München: Die Jüngsten werden die Ersten sein

Bredow-Werndl-DaleraBB

Dalera BB läuft ihre erste Grand Prix-Saison und ist dabei, der Konkurrenz den Rang abzulaufen. (© Schreiner)

Der Nachwuchs im Viereck war heute in Höchstform. Unter anderem präsentierte Anabel Frenzen ihren Youngster SilberStern am Besten im Nürnberger Burg-Pokal. Auch Jessica v. Bredow-Werndls Dalera holte sich den Sieg im Special.

Annabel Frenzen gewinnt mit dem erst siebenjährigen SilberStern die Einlaufprüfung zur Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal vor Stefanie Wolf im Sattel von Elton John. Mit Kiefferhof’s Imperius schrammt Annabel Frenzen knapp am Doppelsieg vorbei: Platz drei.

Nürnberger Burg-Pokal

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Das Siegerduo aus dem Nürnberger Burg-Pokal: Annabel Frenzen und SilberStern. (© Schreiner)

Mit 72,927 Prozent hatte Annabel Frenzen mit SilberStern in der Einlaufprüfung zur Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal die Nase vorn. Erst im März hatte das Paar seinen ersten gemeinsamen S-Sieg gefeiert und war auch am Samstag nicht zu schlagen. Der Rheinländer, den Annabel Frenzens Vater Achim gezogen hat, zeigte sich besonders in der Trabtour mit viel Ausdruck. Für die Rechtstraversale erhielt er von allen Richtern die Note acht. Auch in den Galopp-Reprisen präsentierte er sich schon recht souverän, besonders die Verstärkungen liegen dem großrahmigen Wallach v. Silbermond, der von seiner Reiterin selbst ausgebildet wurde.

Mit ihrem zweiten Pferd Kiefferhof’s Imperius ritt die 27-Jährige auf Platz drei (70,634 Prozent). Der achtjährige Rheinländer v. Imperio begeisterte vor allem mit einem außerordentlich guten Schritt mit viel Übertritt. Zwischenzeitlich standen über 73 Prozent auf der Anzeigetafel, doch zum Ende der Prüfung schien ihm etwas die Kraft auszugehen. So fiel er in den fliegenden Galoppwechseln zu vier Sprüngen in den Trab aus, was wertvolle Punkte kostete.

Den Doppelsieg machte Annabel Frenzen tatsächlich erst die letzte Starterin der Prüfung, Stefanie Wolf, mit ihrem neunjährigen KWPN-Hengst Elton John zunichte (72,195 Prozent). Sehr elastisch präsentierte sich der Achtjährige gleich zu Beginn der Trabtour, blieb trotz viel Elan immer durchlässig und fein an den Hilfen, wodurch besonders die Übergänge überwiegend mit „gut“ bewertet wurden.

Platz vier ging an Csaba Szokola mit dem neunjährigen Mister-C (70,390 Prozent). Der für Ungarn startende Reiter stellte den Wallach mit sehr schöner, feiner Anlehnung vor, die Nase immer leicht vor der Senkrechten. Besonders in den Verstärkungen konnte der Oldenburger mit viel Hinterhandaktivität punkten.

Kerstin Kronaus und Dimanche Royale erhielten für eine sehr harmonische Vorstellung 69,878 Prozent: Platz fünf. Die neunjährige Diamond Hit-Tochter zeigte eine gute Versammlungsbereitschaft und setzte sich in den Galopp-Pirouetten bereits deutlich. Auch die fliegenden Wechsel zu drei und vier Sprüngen gelangen fehlerfrei mit schöner Bergauf-Tendenz.

Platz sechs ging an Nicole Casper mit dem achtjährigen Oldenburger Zalando (69,512 Prozent). Die Baden-Württembergerin hatte zu Anfang der Prüfung durchaus Grund, vor Glück zu schreien, zeigte sich der Hengst ausdrucksstark in der Trabtour und begeisterte mit viel Raumgriff im starken Schritt. Doch dann schien ihm etwas die Kraft auszugehen. Dadurch unterliefen ihm in der Galopp-Traversale leichte Taktfehler, in der Galopp-Pirouette musste er außerdem äppeln und hielt sich etwas fest. Die weiteren Ergebnisse finden Sie hier.

Piaff-Förderpreis

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Die Deutsche Bank Reitsport-Akademistin Ninja Rathjens sicherte sich die Piaff-Förderpreis-Etappe. (© Schreiner)

Unterdessen ist München an diesem Wochenende die erste Station des Piaff-Förderpreises, eine Dressurserie für Nachwuchsreiter bis 25 Jahre. Die Vorbereitungsprüfung am Samstag entschied die Deutsche Bank Reitsport-Akademistin Ninja Rathjens mit dem elfjährigen Emilio für sich (71,711 Prozent). Mit ihrem  Schimmel-Wallach war die 23-Jährige bereits im vergangenen Jahr bei der U25-Europameisterschaft im österreichischen Lamprechtshausen im Team siegreich gewesen. In München zeigte das Paar eine souveräne Leistung mit Höhepunkten in den Trabverstärkungen, Traversalen und der Passage. Lediglich in der Piaffe könnte der Earl-Nachkomme noch etwas mehr Last aufnehmen.

Platz zwei ging an Anna-Christina Abbelen mit dem 15-jährigen Henny Hennessy, der im Galopp seine Stärken ausspielte (70,500 Prozent). Sowohl mit sicheren fliegenden Wechseln als auch gut gesetzten Pirouetten konnte er punkten.

Nina Neuer ritt im Sattel des Hannoveraner-Hengstes Don Darius auf Platz drei (69,658 Prozent). Seit Dezember 2017 ist der Don Frederico-Nachkomme in ihrem Besitz und das Paar zeigte bereits jetzt eine harmonische Vorstellung. Leichte Patzer in der Galopp-Pirouette, wo der elfjährige Hengst einmal in den Trab ausfiel, und bei den fliegenden Wechseln zu zwei Sprüngen kosteten allerdings noch Punkte.

Sophie Reef und der 15-jährige Silencium v. Shakespeare in Love erreichten Platz vier (69,553 Prozent) mit einer ausdrucksstarken Galopp-Tour und sicher gesprungenen Wechseln. Zum Ende der Prüfung wurde der Wallach jedoch etwas eng in der Halsung und auch die Lastaufnahme in der Piaffe fiel ihm teilweise schwer.

Auf Platz fünf reihten sich Michelle Budde und der 14-jährige Ribery ein (69,237 Prozent) vor Hannah Cichos und ihrem De Chirico-Sohn Dias de Rio (68, 895 Prozent). Letztplatzierte in der Prüfung wurde die Deutsche Bank Reitsport-Akademistin Lisa-Maria Klössinger im Sattel des elfjährigen Quam Libet v. Quaterback. Sie hatte etwas Pech, denn die Kinnkette ging im Laufe der Prüfung auf, was die Einwirkung sichtlich erschwerte. Alle weiteren Ergebnisse finden Sie hier.

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Ein Grand Prix-Baby, das erwachsen wird

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Die Easy Game-Tochter steigert sich von Prüfung zu Prüfung. Heute dann der Sieg im Special. (© Schreiner)

Am Nachmittag wurde im Dressurviereck außerdem um den Sieg im Grand Prix Special geritten. Den holte sich Jessica von Bredow-Werndl mit einer sich toll präsentierenden Dalera BB. Die sensible Trakehner-Stute v. Easy Game x Handryk wird zunehmend vertrauensvoller und sicherer. „Die Feinabstimmung kommt“, kündigte ihre Reiterin bereits nach dem gelungenen Auftakt am Freitag an. Wie Recht sie hatte. Mit ganz feiner Einwirkung gelang es von Bredow-Werndl, die Stärken ihrer Stute voll auszuspielen. Das Highlight der Vorstellung war definitiv die Passage, in der Dalera BB bereits eine hervorragende Lastaufnahme zeigt, was von den Richtern unter anderem mit einer Neun belohnt wurde.

Platz zwei dieser Prüfung ging an die Vorjahressieger Anabel Balkenhol und Heuberger (70,936 Prozent). Der Trakehner-Hengst v. Imperio wirkte etwas angespannt, wodurch sich vermutlich leichte Taktfehler in der Piaffe und Fehler in den fliegenden Galoppwechseln von Sprung zu Sprung einschlichen.

Die für Russland reitende Evgenija Davydova und ihre KWPN-Stute Awakening v. Sandreo erreichten Platz drei (69,574 Prozent). Viel Ausdruck in den Trabverstärkungen, harmonische, fließende Übergänge und eine kraftvolle Passage waren die deutlichen Stärken des Paares.

Stefanie Schatz-Weihermüller und ihr KWPN-Wallach Wunderkind wurden Vierte (68,553 Prozent). Der 15-jährige Sydney-Nachkomme begeisterte mit einer ansprechenden Galopp-Tour, in der sich jedoch in den fliegenden Galoppwechseln von Sprung zu Sprung Fehler einschlichen. In der Piaffe-Passage-Tour und den Pirouetten könnte er sich noch etwas mehr setzen, präsentierte sich ansonsten aber mit sehr viel Schub aus der Hinterhand.

Dahinter auf Platz fünf kamen Przemyslaw Kozanowski und der elfjährige Hannoveraner Belcanto v. Breitling (65,064 Prozent) vor Michael Bugan und dem erst zehnjährigen For President v. Fontane (63,787 Prozent).

Evelyn Haim-Swarovski und ihre Don Schufro-Tochter Dorina fanden an diesem Tag keinen Rhythmus. Nach etlichen Patzern und Unstimmigkeiten gab die Reiterin auf.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

 

 

 

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