Harrie Smolders Sieger im Großen Preis von Hamburg, Maurice Tebbel über 90.000 Euro reicher

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Harrie Smolders und Don VHP Z, Großer Preis von Hamburg 2018 – künftig hat Smolders eine prominente Schülerin aus den USA. (© www.paulinevonhardenberg.com)

Der Große Preis von Hamburg, Etappe der Global Champions Tour im Rahmen des Deutsche Spring-Derbys, ging an den Niederländer Harrie Smolders mit Don VHP Z. Maurice Tebbel wurde mit Chacco’s Son Zweiter vor dem Schweizer Martin Fuchs. Tebbel hatte Grund zu doppelter, nein drei-wenn nicht vierfacher Freude.

Harrie Smolders, niederländischer Vize-Europameister 2017 und Gesamtsieger der Global Champions Tour (GCT) 2017 hat den Großen Preis von Hamburg gewonnen. Mit dem 14-jährigen Dunkelfuchs Don setzte er sich im Stechen der sieben Nullfehlerritte an die Spitze des Feldes. Nur zwei Reiter gelang es, den Stechparcours fehlerfrei zu absolvieren. Neben Smolders, dem aktuell Führenden des Longines Rankings, sprich der Weltrangliste blieb nur Maurice Tebbel fehlerfrei. 1,17 Sekunden trennten ihn vom Sieg. In Euro ausgedrückt sind das 40.000 Euro. Smolders erhält als Etappensieger 100.000 Euro, der Zweitplatzierte Tebbel 60.000 Euro.

Maurice Tebbel gewinnt 90.690 Euro in drei Stunden

Trösten konnte sich der 24-Jährige unter anderem damit, dass er als Sieger des Springens um die Global Champions League (GCL) 30.690 Euro gewonnen hatte. Da hatte er Don Diarado, wie Chacco‘ Son ein Deckhengst der Hengststation der Familie Tebbel, gesattelt. Das Springen war die Qualifikation für den Großen Preis. Die 35 besten Reiter aus dieser Prüfung konnten im höchstdotierten Springen der Turniertage rund um das 89. Deutsche Spring-Derby an den Start gehen. Wohl bemerkt: die Reiterinnen und Reiter. Das Reglement sieht vor, dass ein anderes Pferd an den Start gebracht werden kann. Tebbel entschied sich für Chacco’s Son.

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Maurice Tebbel und Chacco’s Son, Zweite im Großen Preis von Hamburg 2018 (© www.paulinevonhardenberg.com)

„Die richtige Entscheidung“, wie er noch etwas rotgesichtig von der gerade absolvierten Ehrenrunde im sonnigen Stadion, gefeiert von 23.000 Zuschauern, bei der Pressekonferenz zu Protokoll gab. Tebbel wusste, wer hier gewinnen will, muss liefern. „Ich bin viel Risiko gegangen, ich weiß, dass Harrie schnell ist. Aber ich wollte null gehen, weil bis dahin nur einer (nämlich Smolders) null war“.

Harrie Smolders: Verspätetes Geburtstagsgeschenk

Vorgestern ist Harrie Smolders 38 Jahre alt geworden. Nun hat er sich selbst mit leichter zeitlicher Verzögerung ein Geschenk gemacht. Er lobte seinen Hengst für dessen Konstanz. „Der Parcours sah schwer aus, aber mein Pferd liebt den Platz. Wir waren die letzten beiden Jahren Zweiter hier. Ich konnte heute die richtigen Wendungen reiten“. Dass die schnell genug waren, um die ungünstige Ausgangsposition, er war einer der ersten Starter im Stechen, zu kompensieren, stellte sich erst zum Schluss heraus. Für den Vorjahressieger der GCT plant als nächstes die Stationen in St. Tropez und Cannes. Die Planung steht, an ihr wird nicht gerüttelt.

Bei uns kommen immer die Pferde zuerst. Wir wollen sie fit und frisch halten, auch mental. Das ist unsere Philosophie.

Harrie Smolders

Der Diamant de Semilly-Sohn hatte „drei, vier Monate Pause im Winter“. Hamburg war erst sein zweites großes Springen in der Saison 2018.

Neben einem Sieg und einem zweiten Platz in der GCT-Etappe, seinem größtem Individual-Erfolg im Seniorensport bislang, hat Maurice Tebbel noch einen Grund zu strahlen: Familie Müter aus Königslutter hat jeweils die Hälfte seiner aktuellen Toppferde erworben. Dank dieser Unterstützung ist gesichert, dass die Hengste Don Diarado und Chacco’s Son ihm weiterhin zur Verfügung stehen. „Wir sind ein Handelsstall, da muss man sich nichts vormachen“, so Maurice Tebbel. Er kann nun also durchatmen und planen. Am kommenden Wochenende hat Bundestrainer Otto Becker ihn mit dem Chacco-Blue-Sohn Chacco’s Son für den Nationenpreis im französischen La Baule nominiert. Don Diarado soll in Sopot später im Jahr für Deutschland in den Parcours gehen.

Dritter wurde der Schweizer Martin Fuchs mit dem Verdi-Sohn Chaplin – schnellster Ritt im Stechen, aber ein Abwurf. „Mein Pferd ist von Natur aus sehr schnell, da bin ich ein bisschen zu schnell in die Kombination gekommen“. Fuchs sagt, er wolle immer siegen, wo auch immer er reite. Chaplin hatte sein Comeback in Hamburg. Nach längerer Verletzungspause hatte Fuchs ihn langsam aufgebaut. Anfang April ging das Pferd noch in CSI2*-Prüfungen. Beim Nationenpreis in Samorin war er dann zweimal fehlerfrei im Nationenpreis. Und nun Hamburg, wo Fuchs „auch zufrieden mit dem dritten Platz“ war. Im GCL-Springen war er Zweiter, musste ebenfalls Maurice Tebbel den Vortritt lassen.

Hinter dem Belgier Jos Verloy wurde Christian Ahlmann Fünfter. Der Dunkelfuchs Tokyo, ein Selle Français v. Kannan-Galoubet, in einer Art und Weise, dass man sich das Pferd auch für (noch) größere Aufgaben vorstellen kann. Ein ärgerlicher Hinterhandfehler gleich am zweiten Hindernis des Stechens vereitelte Träume von einer Wiederholung eines Siegs in Hamburg. Marcus Ehning und Pret a Tout, Vierte im GCL-Springen, landeten nach einem Flüchtigkeitsfehler im Normalparcours auf Rang elf.

Ergebnisse finden Sie hier.

Mannschaftspringen für Laura Klaphake und Pieter Devos

Die Zwei Reiter, die im bunten Teamdress ohne Revers Champagner auf dem Podium verspritzen durften, waren Laura Klaphake und der Belgier Pieter Devos. Sie waren die Abordnung des Teams „St.Tropez Pirates“ im Springen der Global Champins League. Klaphake hatte einen „dummen Abwurf“, Devos blieb fehlerfrei und wurde Zehnter. Veranstalter Volker Wullf und Jan Tops zeigten sich zufrieden. Tops, ein Schwergewicht im Pferdehandel, und Erfinder der juristisch umstrittenen GCT und GCL, lobte das Reglement für 2018. „Das neue System ist viel leichter zu verstehen, jetzt muss man nicht nur null, sondern auch schnell sein“. Auch Wulff meinte zu erkennen, dass „das Publikum dieses Jahr viel besser folgen konnte.“

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