FEI-Awards 2013: Carmen Thiemann beste Pflegerin, Dujardin „Best Athelete“ und Kessler „Rising Star“

Charlotte Dujardin (rechts) in Reem Acra beim FEI Award 2013.

(© Charlotte Dujardin (rechts) in Reem Acra beim FEI Award 2013.)

Ingrid Klimkes langjährige Pflegerin und gute Seele ihrer Pferde, Carmen Thiemann, wurde zum FEI „Groom of the Year“ gewählt. US-Springreiterin Reed Kessler ist der „Rising Star“ der Szene, und Charlotte Dujardin wurde zur Athletin des Jahres ernannt.

„Es ist Carmens große Kompetenz, die es mir erlaubt, mich voll auf die Arbeit mit meinen Pferden zu konzentrieren“, sagt Ingrid Klimke über ihre Pflegerin bzw. vielmehr Stallmanagerin Carmen Thiemann. Carmen und Klimke sind gewissermaßen zusammen groß geworden. Schon der legendäre Dr. Reiner Klimke profitierte vom Pferdeverstand der Carmen Thiemann, die mit 17 die Schule verließ, um ihr Leben den Pferden zu widmen. In dieser Zeit lernte sie auch Reitmeisterin Ingrid Klimke kennen, und als diese sich 1990 einen eigenen Stall aufbaute, ging Carmen mit ihr. Nach 23 Jahren, vier Olympischen Spielen und vielen Medaillen wurde Carmens ruhige Art, ihre Freundlichkeit, Verlässlichkeit, die positive Art und nicht zu vergessen ihre organisatorischen Fähigkeiten mit dem FEI-Award 2013 ausgezeichnet.

Zu Charlotte Dujardin als „Best Athelete“ muss man wohl nicht viel sagen. Sie und ihr KWPN-Wallach Valegro haben der Dressur mit ihren Olympiasiegen, EM-Titeln und überhaupt allen Auftritten ein neues Gesicht gegeben. 2003 hat Dujardin angefangen, bei der internationalen Grand Prix-Reiterin und -Richterin Judy Harvey zu reiten. 2007 bekam sie Dressurstunden von Carl Hester, der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit, die bis heute Bestand hat.

Erst kurz vor den Olympischen Spielen 2012 erreichte die US-Springreiterin Reed Kessler das für Olympia erforderliche Mindestalter von 18 Jahren. Zuvor war sie in ihrem ersten Jahr unter den Senioren bereits nationale Meisterin geworden. Sie war die jüngste Reiterin, die je an Olympischen Spielen teilgenommen hat. In diesem Jahr wurde sie Zehnte beim Weltcupfinale in Göteborg, gewann mit dem Team den Nationenpreis in Wellington und siegte zudem unter anderem im ATCO Power Queen Elizabeth II Cup von Spruce Meadows.

Der „Development Award“ geht nach Uruguay, an die National Army Riding School „Grito de Asencio„. Sie wurde 1948 gegründet, ursprünglich um die Reiterei innerhalb der Armee zu verbessern. Doch heute werden hier Turniere in allen Disziplinen ausgeritten und vor allen Dingen auch sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in den Kontakt mit Pferden gebracht. Schüler mit psychischen Problemen sowie geistigen und körperlichen Behinderungen profitieren unentgeltlich von den Einrichtungen der Pferdezentrums.

Der „Against All Odds“-Award geht an die Australierin Joann Formosa, die einst davon träumte, ihr Land bei internationalen Wettkämpfen zu vertreten, doch dann einen sehr schweren Reitunfall hatte. Sie trug schwere Schäden des zentralen Nervensystems davon, begann aber trotzdem wieder zu reiten. Bis sie 2000 einen zweiten Unfall hatte, durch den sie ihre Beine nur noch eingeschränkt bewegen kann. Trotzdem gab sie nicht auf. 2006 nahm sie an den Weltreiterspielen in Aachen teil. Seit 2009 ist sie Mitglied der australischen Nationalmannschaft. Ihr größter Erfolg war jedoch eine Goldmedaille bei den paralympischen Spielen 2012. Hier wurde ein Traum wahr. Dafür wurde sie gleich noch einmal ausgezeichnet, diesmal von der australischen Reiterlichen Vereinigung, nämlich mit dem „International Athelete of the Year“-Award.

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