Hamburg: Für Kristy Oatley schien die Sonne im Grand Prix Special

Pferdesport, Dressur,

Kristy Oatley und Du Soleil im Grand Prix Special beim Deutschen Spring- und Dressur-Derby in Hamburg. (© Ludwiga von Korff)

Bei schönstem Sonnenschein wurde heute in Klein Flottbek Dressur geritten. Der Sieg im Grand Prix Special ging erneut an die Australierin Kristy Oatley. Sie saß auf einem Pferd, welches die Sonne auch im Namen trägt.

Neun Reiter-Pferd-Paare konnte das zahlreich erschienene Hamburger Publikum heute beim Grand Prix Special im Viereck beklatschen. Schon vor der Prüfung wurde die australische Dressurreiterin Kristy Oatley als heiße Favoritin gehandelt – schließlich hatte sie mit Du Soleil bereits die Qualifikation zum Dressur-Derby am Donnerstag für sich entschieden. Dort wird allerdings Stallkollege Qualia im Finale mit Pferdewechsel unterwegs sein. Demnach hatte heute Du Soleil seinen zweiten großen Auftritt.

Und der gelang so gut, dass Oatley als einzige die 70-Prozent Marke knacken konnte. Mit 71,468 Prozent und über drei Punkten Vorsprung gewann sie die Prüfung quasi mit links. Obwohl es heute eher das rechte Hinterbein war, das der De Niro-Sohn in der Passage ein bisschen weniger flüssig unter den Körper zu setzen schien. Ansonsten überzeugte der statiöse Fuchs vor allem in den Verstärkungen – nicht umsonst trägt er den Spitznamen „Düse“. Für den starken Trab vergaben die Richter fast durchweg die Note acht. Im versammelten Schritt war der Wallach heute dagegen nicht ganz spannungsfrei.

Einen Schreckmoment gab es, als die Reiterin nach der zweiten Piaffe zu früh in den Galopp wechselte. Aus dem Richterhäuschen ertönte zwar die Glocke, einen Abzug für Verreiten gab es jedoch nicht. Stattdessen schlug sich der Fehler in den Noten für die Passage vor dem Galopp nieder. Hier gab es nur zwischen zwei und vier Punkte von den Richtern. Das war teuer, denn zwischenzeitlich hatte das Paar schon bei über 75 Prozent gelegen. Im starken Galopp flog Du Soleil dann geradezu über die Diagonale, mehr bergauf geht kaum. Die zweite Pirouette gelang heute noch besser als die erste. „Soleil“ ist übrigens die französische Bezeichnung für Sonne. Mit der strahlte das Paar heute in jedem Fall um die Wette.

Dreimal D

Auch die Pferde auf Platz zwei und drei trugen das D als Anfangsbuchstaben. Diamond’s Diva, das Pferd von Insa Hansen, ist eine Tochter des Diamond Hit aus einer Santander-Mutter. Die zwölfjährige Oldenburger Stute erhielt für eine korrekte Runde ohne größere Fehler 68,362 Prozent. Punkten konnte die Stute in den Wechseltouren und mit einer sicheren Schlusslinie. Die Piaffen gelangen gut auf der Stelle, allerdings könnte Diamond’s Diva hier noch mehr unter den Schwerpunkt fußen. Insgesamt machten Pferd und Reiterin aber einen ordentlichen Job – auch wenn man dem Paar ab und an noch ein bisschen mehr Leichtigkeit wünschen würde.

Wie das heutige Siegerpferd, stammt der 15-jährige Disneyworld von De Niro ab. 67,170 Prozent lautete das Ergebnis für den Wallach und Svenja Peper-Oestmann – das hieß am Ende Rang drei. Der Rappe mit den vier weißen Füßen und seine Reiterin geben insgesamt ein recht harmonisches Bild im Viereck ab. Auch die beiden leisteten sich in der Aufgabe keine groben Schnitzer. Die Pirouetten sprang der Wallach sehr sicher und auf kleinem Radius. Dafür war der versammelte Schritt nicht immer im Takt, das Angaloppieren aus der Passage kam erst nach der Hilfe.

Die weiteren Platzierten

Platz vier ging an Bianca Kasselmann und den routinierten Weekend Fun mit 67,921 Prozent. Wertvolle Punkte verlor das Paar in der Linkspirouette, hier sprang der 17-jährige Wallach einmal mit beiden Hinterbeinen gleichzeitig. Fünfte wurde Stella Charlott Roth mit Rubin Action (66,340 Prozent). Der schicke Oldenburger zeigte sich schon beim Einreiten sehr von der Kulisse und dem Applaus des Publikums beeindruckt. Ein bisschen machte es dann auch den Eindruck, als ob seine Reiterin die ganze Prüfung über ein bisschen auf der Bremse stehen musste. Im Schritt ging dem Wallach die Gelassenheit dann ganz flöten. Dafür waren  Piaffe und Passage heute schön im Takt, auch die Übergänge gelangen fließend.

Einen schlechten Tag erwischt hatte der einzige männliche Reiter in dieser Prüfung, Kiichi Harada mit Egistar. Erst veritt sich der Japaner im Galopp, wollte direkt mit den Wechseln beginnen. Beim zweiten Anlauf misslangen diese dann komplett. Danach verzichtete er auf die Fortsetzung seines Rittes.

Alle Ergebnisse aus dem Grand Prix Special finden Sie hier.

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