Weltreiterspiele Tryon 2018

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Luftaufnahme des Tryon International Equestrian Center, wo bei den Weltreiterspielen 2018 Pferdesportgeschichte geschrieben werden wird. (© www.tryon2018.com)

Drei Fotos, dazu ein paar süffisante Zeilen bei Facebook haben dem dänischen Dressurreiter Andreas Helgstrand das Osterfest verdorben. Die Fotos, die Epona TV geschossen hat, haben es allerdings auch in sich. Doch ein hinzugezogener Tierarzt sieht keinen Grund zur Beanstandung.

Die Schneidezähne aufeinandergebissen, die verkrampft hochgezogenen Lippen gewähren einen Einblick auf die Stange der Kandare und darunter eine violett verfärbte Zunge. Darunter zwei Ausschnitte von der Flanke eines braunen Pferdes, das deutliche Zeichen von Sporeneinsatz zeigt. Diese Bilder von Akeem Foldager, entstanden am letzen Wochenende im Stall von Andreas Helgstrand, sorgen mittlerweile für Aufregung. Öffentlich gemacht hat es der Internet-TV-Sender Epona TV, der in den vergangenen Jahren immer wieder Material veröffentlich hat, um Missstände in der Dressurausbildung zu dokumentieren. Zuletzt bei den Olympischen Spielen in London oder im Fall der blauen Zunge des Pferdes Scandic von dem Schweden Patrik Kittel.
Unter den Bildern von Akeem Foldgaer, dem Pferd, mit dem Helgstrand im vergangenen Jahr auf dem internationalen Parkett erschienen war und dann von Turnierauftritt zu Turnierauftritt eine abnehmende Leistungskurve an den Tag legte, stehen Infos zu dem Event. Das Pferd, an dem auch die dänische Schuproduzentin Kasprzak, Hauptsponsorin der letztjährigen Europameisterschaft Anteile hält, sei vor den Augen des Präsidenten der dänischen reiterlichen Vereinigung geritten worden. Das ist nicht verwunderlich, Andreas Helgstrand, der selbst genauso wie Reiter seines Stalls schon häufiger wegen schlechten Abreitens für Negativschlagzeilen gesorgt hat, ist der Sohn des FN-Präsidenten.
Die Reaktionen auf die von Epona TV geposteten Bilder sind so heftig ausgefallen, dass sich die dänische FN nun veranlasst sieht, in einer Pressemitteilung auf eine tierärztliche Untersuchung des Pferdes hinzuweisen.  Diese ist mittlerweile erfolgt, ohne dass nennenswerte Ergebnisse auf tierquälerischen Einfluss Rückschlüsse zuließen. Man habe eine Schwellung in der Flanke gesehen, diese sei aber nicht von Bedeutung. Auch die Untersuchung des Mauls habe keinerlei Auffälligkeiten zu Tage gefördert. (Hier der Untersuchungsbericht im Original). Auf die dunklen Fellstellen auf Höhe der Sporen angesprochen, habe Helgstrand angeführt, dass das Pferd im Winter mehrfach geschoren worden sei.

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