bordeaux Dritter

Rang drei ging in den Stall Schockemöhle, an die für Norwegen startende Isabel Freese auf dem KWPN-Hengst Bordeaux v. United. Die elegante Reiterin, die stets mit sehr dezenter Einwirkung überzeugt, hatte sich für ihre Kür ein Madonna-Medley zusammengestellt, das gut zu Reiterin und Pferd passte. Das konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Hengst häufig unzufrieden wirkte, in den Piaffen vorne stützte, dann hinten auch ungleich wurde und in den Pirouetten mitunter beidbeinig sprang. Die Richter gaben dem einstigen Körsieger aus dem Nachbarland 71,980 Prozent.

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